Herr To­hu und Frau Wa­bo­hu

Kleine Zeitung Steiermark - - KULTUR | 65 - Micha­el Tschi­da micha­el.tschi­da@klei­ne­zei­tung.at

Man war am Don­ners­tag et­was ver­wun­dert: Ja, ei­ne Ra­ri­tät, aber im­mer­hin das al­ler­ers­te Mal in Graz zu hö­ren! Ja, ein weit­ge­hend un­be­kann­ter Puc­ci­ni, aber eben ein Puc­ci­ni! Ja, kein in­ter­na­tio­na­ler Star als Sän­ger, aber als Re­gis­seur!

Je­den­falls blie­ben beim Pre­mie­ren­abend „La Ron­di­ne“et­li­che Sit­ze in der Gra­zer Oper leer. Selbst Ro­lan­do Vil­la­zón als Zug­pferd hat­te da nicht hel­fen kön­nen.

Ur­sa­chen sind nie ein­di­men­sio­nal, aber dies­mal ha­ben sich die Büh­nen selbst ein Ei ge­legt. Was heißt?! Drei Eier! Pre­mie­re im Opern­haus, Pre­mie­re im Schau­spiel­haus und Pre­mie­re im Next Li­ber­ty an ein und dem­sel­ben Abend, das muss man erst ein­mal zu­sam­men­brin­gen! Da hat­ten of­fen­bar Herr To­hu und Frau Wa­bo­hu die Pla­nung in der Hand.

Ab­ge­se­hen da­von, dass man da­mit si­cher et­li­che Dop­pel­abon­nen­ten ver­är­gert hat, al­so die engs­ten und treu­es­ten Kun­den: So­wohl aus dem Opern­haus als auch aus dem Schau­spiel­haus hört man im­mer wie­der lau­tes Äch­zen über Aus­las­tun­gen, sin­ken­de Abo­zah­len, schwer zu ver­lo­cken­de Neu­kun­den.

Qua­li­tä­ten und Be­set­zun­gen in den Gra­zer Häu­sern stim­men zu­meist, wie al­lein die bei­den Kri­ti­ken auf die­ser Sei­te be­wei­sen. Aber die wich­tigs­te Qua­li­tät und Be­set­zung im Kul­tur­be­trieb ist und bleibt das Pu­bli­kum.

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