Wi­der das Pro­to­koll

Gast­spiel er­grün­det die Eck­pfei­ler der Iden­ti­tät.

Kleine Zeitung Steiermark - - KULTUR -

SCHAU­SPIEL­HAUS GRAZ

Das Zwei­per­so­nen­stück „The Word Was God“des Bri­ten Kit Reds­to­ne setzt dort an, wo wir al­le schon ein­mal wa­ren und doch nie sein woll­ten: in der Te­le­fon­war­te­schlei­fe ei­nes Call­cen­ters. Hier un­ter­steht al­les ei­nem strik­ten Pro­to­koll, und die Kon­ver­sa­ti­on folgt ei­ner strin­gen­ten tech­ni­schen Lo­gik. Für Victor, ge­spielt von Reds­to­ne, öff­net sich ein Irr­gar­ten, der ihn letzt­lich zu sich selbst führt. Sel­bi­ges gilt für die re­li­giö­se Frie­da (Nin­ja Rei­chert) an der an­de­ren Sei­te der Lei­tung. Als sie „nach ei­ge­nem Er­mes­sen“han­deln müss­te, um Victor (for­mals Vic­to­ria) zu hel­fen, bricht die see­len­lo­se Kom­mu­ni­ka­ti­on auf und die Em­pa­thie löst die Flos­kel ab.

Der Be­ginn lässt Sper­ri­ges er­war­ten, doch da­mit hält sich Re­gis­seu­rin Li­na Höl­scher in ih­rer Ins­ze­nie­rung nicht auf. Aus ein­fachs­ten Mit­teln ent­wi­ckel­te sie mit spiel­freu­di­gen Darstel­lern ei­nen rei­zen­den Abend, der sich um die The­men Trans­gen­der, Iden­ti­tät und Re­li­gi­on dreht. Da­ni­el Had­ler The Word Was God. Eng­lisch mit Un­ter­ti­teln. Mor­gen, 20.30 Uhr, Haus Drei, Schau­spiel­haus Graz. Kar­ten: Tel. (0316) 8000. schau­spiel­haus-graz.com

Ein Ge­spräch mit Tief­gang und Un­ter­hal­tungs­wert EDI HABERL

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