„Sch­wuch­tel“: Ra­bia­ter Po­li­zist teil­te auf Mu­si­ker­ball Wat­schen aus

Kör­per­ver­let­zung. Be­am­ter war pri­vat un­ter­wegs und leg­te sich mit an­de­ren Be­su­chern an. Der Fall lan­de­te vor Ge­richt.

Kurier - - WIEN - VON

Der Grup­pen­in­spek­tor be­such­te ver­gan­ge­nes Jahr im Jän­ner mit sei­ner Ka­pel­le ei­nen Ball in ei­ner Mu­sik­schu­le und ver­spiel­te sei­nen Kre­dit als Po­li­zist ge­hö­rig. Denn der Be­am­te ge­riet dort mit ei­ni­gen jun­gen Er­wach­se­nen an­ein­an­der, lie­fer­te sich so­gar ei­ne Schlä­ge­rei.

Aus­gangs­punkt war ei­ne hit­zi­ge De­bat­te in der Schul­gar­de­ro­be. Der Be­schul­dig­te stell­te ge­gen 4.15 Uhr Früh die Män­ner zur Re­de, da je­mand die WC-An­la­ge be­schä­digt hat­te.

Die Aus­ein­an­der­set­zung schien be­reits be­en­det, und der Hob­by­mu­si­ker war schon am Ge­hen, als sich plötz­lich ei­ner der Streit­häh­ne im Ton ver­griff: „Sch­wuch­tel“, schmet­ter­te er dem Be­am­ten hin­ter­her. Die­ser sah rot, stürm­te auf den jun­gen Mann zu und pack­te ihn am Kra­gen. Meh­re­re Zeu­gen ver­such­ten, den Po­li­zis­ten weg­zu­rei­ßen, um die Si­tua­ti­on zu be­ru­hi­gen.

Doch es folg­te ei­ne Drauf­ga­be: Der Po­li­zist dreh­te sich um, schrie ei­nem Her­bei­ge­eil­ten „du greifst mich nicht an“ent­ge­gen und schlug ihm in den Bauch. Das Op­fer stürz­te, der Be­am­te ließ aber nicht von ihm ab: „Du greifst mich nicht an“, wie­der­hol­te er und ver­ab­reich­te sei­nem am Bo­den lie­gen­den Ge­gen­über ei­ne Ohr­fei­ge.

Die an­de­ren Be­tei­lig­ten ver­such­ten, be­ru­hi­gend auf den Po­li­zis­ten ein­zu­re­den, doch der Be­am­te ging auch auf sie los. Der jun­ge Mann, der kurz zu­vor nie­der­ge­schla­gen wor­den war, rap­pel­te sich wie­der auf und ver­setz­te dem Be­am­ten ei­nen Stoß, wor­auf­hin die­ser stol­per­te. Als Hö­he­punkt des Schau­spiels ver­setz­te der Po­li­zist sei­nem Kon­tra­hen­ten ei­nen Faust­schlag ins Ge­sicht und ging Rich­tung Ball­saal ab. Ei­ne Zeu­gin film­te das gan­ze Ge­sche­hen mit ih­rem Smart­pho­ne mit.

An­zei­ge folg­te

Zeu­gen alar­mier­ten die Po­li­zei. Es folg­te ein An­zei­ge und ein Ge­richts­ver­fah­ren, wo dem prü­geln­den Po­li­zis­ten ein Schmer­zens­geld von 200 Eu­ro auf­ge­brummt wur­de. Au­ßer­dem wur­de von der Dis­zi­pli­nar­kom­mis­si­on des In­nen­mi­nis­te­ri­ums ein Ver­fah­ren ge­gen den Beam- ten ein­ge­lei­tet. Bei der Ver­hand­lung be­teu­er­te er, dass er we­gen ei­nes To­des­fal­les in der Fa­mi­lie fi­nan­zi­el­le Be­las­tun­gen zu tra­gen ha­be.

Die Kom­mis­si­on drück­te al­le Au­gen zu und ver­häng­te ei­ne Geld­stra­fe von ge­ra­de ein­mal 100 Eu­ro. Di­enst­recht­li­che Fol­gen gab es kei­ne.

Be­am­ter war pri­vat auf ei­nem Ball und schlug dort ei­nen Gast nie­der

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.