Glei­che und Un­glei­che­re

Kleine Zeitung Steiermark - - KULTUR | 81 - Von Michael Tschi­da michael.tschi­da@klei­ne­zei­tung.at

EKs gibt ja doch ei­ne In­sti­tu­ti­on, in der die Quo­ten­re­ge­lung ein­wand­frei und ge­recht funk­tio­niert: die Ehe!

Nein, im Ernst. Es ist noch enorm viel zu tun beim Ver­tei­lungs­schlüs­sel und bei der Gleich­be­hand­lung von Mann und Frau. Die un­ter­schied­li­che Ent­loh­nung von glei­cher Ar­beit in fast al­len Be­rei­chen ist nur die auf­fäl­ligs­te und skan­da­lö­ses­te Kluft. Und war­um die­se in Ge­sell­schaf­ten, die sich mo­dern nen­nen, nicht längst per Ge­setz über­brückt ist, dar­über kann man sich nur wun­dern, är­gern.

Wie Gleich­be­hand­lung aber zur Un­gleich­be­hand­lung wird, be­zeu­gen Pos­ten­be­set­zun­gen in öf­fent­li­chen Äm­tern wie nun je­ne beim Haus der Ge­schich­te in Wi­en: Mo­ni­ka Som­mer-sieg­hart und Ot­to Hoch­rei­ter wa­ren in der en­ge­ren Kan­di­da­ten­lis­te ex ae­quo erst­ge­reiht. Das Ge­setz be­sagt aber, dass Frau­en bei glei­cher Qua­li­fi­ka­ti­on be­vor­zugt wer­den. lingt ir­gend­wie nach „Ani­mal Farm 2.0“und be­schä­digt wie in vie­len ähn­li­chen Fäl­len bei­de: Er läuft als Ers­ter ins Ziel, weiß aber schon, dass er oh­ne Schuld dis­qua­li­fi­ziert wird ... Und sie hat „eh nur“ge­won­nen, weil sie ei­ne Frau ist ...

Um Miss­ver­ständ­nis­sen vor­zu­beu­gen: Wir gra­tu­lie­ren Mo­ni­ka Som­mer-sieg­hart ganz herz­lich zu ih­rer neu­en Auf­ga­be. Weil sie ei­ne kom­pe­ten­te, er­fah­re­ne, dy­na­mi­sche Ex­per­tin ist. Und nicht, weil sie ei­ne Frau ist.

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