LEIT­AR­TI­KEL Über­ra­schung blieb aus

Do­nald Trump bleibt sich treu. Der de­si­gnier­te Prä­si­dent hat in der ers­ten Pres­se­kon­fe­renz we­nig Brauch­ba­res ge­lie­fert. Da­für aber sein Au­ßen­mi­nis­ter. Be­ru­hi­gend ist das nicht.

Kleine Zeitung Steiermark - - MEINUNGEN 13 - Da­mir Fras re­dak­ti­on@klei­ne­zei­tung.at

Der Ge­gen­satz könn­te nicht grö­ßer sein. Gera­de hat sich Ba­rack Oba­ma mit ei­ner stil­vol­len Re­de von sei­nen Lands­leu­ten ver­ab­schie­det und be­wie­sen, dass man klu­ge Sa­chen auch sa­gen kann, oh­ne Schaum vor dem Mund zu ha­ben. Dann kam aber Do­nald Trump, der En­de nächs­ter Wo­che den Amts­eid als 45. Usprä­si­dent schwö­ren wird. Er mach­te schnell die Hoff­nun­gen zu­nich­te, dass die­ser Re­de­stil auch in Zu­kunft Be­stand­teil des po­li­ti­schen Dis­kur­ses in den USA sein wird. Das Ge­gen­teil ist der Fall. Wäh­rend sei­ner ers­ten Pres­se­kon­fe­renz seit Mo­na­ten hat sich der 70-Jäh­ri­ge ge­bär­det und ge­äu­ßert wie ein pu­ber­tie­ren­der Ju­gend­li­cher. Wer noch Hoff­nun­gen hat­te, dass sich der pö­beln­de Wahl­kämp­fer in ei­nen be­son­ne­nen Staats­mann ver­wan­deln wird, der soll­te die­se Hoff­nun­gen bes­ser fah­ren las­sen. Trump ist Trump. Er bleibt sich und sei­nem Stil treu, auch wenn das stil­los ist.

Stil­pro­ble­me könn­te die Welt noch ver­kraf­ten, wä­re da nicht die Tat­sa­che, dass die USA auch un­ter Trump ei­ne Su­per­macht blei­ben wer­den und ih­re Au­ßen­po­li­tik geo­po­li­ti­sche Be- deu­tung hat. In die­ser Hin­sicht lässt sich nur sa­gen, dass sich noch nichts sa­gen lässt.

Als der de­si­gnier­te Us-au­ßen­mi­nis­ter Rex Til­ler­son jetzt im Us-se­nat ge­fragt wur­de, ob er denn das The­ma Russ­land schon mit sei­nem künf­ti­gen Chef be­spro­chen ha­be, sag­te der bis­he­ri­ge Öl-ma­na­ger, das sei noch nicht ge­sche­hen. Das ist zu­min­dest au­ßer­ge­wöhn­lich, wenn nicht so­gar be­un­ru­hi­gend. Man möch­te doch mei­nen, dass Russ­lands Ver­wick­lung in den Ukrai­ne-kon­flikt und in den sy­ri­schen Bür­ger­krieg ei­ne Wo­che vor Amts­an­tritt des neu­en Us-prä­si­den­ten schon ein­mal The­ma ei­ner in­ter­nen Be­spre­chung ge­we­sen sein soll­te. Das war es aber nicht. So lässt sich wei­ter nur spe­ku­lie­ren, ob die USA künf­tig noch ei­ne be­re­chen­ba­re Au­ßen­po­li­tik ma­chen wer­den.

Der de­si­gnier­te Au­ßen­mi­nis­ter gab im­mer­hin ein paar Hin-

Wwei­se. Es könn­te sein, dass die USA ih­re Sank­tio­nen ge­gen Russ­land we­gen der Krim-anne­xi­on über­den­ken. Das wür­de zu Til­ler­son pas­sen. Er war als Chef des Öl­kon­zerns Exxon nicht nur ein gu­ter Ge­schäfts­part­ner rus­si­scher Ener­gie­un­ter­neh­men, son­dern von Be­ginn an auch ge­gen die in­ter­na­tio­na­len Straf­maß­nah­men. Soll­te es tat­säch­lich zu ei­ner Auf­he­bung der Sank­tio­nen kom­men, wä­re das ei­ne ers­te schwe­re Be­las­tungs­pro­be für das Ver­hält­nis der USA mit Eu­ro­pa. ahr­schein­lich wer­den auch die Be­mü­hun­gen der USA im Kampf ge­gen den Kli­ma­wan­del spür­bar nach­las­sen. Til­ler­son sag­te, der Kli­ma­wan­del sei kei­ne aku­te Be­dro­hung für die na­tio­na­le Si­cher­heit der USA. Das ver­heißt nichts Gu­tes für in­ter­na­tio­na­le Ab­ma­chun­gen. Im Ge­gen­satz zu sei­nem künf­ti­gen Prä­si­den­ten hat sich Til­ler­son al­ler­dings schon ein­deu­tig zur Na­to be­kannt. Doch das Be­kennt­nis Til­ler­sons nützt we­nig. In den USA be­stimmt der Prä­si­dent die Rich­tung der Au­ßen­po­li­tik. Das ist dem­nächst Do­nald Trump, von dem die Welt noch we­nig Brauch­ba­res ge­hört hat.

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