Fell­ner über­nahm am deut­schen Wahl­abend die ARD-Sen­dun­gen

Ur­he­ber­recht.

Kurier (Samstag) - - MEDIEN - VON PHIL­IPP WIL­HEL­MER

Für An­ge­la Mer­kel ging der 24. Sep­tem­ber oh­ne Skan­da­le, aber mit ei­nem blau­en Au­ge aus. Sie ge­wann zwar die Wahl, muss­te aber zur Kennt­nis neh­men, dass die ex­trem rech­te AfD gro­ße Er­fol­ge ein­fuhr.

Oh­ne Zwei­fel ein span­nen­der Wahl­abend, den auch hei­mi­sche Me­di­en in­ten­siv be­ob­ach­te­ten. Schließ­lich ist die größ­te Volks­wirt­schaft Eu­ro­pas so et­was wie ein Ga- rant für die Sta­bi­li­tät der der­zei­ti­gen Ver­hält­nis­se amKon­ti­nent. Auch der Fern­seh­sen­der Wolf­gang Fell­ners, Oe24.tv, brach­te Bil­der von der wohl wich­tigs­ten Wahl des heu­ri­gen Jah­res. Wohl in Er­man­ge­lung ei­ge­ner Teams vor Ort ließ Fell­ner al­ler­dings die Bil­der von der ARD aus­strah­len – und zwar oh­ne Ge­neh­mi­gung.

Er­staunt

Wie geht der deut­sche öf­fent­lich-recht­li­che Rie­se da­mit um? Hin­ter den Ku­lis­sen zeig­te man sich er­staunt und ein we­nig rat­los ob der Me­tho­den ei­nes ös­ter­rei­chi­schen Me­di­en­hau­ses. Wie man da­mit um­ge­hen wird, ist der­zeit Ge­gen­stand ju­ris­ti­scher Be­trach­tun­gen. „Wir prü­fen das recht­lich“, hieß es auf KU­RI­ER-An­fra­ge aus der ARD- Chef­re­dak­ti­on.

Ju­ris­tisch stün­de der ARD der Weg zu ei­nem ös­ter- rei­chi­schen Ge­richt of­fen, sagt der Wie­ner Me­di­en­an­walt Ste­fan Korn, des­sen Kanz­lei un­ter an­de­rem den ORF ver­tritt: Mög­li­che ju­ris­ti­sche For­de­run­gen wä­ren et­wa der Er­satz für das nicht ge­zahl­te Ent­gelt für die Fern­seh­bil­der und Scha­den­er­satz. Au­ßer­dem kön­ne man in Fol­ge ei­nes Schuld­spruchs ei­ne Ur­teils­ver­öf­fent­li­chung auf dem Sen­der ver­lan­gen, sagt Korn.

Weil es sich bei Oe24.tv um ei­nen Me­dien­be­trei­ber han­delt, der zu­min­dest theo­re­tisch wis­sen muss, wie man das Ur­he­ber­recht ein­hält, könn­te sich das vom Ge­richt zu er­mit­teln­de Er­satz­ent­gelt ver­dop­peln.

Fern­seh­ma­cher Wolf­gang Fell­ner: Pro­ble­me mit dem Ur­he­ber­recht nun auch in Deutsch­land

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