„Kei­ner hät­te mich ge­putzt!“

Pe­ter Fill war im Vor­jahr der Sie­ger auf der Streif – in die Schlag­zei­len ka­men aber die, die ge­stürzt sind. Was den Süd­ti­ro­ler nach wie vor ein we­nig kränkt.

Kleine Zeitung Steiermark - - SPORT - Von Micha­el Schu­en

Der ers­te Weg von Pe­ter Fill in Kitz­bü­hel an die­sem Mon­tag war vor­ge­ge­ben: „So schnell wie mög­lich ins Renn­bü­ro. Weil im Vor­jahr war ich da der Ers­te, hab ein Schnapsl ge­trun­ken mit al­len – und die ha­ben mir ge­sagt, dass der Ers­te, der kommt und ei­nes trinkt, ge­winnt.“Fill ge­wann das Ren­nen und woll­te das Pro­ze­de­re in die­sem Jahr un­be­dingt wie­der­ho­len. „Aber ich war nur Zwei­ter“, er­zähl­te er, „Tra­vis Ga­nong war vor mir da.“Um dann grin­send zu er­gän­zen: „Aber er hat aufs Schnapsl ver­ges­sen!“

Fill ist gut ge­launt in Kitz­bü­hel, wo er sich im Vor­jahr sei­nen viel­leicht größ­ten Traum er­füll­te – den Sieg auf der Streif. In ei­nem Ren­nen, das aber we­gen der vie­len Stür­ze haupt­säch­lich ne­ga­tiv in die Schlag­zei­len kam. Zum Är­ger des 33Jäh­ri­gen. „Na klar wa­ren die Be­din­gun­gen schwie­rig, aber wann sind sie das hier nicht“, sagt er und fügt im Brust­ton der Über­zeu­gung in brei­tem Süd­ti­ro­le­risch hin­zu. „An die­sem Tag hät­te mich kei­ner ge­putzt!“Svindal sei schon hin­ter ihm ge­le­gen, als er „ge­ku­gelt“sei, wie er sagt. Auch Hannes Rei­chelt, der „so viel ris­kie­ren woll­te, weil er bis da­hin schlecht war. Aber da kriegst du auf der Streif gleich die Rech­nung.“ Na­tür­lich will auch Fill die Kon­kur­ren­ten ge­sund im Ziel se­hen. „Kei­ner freut sich, wenn ein Kol­le­ge ku­gelt. Und ich hät­te es lie­ber ge­habt, wenn al­le ins Ziel ge­kom­men wä­ren und hin­ter mir Zwei­ter ge­we­sen wä­ren. Weil, wie ge­sagt: Ich hät­te so oder so ge­won­nen, das ist si­cher!“Es kränkt ihn, dass ab­ge­bro­chen wur­de, denn die Ver­hält­nis­se „wa­ren im­mer gleich. Je­der hat­te die­sel­ben Vor­aus­set­zun­gen.“

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.