Ein groß­zü­gi­ges An­ge­bot?

Wur­den Ka­ta­log­zu­sa­gen nicht er­füllt, steht den Kun­den ei­ne Ab­schlag­zah­lung in bar zu. Die Hö­he ist schwer zu be­stim­men.

Kleine Zeitung Steiermark - - GESUNDHEIT -

Un­se­re Le­ser ha­ben ei­nen Kurz­ur­laub in ei­nem VierS­ter­ne-Ho­tel in Ma­ria­zell mit Well­ness-Be­reich um 954 Eu­ro ge­bucht; als sie im Ho­tel ein­tra­fen, war die Ent­täu­schung aber groß: Beim Ho­tel wuss­te man näm­lich nichts von ei­ner Bu­chung der Gäs­te.

In al­ler Ei­le wur­de ei­ne Al­ter­na­ti­ve ge­sucht und die­se auch ge­fun­den: Als Er­satz wur­de ein „Drei-Stern-Ho­tel oh­ne Well­ness­be­reich und mit nicht so schö­nen, mo­der­nen Zim­mern“of­fe­riert. Der Rei­se­ver­an­stal­ter bot den Gäs­ten als Trost­pflas­ter ei­nen Bar­scheck über 100 Eu­ro an. „Sol­len wir uns mit die­sem ,groß­zü­gi­gen An­ge­bot‘ ab­spei­sen las­sen? Ich fin­de die­sen Be­trag ei­gent­lich lä­cher­lich!“, frag­te uns die Kon­su­men­tin.

Laut der Kon­su­men­ten­schüt­ze­rin der Ar­bei­ter­kam­mer, Bet­ti­na Schritt­wie­ser, schul­det der Rei­se­an­bie­ter „den Er­folg“. Al­so müs­sen die Leis­tun­gen aus den Bu­chungs­un­ter­la­gen mit je­nen ver­gli­chen wer­den, die tat­säch­lich er­bracht wur­den. So könn­ten et­wai­ge Män­gel fest­ge­stellt wer- den. Die­se wur­den bis auf Näch­ti­gung und Früh­stück und den feh­len­den Well­ness­be­reich ein­ge­hal­ten. „Die Unan­nehm­lich­kei­ten bei der An­rei­se auf­grund des stun­den­lan­gen War­tens auf das Be­reit­stel­len ei­nes Er­satz­quar­tiers kön­nen auch zu Ent­schä­di­gungs­zah­lun­gen füh­ren“, er­klärt die Ju­ris­tin.

Ist die an­ge­bo­te­ne Zah­lung al­so als groß­zü­gig oder lä­cher­lich zu wer­ten?

Je­ne Pro­zent­sät­ze für Rei­se­preis­min­de­run­gen im Ge­währ­leis­tungs­fall, die der „Wie­ner Lis­te“oder der „Frank­fur­ter Ta­bel­le“ent­nom­men wer­den kön­nen, sei­en „le­dig­lich Ori­en­tie­rungs­hil­fen“, er­klärt Schritt­wie­ser und fol­gert: „Ei­ne Preis­min­de­rung von 10 bis 20 Pro­zent ist im Fal­le Ih­rer Le­se­rin rea­lis­tisch, wo­bei die­se, macht man die An­sprü­che für die Stö­rung der Nacht­ru­he gel­tend, nur für die rest­li­chen zwei Näch­te be­rech­net wer­den kön­nen.“

Be­trach­tet man die an­ge­bo­te­nen 100 Eu­ro, be­fin­den sich die­se al­so am un­te­ren Rand der von der Ex­per­tin be­rech­ne­ten Zah­lung.

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