Für den Be­frei­ungs­schlag

Der­wech­sel­rei­gen in der zu­letzt an­ge­schla­ge­nen ös­ter­rei­chi­schen So­zi­al­part­ner­schaft geht heu­te wei­ter. Mit Ha­rald Mah­rer rückt auch in der Wirt­schafts­kam­mer ein neu­er Prä­si­dent an die Spit­ze.

Kleine Zeitung Steiermark - - FREITAG, 18. MAI 2018 - Von Clau­dia Haa­se

Ha­rald Mah­rer als Stil­len im Lan­de zu be­zeich­nen, wä­re ein ge­wis­ses Miss­ver­ständ­nis. Auch wenn sich der 45-jäh­ri­ge ehe­ma­li­ge Kurz­zeit­mi­nis­ter für Wis­sen­schaft, For­schung und Wirt­schaft seit An­tritt der neu­en Re­gie­rung im De­zem­ber völ­lig rar ge­macht hat in der Öf­fent­lich­keit.

Die Ram­pen­licht-ab­sti­nenz of­fen­bart ei­ne Sei­te des Övp-po­li­ti­kers, die im täg­li­chen Dau­er­kri­tik-ka­rus­sell als ei­ne hel­le be­trach­tet wer­den darf. Aus Klein­ge­met­zeln hat Mah­rer sich oh­ne­hin im­mer her­aus­ge­hal­ten, er nutz­te die ver­gan­ge­nen Mo­na­te für Hun­der­te Ge­sprä­che mit Un­ter­neh­mern und Mit­ar­bei­tern in der Kam­mer. Gründ­lich vor­be­rei­tet tritt er heu­te in die Fuß­stap­fen Chris­toph Leitls. Die­ser hat­te mit sei­nem aus­ge­präg­ten Kampf­geist oft nicht die vol­le Un­ter­stüt­zung der ei­ge­nen Par­tei.

Der ge­bür­ti­ge Wie­ner Mah­rer ist eng mit Bun­des­kanz­ler Se­bas­ti­an Kurz be­freun­det. 14 Jah­re war der Be­triebs­wirt, So­zi­al- un­d­wirt­schafts­wis­sen­schaft­ler Un­ter­neh­mer, grün­de­te ein For­schungs­und Be­ra­tungs­un­ter­neh­men, war Teil­ha­ber ei­ner Pr-agen­tur, be­vor er 2014 in die Po­li­tik ging und nun wie­der ger­ne die Sei­te wech­selt.

Die gleich­zei­ti­gen Neu­be­set­zun­gen der Prä­si­den­ten in Ar­bei­ter­kam­mer, Land­wirt­schafts­kam­mer und in der Ge­werk­schaft bie­ten ei­ne un­ge­wöhn­lich gro­ße Chan­ce auf ei­ne Runder­neue­rung der So­zi­al­part­ner­schaft, im Sin­ne ei­ner Not-wen­de in ei­ner Zeit völ­lig neu­er Ve­rän­de­rungs­ge­schwin­dig­kei­ten durch die Di­gi­ta­li­sie­rung. Die Pflicht­mit­glied­schaft sieht er den­noch als Ba­sis für die so­li­da­ri­sche Un­ter­stüt­zung klei­ner Fir­men. Als Start-ups noch nicht im all­ge­mei­nen Be­wusst­sein wa­ren, klap­per­te Mah­rer sie ab, freu­te sich kind­lich über gu­te Ide­en.

Den Ele­men­tarthe­men Bil­dung und In­no­va­ti­on klopf­te der Frei­geist in sei­ner Funk­ti­on als Staats­se­kre­tär und Mi­nis­ter sämt­li­chen ideo­lo­gi­schen Par­tei­mist her­un­ter. Beim al­ten Gr­a­ben­kampf­the­ma Schu­le war Mah­rer nicht ein ein­zi­ges Mal un­ter­grif­fig. Drei­ein­halb Jah­re ver­han­del­te er an der Bil­dungs­front. Die Ant­wort auf die Fra­ge, was ihn an­treibt, ist sim­pel: „Po­si­ti­ves be­wir­ken.“

Ha­rald Mah­rer (45) löst heu­te Chris­toph Leitl (69) an der Spit­ze der WK ab

APA

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