Schieds­rich­ter mehr

Kleine Zeitung Steiermark - - WIRTSCHAFT -

mit öf­fent­lich be­ru­fe­nen Rich­tern ge­ben. Nach dem Vor­bild ähn­li­cher Ein­rich­tun­gen bei der Welt­han­dels­or­ga­ni­sa­ti­on (WTO) soll es auch ei­ne zwei­te In­stanz ge­ben, um ge­gen Ur­tei­le be­ru­fen zu kön­nen. „Nie­mand kann sa­gen, dass das ei­ne Pri­vat­jus­tiz ist“, so Malm­ström. In künf­ti­gen Han­dels- und In­ves­ti­ti­ons­ab­kom­men (auch in TTIP) sol­le au- ßer­dem das Recht der Re­gie­run­gen zur Re­gu­lie­rung von Han­dels­ge­set­zen ei­gens ga­ran­tiert wer­den.

Als ers­ter Schritt soll laut Malm­ström ein bi­la­te­ra­ler Ge­richts­hof zwi­schen den USA und der EU ein­ge­rich­tet wer­den. So­bald der Vor­schlag mit den EUStaa­ten und dem EU-Par­la­ment ab­ge­stimmt ist, sol­len die Plä­ne mit den USA ver­han­delt wer­den. In ei­nem zwei­ten Schritt soll dann der Auf­bau von Han­dels­ge­rich­ten für In­ves­to­ren fol­gen.

Bei Gre­en­peace und dem Bünd­nis „TTIP stop­pen“stößt der Vor­schlag er­war­tungs­ge­mäß auf Skep­sis. Dies sei „al­ter Wein in neu­en Schläu­chen“, hieß es. In ent­wi­ckel­ten Rechts­sys­te­men wie je­nen der EU und der USA sei­en In­ves­ti­tio­nen näm­lich auch oh­ne Par­al­lel­jus­tiz – auch in der nun vor­ge­schla­ge­nen Form – aus­rei­chend ge­schützt. Au­ßer­dem sei frag­lich, ob der mul­ti­la­te­ra­le Han­dels­ge­richts­hof wirk­lich je kom­me. Die SPÖ sprach vom „bis­her um­fang­reichs­ten Zu­ge­ständ­nis“, das nur auf SP-Druck zu­stan­de ge­kom­men sei. Für die ÖVP ge­hen die Vor­schlä­ge in­des „in die rich­ti­ge Rich­tung“.

Frei­han­dels-Geg­ner auch nach dem Kom­pro­miss­vor­schlag ak­tu­ell

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