Un­barm­her­zig zu Lei­be rü­cken und bloß­stel­len

Kurier - - KULTUR - – GA­B­RIE­LE FLOSSMANN

Dra­ma. Vier Frau­en, vier Ge­schich­ten, ver­bun­den durch die Tris­tesse ih­rer Schick­sa­le. Zwar geht es in den Epi­so­den um Lie­be, aber der in fah­len Far­ben ge­hal­te­ne Film zeigt Frau­en in Po­len, die kurz nach dem Fall des Ei­ser­nen Vor­hang sau­fe in bes­se­res Da­sein west­li­cher Le­bens art hof­fen, aber un­rea­lis­ti­sche Wunsch­träu­me he­gen oder an die fal­schen Män­ner ge­ra­ten. Das har­te Le­ben hat die Prot­ago­nis­tin­nen nicht nur äu­ßer­lich, son­dern auch psy­chisch de­for­miert: Sie sind fri­gi­de, de­vot, neu­ro­tisch und vor al­lem vol­ler Angst vor der Zu­kunft, die durch die Öff­nung im­mer be­droh­li­cher zu wer­den scheint. Kein Wun­der, dass je­de ein­zel­ne der Ge­schich­ten ein bö­ses En­de neh­men wird. Be­mer­kens­wert ist vor al­lem dieUn barm­her­zig­keit, mit der der Film Leib und Le­ben sei­ner Prot­ago­nis­tin­nen bloß­stellt – und zwar in je­der Be­zie­hung. Man­che Sze­nen er­in­nern so­gar an ei­nen schmut­zi­gen Main­stream-Por­no. Und da­zu über al­lem der zy­ni­sche Ti­tel :„ Uni­te­dS tat esofLo­ve “. Das Dreh­buch wur­de auf der Ber­li­na­le mit dem Sil­ber­nen Bä­ren aus­ge­zeich­net – ei­ne fas­zi­nie­ren­de Zu­mu­tung.

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