Schnee­flöck­chen, Weiß­röck­chen ...

Kurier (Samstag) - - IMMO -

Nie ist es lei­ser, als in Näch­ten, in de­nen wei­che, wei­ße Flo­cken vom Him­mel fal­len. Hand in Hand durch die frisch ver­schnei­ten Stra­ßen zu spa­zie­ren, kann dann sehr ro­man­tisch sein. Wenn man je­doch in der Früh drin­gend zu ei­nem Ter­min muss und die wei­ße Pracht den Weg zum Park­platz er­schwert, ist bald Schluss mit der idyl­li­schen Win­ter­wun­der­land­stim­mung. Dann ist man froh, wenn die Schnee­räu­mung funk­tio­niert und bei Glatt­eis gut ge­streut ist. Doch wer muss sich um die­se Din­ge küm­mern? „Laut Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung ha­ben Ei­gen­tü­mer von Lie­gen­schaf­ten die Geh­stei­ge, Geh­we­ge und Stie­gen­an­la­gen, die ent­lang ih­res Grund­stücks ver­lau­fen, in der Zeit von 6 bis 22 Uhr von Schnee und Ve­r­un­rei­ni­gun­gen zu säu­bern“, sagt der Wie­ner Rechts­an­walt Tho­mas Sochor. Bei Schnee und Glatt­eis muss au­ßer­dem ge­streut wer­den. Ist mit Dach­la­wi­nen oder her­ab­fal­len­den Ein­zap­fen zu rech­nen, müs­sen Ab­sperr- bzw. Warn­stan­gen auf­ge­stellt und das Dach so rasch wie mög­lich ge­räumt wer­den. Gibt es kei­nen Geh­steig rund ums Haus, muss der Stra­ßen­rand in der Brei­te von ei­nem Me­ter ge­rei­nigt oder be­streut wer­den. Um Geh­we­ge, die wei­ter als drei Me­ter von der Grund­stücks­gren­ze ent­fernt sind muss sich der Stra­ßen­er­hal­ter (meist die Ge­mein­de) küm­mern.

Die We­ge, Stie­gen und Hö­fe in­ner­halb ei­ner Wohn­haus­an­la­ge un­ter­lie­gen zwar nicht der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung, müs­sen aber eben­falls ge­räumt wer­den. Die Ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft hat als We­ge­hal­ter da­für zu sor­gen, dass die­se Flä­chen in ei­nem ord- nungs­ge­mä­ßen Zu­stand ge­hal­ten wer­den. Gibt es ei­nen Ver­wal­ter hat die­ser in Ver­tre­tung der Ei­gen­tü­mer für Si­cher­heit zu sor­gen. Selbst schau­feln muss er nicht: „In der Pra­xis über­trägt der Ver­wal­ter die­se Auf­ga­ben an ei­nen ge­werb­lich be­fug­ten Haus­be­treu­er, der auch die Haf­tung über­nimmt und ei­ne ent­spre­chen­de Haft­pflicht­ver­si­che­rung hat“, er­klärt Sochor. Als Mie­ter ei­ner Woh­nung muss man sich nicht um die Schnee­räu- mung küm­mern. „Der Ver­mie­ter hat da­für zu sor­gen, dass der Zu­gang zum Be­stands­ob­jekt ge­fahr­los mög­lich ist“, er­klärt der Rechts­an­walt. Im Ein­fa­mi­li­en­haus kann die Ver­pflich­tung zur Schnee­räu­mung ver­trag­lich auf den Mie­ter über­wälzt wer­den. Die­ser haf­tet dann auch für man­geln­de Räu­mung. Al­ler­dings muss der Ei­gen­tü­mer die ord­nungs­ge­mä­ße Durch­füh­rung kon­trol­lie­ren. Sonst kann es pas- sie­ren, dass er – trotz der Über­tra­gung der Schnee­räumpflicht – nach ei­nem Un­fall zur Haf­tung her­an­ge­zo­gen wird.

Wenn sich je­mand ver­letzt, weil nicht or­dent­lich ge­räumt wur­de, dro­hen Ver­wal­tungs­stra­fen und zi­vil­recht­li­che Kla­gen. Be­langt wird der Ei­gen­tü­mer – au­ßer er hat sei­ne Pflich­ten nach­weis­lich an ei­nen Mie­ter, Haus­ver­wal­ter oder Rä­um­dienst über­tra­gen. „Es könn­te

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