Pasta al Pa­pa

Die Presse - - DEBATTE - Re­ak­tio­nen an: thomas.vieregge@die­pres­se.com

E igent­lich soll­te man mei­nen, der Papst kön­ne sei­ne Schutz­be­foh­le­nen auf Er­den hie­nie­den nicht mehr über­ra­schen. Was wis­sen wir nicht al­les in­zwi­schen von Jor­ge Ma­rio Bergo­glio, der vor vier­ein­halb Jah­ren als Fran­zis­kus auf die Log­gia am Pe­ters­platz trat, um als Lands­mann vom „an­de­ren En­de der Welt“den Gläu­bi­gen – ur­bi et or­bi – „Buo­na not­te“zu wün­schen?

Neu­lich „beich­te­te“er, dass er sich in Bu­e­nos Ai­res, wo ein Vier­tel den Na­men „Vil­la Freud“trägt, ei­ner Psy­cho­ana­ly­se un­ter­zo­gen hat­te. Bald wird er sich in ei­nem Buch als pas­sio­nier­ter Koch prä­sen­tie­ren – pas­send zu sei­nen pie­mon­te­si­schen Wur­zeln. Nach ei­ner Pri­vat­au­di­enz hat sich die Pro­tes­tan­tin An­ge­la Mer­kel flap­sig von ihm ver­ab­schie­det: „Das nächs­te Mal ge­hen wir auf ei­ne Piaz­za und es­sen ei­ne Piz­za.“Im Va­ti­kan, so klagt Fran­zis­kus re­gel­mä­ßig, schla­ge ihm die Pasta auf den Bauch. Par­don, auf den Em­bon­point.

Wir har­ren der Din­ge, die uns der päpst­li­che Maˆıt­re de cui­sine kre­den­zen wird – und auf die In­gre­di­en­zi­en, die sie ver­edeln. Di­ät-, Bio-Kost oder gar ein ar­gen­ti­ni­sches Steak soll sich nie­mand er­war­ten. Ein Risot­to mit wei­ßen Trüf­feln? Ei­ne Pasta all’ar­rab­bi­ata? Gar ei­ne Piz­za Dia­vo­lo? Ein Ba­ro­lo zur Be­glei­tung, zum Nach­spü­len ein Spu­man­te und zum Ab­gang ein Grap­pa. Zum Des­sert ein Ti­ra­mi­su`, ein Vin Santo, ein Es­pres­so – ganz clas­si­co. (vier)

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