Es­ka­lier­ter Ein­satz brach­te Po­li­zist vor Ge­richt

Ein Po­li­zist muss­te sich ges­tern we­gen Kör­per­ver­let­zung und Amts­miss­brauchs ver­ant­wor­ten. Pro­zess wur­de ver­tagt.

Kleine Zeitung Steiermark - - STEIERMARK - Von Ka­trin Schwarz

Ein „Ba­ga­tell­ein­satz“, wie es der An­walt des an­ge­klag­ten Po­li­zis­ten for­mu­lier­te, sei es an­fangs ge­we­sen. Die­ser hat­te ges­tern am Gra­zer Straf­lan­des­ge­richt vor ei­nem Schöf­fen­se­nat al­ler­dings ein ju­ris­ti­sches Nach­spiel. Dem Po­li­zis­ten – seit dem Vor­fall im No­vem­ber 2015 au­ßer Di­enst – wur­de vor­ge­wor­fen, bei dem Ein­satz ei­ne Frau ver­letzt und sei­ne Amts­stel­lung aus­ge­nützt zu ha­ben.

Aus­lö­ser für den Po­li­zei­ein­satz war der Wir­bel in ei­ner Woh­nung, den der Haus­ver­wal­ter ge­mel­det hat­te. Das hat die Mie­te­rin der be­tref­fen­den Woh­nung – sie hat­te 2,5 Pro­mil­le im Blut – of­fen­bar er­regt. Der Aus­druck „Scheiß Kie­be­rer“sei ge­fal­len und der Po­li­zist ha­be das Ge­fühl ge­habt, dass die Frau mit ih­ren ges­ti­ku­lie­ren­den Be­we­gun­gen den Haus­ver­wal­ter und auch ihn be­droht ha­be. Auch ei­ne Ohr­fei­ge ha­be der Po­li­zist ge­spürt und die Frau dar­auf­hin we­gen ei­nes An­griffs auf ei­nen Be­am­ten fest­ge­nom­men. Aus be­sag­ter Ohr­fei­ge, die der Fest­nah­me­grund war, wur­de ges­tern vor Ge­richt al­ler­dings ei­ne „Wisch­be­we­gung“. Dann über­schlu­gen sich die Er­eig­nis­se: „Ich ha­be ih­re Hand re­flex­ar­tig er­fasst und sie an mir vor­bei­ge­zo­gen. Da­durch ist sie ge­stürzt“, schil­der­te der An­ge­klag­te den Her­gang. „Das hät­te mir nicht pas­sie­ren dür­fen“, gibt er zu und zeig­te sich zur Kör­per­ver­let­zung ge­stän­dig. Beim Ab­füh­ren kam es im Stie­gen­haus zu ei­nem wei­te­ren Sturz: „Er hat mich am Bauch über meh­re­re Stu­fen her­un­ter­ge­zo­gen“, er­in­ner­te sich die Be­trof­fe­ne, die ge­gen den Po­li­zis­ten Miss­hand­lungs­vor­wür­fe er­ho­ben hat­te, dra­ma­ti­scher an den Vor­fall. Auf dem Bauch lie­gend wur­de die Ver­letz­te auch noch per­lus­triert.

Mit der Po­li­zei hat die Frau öf­ter zu tun, zu­letzt vor zwei Wo­chen. Auch da hat­te sie Miss­hand­lungs­vor­wür­fe ge­gen ei­nen Po­li­zei­be­am­ten er­ho­ben. Laut Pro­to­koll mit den Wor­ten: „Du bist der Nächs­te, den i ver­senk.“– Sie hät­te schon ein­mal da­für ge­sorgt, dass ein Po­li­zist sei­nen Di­enst nicht mehr ver­se­hen darf, ha­be sie dort laut Po­li­zei­pro­to­koll ge­sagt. „Ein ge­wis­ses Kon­flikt­po­ten­zi­al ha­ben Sie doch mit der Po­li­zei“, at­tes­tiert Rich­te­rin Eli­sa­beth Ju­schitz der Zeu­gin.

Tat­sa­chen­wid­rig war laut An­kla­ge auch ei­ne ge­fähr­li­che Dro­hung, die der Po­li­zist in sei­nen Be­richt schrieb: „Wenn ich je­man­dem ein Ver­hal­ten an­dich­te, ist es Amts­miss­brauch“, führ­te der Staats­an­walt aus. – „Der Amts­ver­merk war nicht fer­tig und auch nicht un­ter­schrie­ben“, ent­geg­ne­te der An­ge­klag­te. Die Ver­hand­lung wur­de ver­tagt, ein Ortsau­gen­schein soll fol­gen.

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.