Hal­be Mil­li­on Eu­ro fehlt bei rech­ter Frak­ti­on

Das EU-Par­la­ment prüft die Fi­nanz­ge­ba­rung je­ner Frak­ti­on, der auch die FPÖ an­ge­hört.

Die Presse - - EUROPÄISCHE UNION -

Straß­burg/Wi­en. Nach dem Ab­schied der bis­he­ri­gen Vor­sit­zen­den, Ma­ri­ne Le Pen, sind in der ENF-Frak­ti­on (Eu­ro­pa der Na­tio­nen und der Frei­heit) des Eu­ro­papar­la­ments neue fi­nan­zi­el­le Un­ge­reimt­hei­ten auf­ge­taucht. Die Ver­wal­tung des Eu­ro­papar­la­ments prüft der­zeit die Aus­ga­ben der 40 Mit­glie­der zäh­len­den Grup­pe, der auch vier FPÖ-Eu­ro­pa­ab­ge­ord­ne­te an­ge­hö­ren. Laut Aus­kunft des Par­la­ments geht es um 446.000 Eu­ro für In­for­ma­ti­on und Kom­mu­ni­ka­ti­on, de­ren Ver­wen­dung nicht be­legt wor­den war. Die Frak­ti­on hat zu­letzt neue Un­ter­la­gen über­mit­telt, die al­ler­dings noch ge­prüft wer­den müs­sen. Ins­ge­samt ha­be die ENF für ih­re Frak­ti­ons­ar­beit im ver­gan­ge­nen Jahr 3,2 Mil­lio­nen Eu­ro er­hal­ten.

Die Sen­si­bi­li­tät ge­gen­über den fi­nan­zi­el­len Ge­ba­run­gen der ENF ist groß, seit Ver­fah­ren ge­gen ein­zel­ne Ab­ge­ord­ne­te des Front Na­tio­nal (FN) – der größ­ten na­tio­na­len Grup­pe in der Frak­ti­on – ein­ge­lei­tet wur­den. Ih­nen wird vor­ge­wor­fen, As­sis­ten­ten wi­der­recht­lich für na­tio­na­le Par­tei­ar­beit ein­ge­setzt zu ha­ben. Die As­sis­ten­ten wer­den vom Par­la­ment da­für be­zahlt, dass sie die Ab­ge­ord­ne­ten bei ih­rer in­halt­li­chen Ar­beit und der Öf­fent­lich­keits­ar­beit in der Hei­mat un­ter­stüt­zen.

Mil­lio­nen-Rück­for­de­rung

Be­trof­fen war auch Le Pen per­sön­lich, die mitt­ler­wei­le in die fran­zö­si­sche Na­tio­nal­ver­samm­lung ge­wech­selt ist. Sie soll 320.000 Eu­ro zu­rück­zah­len. Das Eu­ro­pa­par­la­ment be­tei­ligt sich an den Ver­fah­ren und be­zif­fert die Rück­for­de­run­gen an den FN der­zeit auf ins­ge­samt fünf Mil­lio­nen Eu­ro.

Die neu­en fi­nan­zi­el­len Dif­fe­ren­zen dürf­ten auch der Aus­lö­ser für ei­nen Wech­sel an der Spit­ze der rech­ten Frak­ti­on ge­we­sen sein. Denn in der vor­ver­gan­ge­nen Wo­che muss­te ENFGe­ne­ral­se­kre­tär Lu­do­vic de Dan­ne ge­hen. Die Frak­ti­on wur­de erst 2015 ge­grün­det. Sie be­steht aus Ab­ge­ord­ne­ten des FN, der FPÖ, der Le­ga Nord so­wie ein­zel­ner Man­da­ta­re der AfD, UKIP, Vlaams Be­lang so­wie wei­te­rer rech­ter Par­tei­en. (wb)

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