Re­den wie die »Wil­den«

Die Presse am Sonntag - - Die Seite Zwei - J. N.

Die FPÖ denkt laut dar­über nach, wil­den Ab­ge­ord­ne­ten, al­so Man­da­ta­ren, die sich von ih­rem Klub lö­sen, aber im Par­la­ment blei­ben, das Ge­halt von rund 8700 Eu­ro im Mo­nat zu kür­zen. Im­mer­hin wür­den sie nicht die­sel­be Leis­tung wie Mit­glie­der ei­nes par­la­men­ta­ri­schen Klubs er­brin­gen.

Das kön­nen sie üb­ri­gens auch nicht. Denn in den Aus­schüs­sen, in de­nen ein we­sent­li­cher Teil der Ent­schei­dun­gen fällt, sind sie nur als Zu­hö­rer ge­dul­det. Mit­be­stim­men dür­fen sie nicht. An­trä­ge und par­la­men­ta­ri­sche An­fra­gen kön­nen sie eben­so kei­ne stel­len. Und im Plenum müs­sen sie ganz hin­ten Platz neh­men. Nur Re­den ist ih­nen er­laubt. Sie be­kom­men so­gar die hal­be Re­de­zeit des kleins­ten Klubs zu­ge­stan­den.

Mar­tha Biß­mann (ehe­mals Lis­te Pilz) und Ef­ga­ni Dön­mez (einst ÖVP), die zwei Man­da­ta­re, die aus ih­rer Par­tei schie­den, kön­nen in den ver­blei­ben­den gut vier Jah­ren al­so re­den wie die „Wil­den“. Oder auch nicht. Fi­nan­zi­ell hat ihr En­ga­ge­ment kei­ne Kon­se­quen­zen – wie auch das al­ler an­de­ren Ab­ge­ord­ne­ten nicht. Denn ei­ne leis­tungs­be­zo­ge­ne Be­zah­lung von Par­la­men­ta­ri­ern gibt es nicht. Dar­über hat die FPÖ noch nicht (laut) nach­ge­dacht.

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