WORT Ge­fähr­der, der

Kleine Zeitung Steiermark - - BLICK IN DEN TAG -

STICH

aut In­nen­mi­nis­te­ri­um gilt je­mand nach Pa­ra­graf 16 des Si­cher­heits­po­li­zei­ge­set­zes als Ge­fähr­der, der im Ver­dacht steht, ei­nen ge­fähr­li­chen An­griff zu be­ge­hen. Es ge­he da­bei um Prä­ven­ti­on, um die Ab­wehr ei­nes dro­hen­den Ver­hal­tens. Beim Be­griff Ge­fähr­der hand­le es sich nicht um ei­ne so­ge­nann­te „Le­gal­de­fi­ni­ti­on“, son­dern um ei­nen „Dis­kus­si­ons­be­griff “, der von Deutsch­land aus auch sei­nen Weg nach Ös­ter­reich fand. Das Wort Ge­fähr­der stand 2009 erst- mals im Recht­schreib­du­den, de­fi­niert wird der Be­griff dort mit „Per­son, von der ei­ne Ge­fahr für die öf­fent­li­che Si­cher­heit aus­ge­hen könn­te“. Der deut­sche Lin­gu­ist Mar­tin Haa­se kri­ti­siert, dass Ge­fähr­der in ei­nen Topf mit Ver­däch­ti­gen und Straf­tä­tern ge­wor­fen wer­den. Da ge­gen sie kei­ne kon­kre­ten Hin­wei­se vor­lie­gen, sei­en sie letzt­lich aber Un­schul­di­ge. Der Be­griff Ge­fähr­der ge­rät für den Lin­gu­is­ten in Kon­flikt mit der Un­schulds­ver­mu­tung. Ma­nue­la Swo­bo­da

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