WORT Ne­po­tis­mus, der

Kleine Zeitung Steiermark - - MITTWOCH, 11. JÄNNER 2017 -

STICH

Ne­po­tis­mus hat im deutsch­spra­chi­gen Raum et­li­che mund­art­li­che Ent­spre­chun­gen, die die Be­son­der­hei­ten der je­wei­li­gen Ge­sell­schaft tref­fend her­aus­strei­chen. Freun­derl­wirt­schaft in Ös­ter­reich, Spezl­wirt­schaft in Bay­ern, Klün­gel im Rhein­land, Vet­ter­li- oder Vet­tern­wirt­schaft in der Schweiz und in Rest­deutsch­land. Letz­te­res trifft den Be­griff Ne­po­tis­mus am ge­nau­es­ten, da der la­tei­ni­sche Ur­sprung Ne­pos schlicht Nef­fe heißt, sich aber auch aus dem Grie­chi­schen ab­lei­ten lie­ße. Der Hoch­adel in Eu­ro­pa ver­such­te über Jahr­hun­der­te, Ein­fluss und Macht­er­halt über Ehe­schlie­ßun­gen zu si­chern. Ver­sor­gungs­pos­ten für Ver­wand­te, die ei­nem ei­nen Ge­fal­len schul­den, sind im­mer wie­der ein Pro­blem in der Po­li­tik. Ei­nes der be­rühm­tes­ten Bei­spie­le der Ver­gan­gen­heit stammt üb­ri­gens eben­falls aus den USA: Prä­si­dent John F. Ken­ne­dy mach­te sei­nen Bru­der Ro­bert zum Jus­tiz­mi­nis­ter.

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