Ein Ex-li­be­ra­ler in rech­ten Ge­fil­den

Nor­bert Ste­ger (74) sitzt nun dem Kon­troll­or­gan des ORF vor.

Kleine Zeitung Steiermark - - FREITAG, 18. MAI 2018 -

Sei­ne

Dro­hun­gen ge­gen Orf-jour­na­lis­ten, vom Re­dak­teurs­rat als „Ein­schüch­te­rungs­ver­su­che“ge­wer­tet, ha­ben sei­ne­wahl zum Vor­sit­zen­den des Stif­tungs­rats nicht ver­hin­dert (sie­he Sei­te 92/93). Kor­re­spon­den­ten den Hin­aus­wurf an­zu­dro­hen, ist frei­lich nicht Kom­pe­tenz des Auf­sichts­gre­mi­ums; ihm ob­liegt die Kon­trol­le der Ge­schäfts­füh­rung.

Kri­ti­ker wer­fen Ste­ger vor, Ös­ter­reich „or­bá­ni­sie­ren“zu wol­len. Da­bei galt der frü­he­re FPÖ-CHEF (1980 bis 1986) und Vi­ze­kanz­ler der ers­ten rot­blau­en Bun­des­re­gie­rung einst als Li­be­ra­ler. Der heu­te 74-jäh­ri­ge ge­bür­ti­ge Wie­ner war 1970 Mit­be­grün­der des „At­ter­see­krei­ses“, der sich als ideo­lo­gi­sches Ge­gen­ge­wicht zum deutsch­na­tio­na­len Kreis in der FPÖ ver­stand. Als Jörg Hai­der 1986 Ste­ger stürz­te und Franz Vra­nitz­ky die Ko­ali­ti­on plat­zen ließ, hieß es, die li­be­ra­le FPÖ ha­be den Kampf ver­lo­ren. Jah­re spä­ter re­la­ti­viert Ste­ger sei­ne ideo­lo­gi­sche Po­si­tio­nie­rung. Das Li­be­ra­le Fo­rum von Hei­de Schmidt war Ste­ger „zu weit links ge­le­gen“. Sei­ne li­be­ra­le Ba­sis sei Mit­te­rechts an­ge­sie­delt.

Mit 42 Jah­ren „Po­lit­pen­sio­nist“ge­wor­den, kehr­te Ste­ger in sei­nen Zi­vil­be­ruf als­rechts­an­walt zu­rück, mit­dem Be­tä­ti­gungs­feld stra­te­gi­sche Ge­schäfts- un­d­wirt­schafts­be­ra­tung und ei­ge­ner Fir­ma. Mit der FPÖ ver­söhn­te ihn Heinz-chris­ti­an Stra­che, der Ste­gers Toch­ter Pe­tra in die Po­li­tik hol­te; sie ist Sport­spre­che­rin der Par­tei. Der

Fron­tal­an­griff auf Orf-jour­na­lis­ten war nicht die ers­te Aus­fäl­lig­keit die­ser Art. Als Vi­ze­kanz­ler ent­riss er 1983Wil­ly Mit­sche das Mi­kro­fon, weil die­ser Jörg Hai­der „un­bot­mä­ßi­ge Fra­gen“ge­stellt ha­be. Wil­ly Mit­sche wur­de spä­ter Orf-di­rek­tor ...

Erst­mals seit 1945 steht mit Nor­bert Ste­ger ein Frei­heit­li­cher dem ORFStif­tungs­rat vor

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