Kleine Zeitung Steiermark

Mit tie­fen Gra­vu­ren im

Sonja Har­ter zeigt sich in ih­rem drit­ten Ly­rik­band rei­fer denn je als Kom­po­nis­tin brü­chi­ger Le­bens­me­lo­di­en.

- MICHA­EL TSCHIDA BIOGRAPHIE UND RADIOTIPP

Im Jahr 2004 such­te die Klei­ne Zei­tung nach „Mor­gen-Ster­nen“, al­so nach leuch­ten­den Ta­len­ten, de­nen wir ei­ne gro­ße Zu­kunft pro­phe­zei­ten. Zu die­ser Zeit ging Sonja Har­ters Stern ge­ra­de auf. Da­mals erst 21, war die Gra­ze­rin schon zu ei­ner im bes­ten Sin­ne des Wor­tes merk­wür­di­gen Stim­me der jun­gen Li­te­ra­tur­sze­ne he- Sonja Har­ter, ge­bo­ren am 16. 2. 1983 in Graz, lebt heu­te in Wi­en. Seit 2001 Ver­öf­fent­li­chun­gen, bis­her zwei Ly­rik­bän­de bei Ley­kam, et­li­che Li­te­ra­tur­prei­se. Kul­tur­re­dak­teu­rin bei der APA/Aus­tria Pres­se Agen­tur. ein­stich­spu­ren.word­press.com

Die Gra­zer Burg­schau­spie­le­rin Stefanie Dvor­ak liest aus „ land­par­tiestor­no“. Die Mu­sik kommt vom ECM-Al­bum „ Leu­cocy­te“des schwe­di­schen Pia­nis­ten Esbjörn Svens­son, der 2008 beim Tau­chen töd­lich ver­un­glück­te. ran­ge­wach­sen. Frie­de­ri­ke May­rö­cker und Al­f­red Kol­le­ritsch – selbst Or­fea und Or­feo – för­der­ten den Wuchs noch und stell­ten so­mit Qua­li­täts­gü­te­sie­gel aus.

Nicht erst jetzt, nach fast elf Jah­ren, kann man Har­ter ge­trost als Fix­stern am hei­mi­schen Li­te­ra­tur­him­mel be­trach­ten. Und das, ob­wohl sich die ehe­ma­li­ge Ger­ma­nis­tik- und Sla­wis­tik­stu­den­tin ei­gent­lich rar­macht. Taucht sie aber auf, dann groß. So et­wa seit Sep­tem­ber an den Fas­sa­den des Gra­zer Kunst­hau­ses: ich kenn das nicht. / das kenn ich nicht. / noch nicht. / nicht. / ir­gend­wann / kenn ich das auch.

„Ir­ri­ta­ti­on“hat Har­ter für die­se rie­si­gen Text­in­stal­la­tio­nen ver­spro­chen. Be­müht man die la­tei­ni­sche Her­kunft „ir­ri­t­are“, gilt das für ih­re ge­sam­te Ly­rik: Denn Reiz, An­re­gung, Be­we­gung ste-

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