Zum Jah­res­tag gibt Kurz neue The­men vor

Kleine Zeitung Steiermark - - POLITIK - Tho­mas Götz

Schwer­punkt sei­ner Re­de: So­zia­les. Bis Jah­res­en­de will Kurz ein Kon­zept zur Pfle­ge.

Ein

tür­ki­ser Tür­rah­men steht im of­fe­nen Vor­raum des Uni­qua-ver­si­che­rungs­turms am Wie­ner Do­nau­ka­nal. Auf dem Tür­flü­gel steht „Of­fen für dich“. „Die Ve­rän­de­rung hat be­gon­nen“, pro­ji­ziert die Par­tei an die Stirn­sei­te des glas­ge­deck­ten In­nen­hofs der Ver­si­che­rung, der einst Fi­nanz­mi­nis­ter Hart­wig Lö­ger vor­stand. Heu­te fehlt er.

Wenn die ÖVP von Se­bas­ti­an Kurz fei­ert, ist nichts dem Zu­fall über­las­sen. Pe­ter L. Ep­pin­ger, von Ö 3 zum Team ge­sto­ßen, fragt im hand­ver­le­se­nen Pu­bli­kum – 365Men­schen sind ge­la­den, für je­den­tag des Jah­res ei­ner – ge­zielt Zu­stim­mung ab. Klub­ob­mann Au­gust Wögin­ger, hier nur Gust ge­nannt, zieht Bi­lanz. Viel ist von Zu­ver­sicht, von Kraft und Be­we­gung die­re­de, kein­wort von den Kri­sen: Bvt-skan­dal, Streit um Rauch­ver­bot und Volks­ab­stim­mun­gen kom­men nicht vor. Der FPÖ nur Ro­sen zu streu­en, ist­teil des Er­folgs­kon­zepts der Re­gie­rung Kurz.

Ei­ne hal­be St­un­de gibt sich der Par­tei­chef für ei­ne knap­pe Po­si­ti­ons­be­schrei­bung. Der Krieg der Rän­der ha­be die Ers­te Re­pu­blik ins Cha­os ge­stürzt, be­haup­tet er und lei­tet dar­aus den Auf­trag zum Auf­bau ei­ner star­ken Kraft der Mit­te ab: sei­ner ÖVP. Al­les zu tun, das­smen­schen „ein gu­tes, ge­deih­li­ches Le­ben füh­ren kön­nen“, sei das Ziel.

Fünf Punk­te lis­tet Kurz auf, die er für zen­tral für die Zu­kunft hält. Die Rei­hen­fol­ge ist über­ra­schend. Re­spekt­vol­ler Um­gang mit Schöp­fung und Um­welt nennt er zu­erst, dann die Ar­beit am Zu­sam­men­halt Eu­ro­pas („un­ser ge­ein­tes Eu­ro­pa ist kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit“). Der Aus­bau der di­gi­ta­len In­fra­struk­tur kommt vor der War­nung vor Ver­schul­dung und vor dem fünf­ten Punkt, der den­wahl­kampf be­herrscht hat­te: „Wer heu­te nicht klar re­gelt, wer in sein Land ein­wan­dern darf, der wird sich bald im ei­ge­nen Land fremd füh­len.“

Kurz be­tont die Be­deu­tung des So­zi­al­staats, kri­ti­siert aber des­sen Aus­for­mung. „Die Stär­ke un­se­rer Gesellschaft zeigt sich vor al­lem dar­an, wie wir mit un­se­ren Schwächs­ten um­ge­hen.“Er kün­digt ei­ne Ams-re­form an und bis Jah­res­en­de ein Pfle­ge­kon­zept. Bun­des- und Eu­ro­pa­hym­ne, zag­haft in­to­niert, schlie­ßen die Fei­er.

Bad in der gut sor­tier­ten Men­ge: Se­bas­ti­an Kurz ein Jahr nach sei­nem Wahl­sieg APA

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.