Lei­den­schaft und Er­folg sind an­ste­ckend

Der Sie­ges­lauf von Ös­ter­reichs Fuß­ball-frau­en bei der Eu­ro­pa­meis­ter­schaft ist Bal­sam für die See­le der Na­ti­on. Er be­dient den Pa­trio­tis­mus und hebt das Selbst­wert­ge­fühl, ana­ly­siert Sport­psy­cho­lo­ge Alois Kog­ler.

Kleine Zeitung Steiermark - - THEMA DES TAGES -

ha­ben und dro­hen in ei­ner kol­lek­ti­ven Ab­ge­stumpft­heit zu gip­feln und da­mit nicht mehr auf­zu­re­gen.

Trau­rig. Be­ängs­ti­gend.

Mit­ten­drin in die­ser Flut an Ne­ga­tiv­nach­rich­ten aber das: „Ös­ter­reichs Frau­en schrei­ben Fuß­ball-ge­schich­te!“Von ei­nem Som­mer­mär­chen ist die Re­de. Ein Mär­chen, das seit zwei Wo­chen in den Nie­der­lan­den ge­schrie­ben wird und das in der Hei­mat der rot-weiß-ro­ten Prot­ago­nis­tin­nen längst je­der kennt. Das je­den be­geis­tert und mit gro­ßer Span­nung dar­auf war­ten lässt, wie es wei­ter­geht. Em-de­bü­tant, Grup­pen­sie­ger, Halb­fi­nal-ein­zug – ist da viel­leicht so­gar noch mehr mög­lich?

Ja, Ös­ter­reich ist der­zeit Frau­en-fuß­ball. Und das be­legt ei­ne Alar­mie­rend. Or­fein­schalt­zif­fer, wie man sie sonst nur von der Kitz­bü­hel-ab­fahrt kennt: 1,2 Mil­lio­nen Zu­se­her beim Elf­me­ter­schie­ßen im Vier­tel­fi­na­le ge­gen die Spa­nie­rin­nen. Doch Ös­ter­reich ist in die­sen Ta­gen noch mehr. Ös­ter­reich ist stolz. Stolz auf ein Team, das die so oft ge­prü­gel­te ös­ter­rei­chi­sche Sport­see­le aus ih­rem – nach in­ter­na­tio­na­len Maß­stä­ben – Schat­ten­da­sein em­por­hebt.

„Mir fällt da­zu To­ni Sai­ler ein“, sagt der Gra­zer Sport- und Me­dien­s­psy­cho­lo­ge Alois Kog­ler. „In ei­ner Zeit, in der die Fol­gen des Krie­ges noch spür­bar wa­ren, hat Sai­ler mit sei­nen Skier­fol­gen ein Zei­chen der Fä­hig­keit ge­setzt. Er ver­mit­tel­te den Men­schen, dass wir trotz al­lem fä­hig sind, et­was zu­stan­de zu brin­gen. Auch wenn kei­ner et­brannt was zu den Leis­tun­gen Sai­lers bei­trug.“

wür­de es sich eben die­ser Ta­ge mit dem ös­ter­rei­chi­schen Frau­en-na­tio­nal­team ver­hal­ten. Ein Er­folg, der so­gar die un­ver­bes­ser­lichs­ten Kri­ti­ker, de­ren Mei­nung nach das „Hei­lig­tum Fuß­ball“nur den Män­nern vor­be­hal­ten sein soll­te, ih­re Faust tri­um­phie­rend gen Him­mel stre­cken lässt. „Der Mensch ist ger­ne ein Kri­ti­ker – vor al­lem wenn es um an­de­re

In ei­ner Zeit, in der die Fol­gen des Krie­ges­noch­spür­bar wa­ren, hat To­ni Sai­ler mit sei­nen Ski-er­fol­gen ein Zei­chen der Fä­hig­keit ge­setzt.

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