Wenn der gro­ße Bru­der über die He­cke linst

Die Über­wa­chung ei­nes Grund­stü­ckes mit ei­ner Vi­deo­ka­me­ra ist nicht grund­sätz­lich ver­bo­ten. Be­trof­fe­ne und in­vol­vier­te An­rai­ner ha­ben aber ein Aus­kunfts­recht.

Kleine Zeitung Steiermark - - BESSER LEBEN -

Ist es mei­nem Nach­barn ge­stat­tet, Vi­deo­ka­me­ras an­zu­brin­gen, die auch mein Grund­stück und die Stra­ße er­fas­sen?“, fragt sich ei­ne be­sorg­te Le­se­rin. Sie sei über­haupt nicht in­for­miert dar­über, wel­ches Ob­jek­tiv ver­wen­det wird be­zie­hungs­wei­se, ob ihr Grund­stück oder Tei­le des Grund­stü­ckes ge­filmt wer­den und ob Auf­zeich­nun­gen die­ser viel­leicht an­ge­fer­tig­ten Auf­nah­men exis­tie­ren. „Mein Grund­stück ist nicht sehr groß, da­her ha­be ich kei­ne Mög­lich­keit aus­zu­wei­chen. Der Ge­dan­ke, dass die Ka­me­ra mich mög­li­cher­wei­se über­wacht, ist sehr un­an­ge­nehm“, schließt die Frau.

ist, dass ei­ne Vi­deo­über­wa­chung un­ter an­de­rem dann ge­recht­fer­tigt ist, wenn sie zum Schutz des über­wach­ten Ob­jekts oder der Per­son (samt ih­rer In­ter­es­sen wie ma­te­ri­el­les oder im­ma­te­ri­el­les Ver­mö­gen) vor ge­fähr­li­chen An­grif­fen dient“, er­klärt da­zu Hei­mo Hof­stät­ter. Laut dem Rechts­an­walt kann ei­ne sol­che Über­wa­chung un­ter Um­stän­den auch prä­ven­tiv er­fol­gen. Al­ler­dings dür­fe der Ein­satz der Vi­deo­über­wa­chung nicht un­ver­hält­nis­mä­ßig sein. „Es muss ge­prüft wer­den, ob der zu be­wir­ken­de Zweck nicht auch mit ge­lin­de­ren Mit­teln (Alarm­an­la­ge, Si­cher­heits­tü­ren, Ge­gen­sprech­an­la­gen etc.) er­reicht wer­den könn­te“, so Hof­stät­ter.

Ei­ne Vi­deo­über­wa­chung müs­se ge­ne­rell ge­kenn­zeich­net wer­den. Die Kenn­zeich­nung müs­se ört­lich durch­ge­führt wer­den und ge­eig­net sein, dass je­der po­ten­zi­ell Be­trof­fe­ne die Mög­lich­keit ha­be, der Ka­me­ra aus­zu­wei­chen.

der Vi­deo­über­wa­chung di­gi­tal auf­ge­zeich­net, muss die­se beim Da­ten­ver­ar­bei­tungs­re­gis­ter vor der In­be­trieb­nah­me ge­mel­det wer­den und un­ter­liegt der so­ge­nann­ten Vor­ab­kon­trol­le. Von der Mel­de­pflicht aus­ge­nom­men sind laut Hof­stät­ter Vi­deo­über­wa­chun­gen be­bau­ter Pri­vat­grund­stü­cke in­klu­si­ve Haus­ein­gang und Ga­ra­ge.

„Hat man den Ver­dacht, rechts­wid­rig ge­filmt zu wer­den, steht dem Be­trof­fe­nen ein Aus­kunfts­recht zu“, fügt der Rechts­an­walt an. Wer­de die­ses Aus­kunfts­be­geh­ren in­ner­halb der ge­setz­li­chen Frist (acht Wo­chen ab Ein­gang beim Auf­trag­ge­ber) vom Auf­trag­ge­ber nicht be­ant­wor­tet oder be­haup­tet der Be­trof­fe­ne, dass die er­teil­te Aus­kunft un­voll­stän­dig oder un­rich­tig sei, kann ei­ne Be­schwer­de an die Da­ten­schutz­be­hör­de ein­ge­bracht wer­den.

„Ei­ne Vi­deo­über­wa­chung zum Schutz vor ge­fähr­li­chen An­grif­fen kann auch prä­ven­tiv er­fol­gen.“

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.