Vom Ge­richts­saal di­rekt in die U-haft

Wäh­rend über ihr Ur­teil im Böl­ler­pro­zess be­ra­ten wur­de, ver­such­ten Va­ter und Sohn neue il­le­ga­le Böl­ler zu ver­ste­cken.

Kleine Zeitung Steiermark - - STEIERMARK | 19 -

Va­ter bei der Ex­plo­si­on star­ben, ist un­s­trit­tig. Der Lei­chen­hund schlug an 21 Stel­len in den Rui­nen der il­le­ga­len Pro­duk­ti­ons­stät­te an. Staats­an­walt Alex­an­der Bir­rin­ger hat die An­kla­gen ge­gen acht Per­so­nen im Lau­fe des Ver­fah­rens mehr­fach aus­ge­wei­tet. Der Er­stan­ge­klag­te, ein 33-jäh­ri­ger Py­ro­tech­nik-un­ter­neh­mer, und al­le sie­ben Mit­an­ge­klag­ten ha­ben ne­ben an­de­ren De­lik­ten vor al­lem vor­sätz­li­che Ge­mein­ge- fähr­dung we­gen Pro­duk­ti­on, La­ge­rung bzw. Trans­port der Böl­ler zu ver­ant­wor­ten.

„In der Bran­che gibt es ab­so­lut kein Un­rechts­be­wusst­sein“, be­tont der Staats­an­walt. Kin­der sei­en beim Stop­fen der Böl­ler an­we­send ge­we­sen. Die Ein­satz­kräf­te hät­ten un­ge­warnt un­ter Le­bens­ge­fahr hun­dert Ki­lo nicht ex­plo­dier­ter Böl­ler ber­gen „dür­fen“. Es sei ver­tuscht, ver­steckt und ge­lo­gen wor­den. Stren­ge Strafen sei­en nö­tig, um ein Si­gnal zu set­zen. Am spä­ten Nach­mit­tag ver­kün­det der Schöf­fen­se­nat die dif­fe­ren­zier­ten Ur­tei­le: acht Jah­re Haft für den Er­stan­ge­klag­ten. Har­te Strafen auch für Va­ter Karl und Sohn Andre­as St.: sechs Jah­re. Der Bru­der des To­ten be­kommt drei Jah­re (da­von zwei be­dingt), ein Hel­fer zwei Jah­re (16 Mo­na­te be­dingt). Die Le­bens­ge­fähr­tin des To­ten wird zu zehn Mo­na­ten be­dingt ver­ur­teilt – sie nimmt als ein­zi­ge das Ur­teil an. Zwei wei­te­re An­ge­klag­te er­hal­ten drei Jah­re Haft (da­von zwei be­dingt).

Der „Knall­ef­fekt“folgt da­nach: Der Staats­an­walt be­an­tragt U-haft für Karl und Andre­as St., die in der Mit­tags­pau­se ver­sucht ha­ben, Schach­teln mit Böl­lern zu ver­ste­cken, für die sie kein Ce-zer­ti­fi­kat ha­ben. Am La­ger­con­tai­ner war­te­te schon die Po­li­zei im Auf­trag der BH. Va­ter und Sohn wan­dern we­gen Tat­be­ge­hungs­ge­fahr auf An­ord­nung der Vor­sit­zen­den ei­ne Tür wei­ter di­rekt in die Jus­tiz­an­stalt Ja­ko­mi­ni.

Die Zer­stö­rung macht das Aus­maß der Ge­fahr be­wusst, der auch die Ein­satz­kräf­te aus­ge­setzt wa­ren PHIL­IPP

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