Psy­chisch kran­ker Gra­zer schä­digt Ga­le­ri­en und Lokale oh­ne Stra­fe

Über 160.000 Eu­ro Scha­den in Gra­zer Lo­ka­len und Kunst­ga­le­ri­en. Laut Gut­ach­ten wird der Tä­ter als nicht schuld­fä­hig be­schrie­ben. Scha­den wird nicht er­setzt.

Kleine Zeitung Steiermark - - GRAZ - Von Di­di Hub­mann

Ein Zech­prel­ler bringt Un­ru­he in die stei­ri­sche Lan­des­haupt­stadt. Was bei sei­nen Ta­ten noch er­schwe­rend hin­zu­kommt: Er kann da­für bis heu­te nicht ver­ant­wort­lich ge­macht wer­den. Laut Gut­ach­ten gilt er – ver­ein­facht er­klärt – als nicht zu­rech­nungs­fä­hig. Schä­den kön­nen nicht be­gli­chen wer­den, der Tä­ter kommt auch nicht in Haft – ein ent­spre­chen­des Ur­teil in ei­nem Fall liegt der Klei­nen Zei­tung vor.

Der Mann war in be­kann­ten Gra­zer Lo­ka­len un­ter­wegs. In ei­nem fei­er­te er zum Bei­spiel ei­ne rie­si­ge Par­ty mit Dut­zen­den Per­so­nen, der Scha­den be­läuft sich al­lei­ne dort auf meh­re­re Tau­send Eu­ro.

Bei ei­ner Gra­zer Kunst­ga­le­rie soll er au­ßer­dem Bil­der im Wert von 147.000 Eu­ro her­aus­ge­lockt („un­ter der Vor­ga­be, die­se er­wer­ben zu wol­len“) und nie be­zahlt ha­ben. Die Bil­der wur­den an­geb­lich si­cher­ge­stellt und zu­rück­ge­bracht. Bei ei­ner an­de­ren Ga­le­rie konn­te er zwei Kunst­wer­ke/ge­mäl­de im Wert von 6000 Eu­ro „be­trü­ge­risch er­wir­ken“. Al­len Fäl­len ge­mein, wenn man mit Op­fern des Gra­zers spricht: Im­mer wie­der be­ein­druck­te der Mann mit sei­nem gu­ten Auf­tre­ten („Er hat das wirk­lich ele­gant ge­macht, mit Charme, er ist sehr prä­zi­se“) und sei­ner Face­book-sei­te.

Au­ßer­dem er­wähn­te er bei Ge­sprä­chen im­mer wie­der den Na­men ei­ner be­kann­ten In­dus­tri­el­len­fa­mi­lie – und dass er lei- ten­der An­ge­stell­ter ei­ner be­kann­ten Fir­ma sei. So buch­te er die Par­tys.

Aber die Ze­che zahl­te im­mer der Wirt.

Ein Gut­ach­ten er­gab letzt­lich, dass er zum Tat­zeit­punkt nicht zu­rech­nungs­fä­hig ge­we­sen sei, und auf­grund ei­ner tief grei­fen­den Be­wusst­seins­stö­rung („bi­po­lar-af­fek­ti­ve Stö­rung mit ma­ni­scher Epi­so­de zu den Tat­zeit­punk­ten“) nicht in der La­ge sei, das Un­recht sei­ner Ta­ten ein­zu­se­hen – hieß es vor Ge­richt. Da­mit konn­te er eben nicht be­straft oder ein­ge­sperrt wer­den.

Der Be­schul­dig­te gab laut Ge­richts­ak­ten auch an, dass es auf­grund von neu­en Me­di­ka­men­ten zu ei­ner Bes­se­rung sei­nes Zu­stan­des ge­kom­men sei. Das wird be­zwei­felt. Und: Ak­tu­ell soll in ei­nem Re­stau­rant

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