Schrems darf in Ös­ter­reich Face­book kla­gen

EuGH-Ge­ne­ral­an­walt emp­fiehlt aber, Sam­mel­kla­gen zu ver­bie­ten.

Die Presse - - EUROPÄISCHE UNION -

Lu­xem­burg. Da­ten­schutz­ak­ti­vist Max Schrems hat ei­nen Teil­er­folg in sei­ner ju­ris­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung mit Face­book er­zielt. Der Ge­ne­ral­an­walt des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs (EuGH), Michal Bo­bek, sprach sich da­für aus, dass Schrems den In­ter­net­kon­zern in Ös­ter­reich als Ver­brau­cher kla­gen kann. Im Ver­fah­ren soll es um un­gül­ti­ge Da­ten­schutz­be­stim­mun­gen und die Wei­ter­ga­be von Da­ten an US-Ge­heim­diens­te ge­hen. Dem An­trag des Ge­ne­ral­an­walt müs­sen noch die Rich­ter zu­stim­men.

Face­book hat­te dar­auf ge­drängt, dass Schrems sei­ne Kla­ge am eu­ro­päi­schen Sitz des Kon­zerns in Ir­land ein­brin­gen muss. Dies hät­te die Pro­zess­kos­ten er­heb­lich er­höht. Face­book ar­gu­men­tier­te da­bei, dass Schrems kein Ver­brau­cher sei, son­dern ein Un­ter­neh­men auf­ge­baut ha­be, das sich mit Web­sites, Bü­chern und Vor­trä­gen dem The­ma Da­ten­schutz wid­me.

Vie­le Ver­fah­ren not­wen­dig

In ei­nem an­de­ren Punkt, emp­fahl Bo­bek ei­ne Ent­schei­dung der EuGH-Rich­ter ge­gen Schrems. Ihm soll un­ter­sagt wer­den, im Na­men an­de­rer Ver­brau­cher in Ös­ter­reich ei­ne Art Sam­mel­kla­ge ein­zu­rei­chen. Be­grün­det wird dies mit den un­ter­schied­li­chen Wohn­sit­zen der Mit­klä­ger. Schrems selbst ar­gu­men­tiert: „Die Fol­ge wä­re in Tau­sen­den Ge­rich­ten in der EU ei­ne wort­glei­che lo­ka­le Kla­ge ge­gen Face­book ein­zu­brin­gen, was wohl eher ab­surd wä­re.“(wb)

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.