Ar­beit im di­gi­ta­len Wan­del

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Wie ver­än­dern Ro­bo­ter und neue Da­ten­ver­ar­bei­tungs­sys­te­me un­ser Ar­bei­ten und Wirt­schaf­ten? Hans Holzin­ger ana­ly­siert ak­tu­el­le Pu­bli­ka­tio­nen, die die Ver­spre­chen, Chan­cen und Ge­fah­ren, die Ge­win­ner und Ver­lie­rer des di­gi­ta­len Ka­pi­ta­lis­mus be­schrei­ben.

Ob „In­dus­trie 4.0“, „Ar­beit 4.0“, „Di­gi­ta­ler“oder „Platt­form-ka­pi­ta­lis­mus“– die In­fla­ti­on an neu­en Be­grif­fen soll si­gna­li­sie­ren, dass wir vor ei­nem grund­le­gen­den Wan­del des Ar­bei­tens und Wirt­schaf­tens ste­hen. Die men­schen­lee­re Fa­b­rik wird eben­so dis­ku­tiert wie die Au­to­ma­ti­sie­rung von Di­enst­leis­tun­gen. On­line-shop­ping wird zum neu­en Trend, di­gi­ta­le Platt­for­men er­mög­li­chen Di­enst­leis­tungs­an­ge­bo­te wie Airb­nb oder Uber, aber auch neue For­men der Ar­beits­or­ga­ni­sa­ti­on wie Crowd­work. Hans Holzin­ger ana­ly­siert ak­tu­el­le Pu­bli­ka­tio­nen, die die Ver­spre­chen, Chan­cen und Ge­fah­ren, die Ge­win­ner und Ver­lie­rer des di­gi­ta­len Ka­pi­ta­lis­mus be­schrei­ben.

Di­gi­ta­ler Ka­pi­ta­lis­mus

Von ei­ner schlüs­si­gen Theo­rie über die Di­gi­ta­li­sie­rung der Wirt­schaft sei­en wir noch weit ent­fernt, so der So­zio­lo­ge Phil­ipp Sta­ab in ei­nem Band des Ham­bur­ger In­sti­tuts für So­zi­al­for­schung. Mög­lich sei ei­ne An­nä­he­rung, die den neu­en di­gi­ta­len Ka­pi­ta­lis­mus als „Durch­set­zung und Ver­brei­tung von IKT und der mit ih­nen ver­bun­de­nen öko­no­mi­schen und ideo­lo­gi­schen Dy­na­mi­ken“(S. 11) be­schreibt. Sta­ab sieht ins­be­son­de­re drei Trends: die Hoff­nung auf neu­es Wirt­schafts­wachs­tum – ei­ne zi­tier­te Stu­die des Fraun­ho­fer-in­sti­tuts über „In­dus­trie 4.0“spricht von 78 Mil­li­ar­den Eu­ro Bip-wachs­tum bis 2025 al­lein für Deutsch­land; die Zu­rück­drän­gung bzw. Ge­fähr­dung der lohn­ab­hän­gi­gen Be­schäf­ti­gung als zen­tra­lem ge­sell­schaft­li­chen In­te­gra­ti­ons­me­cha­nis­mus so­wie den Wan­del der Dis­tri­bu­ti­ons­pro­zes­se durch den On­line-han­del. Sei­ne zen­tra­le The­se: Der Ka­pi­ta­lis­mus heu­ti­ger Prä­gung ha­be kein Pro­duk­ti­vi­täts­pro­blem, son­dern ein „Kon­sump­ti­ons­pro­blem“(S. 12): Der Ex­pan­si­on öf­fent­li­cher und pri­va­ter Schul­den so­wie der stär­ke­ren Ex­port­ori­en­tie­rung, der frei­lich Gren­zen ge­setzt sind, fol­ge nun als drit­ter Weg das Auf­fin­den von be­ste­hen­den Kon­sum­lü­cken mit­tels In­ter­net: „Das ei­gent­li­che Ver­spre­chen der Leit­un­ter­neh­men des di­gi­ta­len Ka­pi­ta­lis­mus ist die Lö­sung des Nach­fra­ge­pro­blems durch die Ra­tio­na­li­sie­rung und In­ten­si­vie­rung des Kon­sums“(S. 13). Ziel sei es, die „letz­ten Nach­fra­ge­re­ser­voirs“(S. 19) aus­zu­schöp­fen, die et­wa auf­grund zeit­li­cher Eng­päs­se bei den Kon­su­men­ten einst­wei­len nicht er­schlos­sen sind. Für Sta­ab gel­ten die „in­di­vi­dua­li­sier­te Pro­duk­ti­on“durch Son­der­an­fer­ti­gun­gen so­wie die „in­di­vi­dua­li­sier­te Wer­bung“, die das In­ter­net er­mög­licht, als Ver­su­che, der Kri­se des Kon­sums zu be­geg­nen, wie er im Ka­pi­tel „Von der Ra­tio­na­li­sie­rung der Pro­duk­ti­on zum ef­fi­zi­en­ten Kon­sum“dar­legt.

Bes­se­re Kon­trol­le der Ar­beit

Im Ab­schnitt „Di­gi­ta­li­sie­rung und so­zia­le Un­gleich­heit“be­schreibt Sta­ab den Wan­del der Ar­beits­be­din­gun­gen durch die Di­gi­ta­li­sie­rung, die über Au­to­ma­ti­sie­rungs­pro­zes­se hin­aus­wei­se: „Tech­nik wird auch heu­te nicht nur zur Sub­sti­tu­ti­on mensch­li­cher Ar­beits­kraft, son­dern auch zur Be­ar­bei­tung des so­ge­nann­ten Trans­for­ma­ti­ons­pro­blems ge­nutzt.“(S. 82). Die im Ar­beits­ver­trag fest­ge­leg­ten Auf­ga­ben wür­den nicht im­mer lü­cken­los er­füllt, was eben das Trans­for­ma­ti­ons­pro­blem aus­macht. Mit­tels neu­er Da­ten­er­fas­sungs­sys­te­me las­se sich nun die Ar­beit bes­ser kon­trol­lie­ren und die Leis­tung der Ar­bei­ten­den durch Scree­nings ge­nau­er be­ur­tei­len. Sta­ab spricht von „di­gi­ta­lem Tay­lo­ris­mus“(S. 92) und nennt als Bei­spiel die Kon­troll­sys­te­me in den Zen­tral­la­gern des On­line-ver­sand­händ­lers Ama­zon. Der Au­tor geht auch auf di­ver­se Pro­gno­sen über mög­li­che Ar­beits­platz­ver­lus­te durch wei­te­re Au­to­ma­ti­sie­rung ein – me­di­al be­kannt wur­de ins­be­son­de­re die Ox­ford-stu­die „The Fu­ture of Em­ploy­ment“, der ge­mäß 47 Pro­zent al­ler Bran­chen in den USA „au­to­ma­ti­sier­bar“sei­en. (Auch für die EU exis­tie­ren ähn­li­che Pro­gno­sen.) Noch ist schwer zu sa­gen, ob das vor­han­de­ne Ra­tio­na­li­sie­rungs­po­ten­zi­al tat­säch­lich rea­li­siert wird. Doch Sta­ab be­fürch­tet zu­min­dest ei­nen star­ken Druck auf die Löh­ne der be­trof­fe­nen Bran­chen, was durch die Zu­nah­me so­zia­ler Un­gleich­hei­ten auch das Kon­sum­ti­ons­pro­blem ver­schär­fe. Sta­ab nennt dies das „Kon­sump­ti­ons­di­lem­ma“des di­gi­ta­len Ka­pi­ta­lis­mus (S. 120), da der „sup­ple­men­tä­re Kon­sum“der ers­ten Ter­tia­ri­sie­rungs­wel­le (die von der In­dus­trie­ar­beit ab­ge­zo­ge­ne Ge­ne­rie­rung von Kauf­kraft wan­der­te in den Di­enst­leis­tungs­sek­tor) durch ei­nen „kan­ni­ba­li­sier­ten“Di­enst­leis­tungs­sek­tor (S. 122) nicht auf­recht­er­hal­ten wer­den kön­ne.

Der So­zi­al­wis­sen­schaft­ler hü­tet sich vor ein­deu­ti­gen Pro­gno­sen, er zeigt aber sys­te­mi­sche Di­lem­ma­ta der Di­gi­ta­li­sie­rung auf, die im Wachs-

„In der Wirt­schafts­ord­nung der Ge­gen­wart, die auf Mas­sen­kon­sum sys­te­ma­tisch an­ge­wie­sen ist, ist die Ent­wick­lung der Nach­fra­ge ne­ben Pro­duk­ti­vi­täts­ge­win­nen die zwei­te ent­schei­den­de Schnitt­stel­le wirt­schaft­li­chen Wachs­tums.“(Phil­ipp Sta­ab) in 87 , S. 18)

tums­pa­ra­dig­ma des Ka­pi­ta­lis­mus lie­gen. Die Per­spek­ti­ve ei­ner Post­wachs­tums­öko­no­mie spricht er zwar an, geht aber nicht nä­her dar­auf ein. Den „Aus­weg“ei­nes Grund­ein­kom­mens für al­le be­nennt er nicht, die­ser wird von an­de­ren Ex­per­tin­nen mitt­ler­wei­le fa­vo­ri­siert (s. u.). Den Tech­ni­ko­pti­mis­mus, dass die Di­gi­ta­li­sie­rung al­le Pro­ble­me lö­sen wer­de - als „Geist des So­lu­tio­nis­mus“be­zeich­net, teilt der Au­tor nicht, viel­mehr ver­weist er auf die „di­gi­ta­le Ideo­lo­gie“, die mit ei­ner Ab­nei­gung ge­gen eta­blier­te In­sti­tu­tio­nen der ana­lo­gen Ära ein­her ge­he und so­zia­le Ver­wer­fun­gen ver­stär­ken könn­te. Ka­pi­ta­lis­mus: di­gi­ta­ler

87 Sta­ab, Phil­ipp: Fal­sche Ver­spre­chen. Wachs­tum im di­gi­ta­len Ka­pi­ta­lis­mus. Hamburg: Ham­bur­ger Edi­ti­on, 2016. 133 S., € 12,- [D], 12,40 [A]

ISBN 978-3-86854-305-6

Au­to­ma­ti­sie­rung und Aus­beu­tung

Die Ver­dich­tung und noch bes­se­re Kon­trol­le der Ar­beit durch neue Tech­no­lo­gi­en ist ein zen­tra­les The­ma der Ana­ly­sen und Re­por­ta­gen von Mat­thi­as Mar­tin Be­cker, die er im Be­griffs­paar „Au­to­ma­ti­sie­rung und Aus­beu­tung“ver­dich­tet. Der Au­tor – er war am 18. Mai 2017 zu Gast in der Jb­z­rei­he „Zu­kunfts­buch“– fun­diert sei­ne Aus­füh­run­gen mit ei­nem um­fang­rei­chen in­dus­trie­so­zio­lo­gi­schen Wis­sen, aber auch mit Pra­xis­er­fah­run­gen durch Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se in In­dus­trie­und Di­enst­leis­tungs­be­trie­ben. Als Wis­sen­schafts­jour­na­list be­schreibt er die Ve­rän­de­run­gen der Ar­beits­welt durch Au­to­ma­ti­sie­rung und Ro­bo­te­ri­sie­rung, er skiz­ziert die Ver­spre­chen der Di­gi­ta­li­sie­rung ein­schlä­gi­ger Un­ter­neh­men und For­schungs­in­sti­tu­te (und be­nennt da­bei man­ches als „hei­ße Luft“) und er zeigt ne­ben den Chan­cen auch die Ge­fah­ren des Wan­dels der Ar­beits­welt durch die IKT, et­wa die neu­en Mög­lich­kei­ten di­gi­ta­ler Kon­trol­le der Ar­bei­ten­den, auf. In Ka­pi­teln wie „Trans­pa­renz für wen?“, „Hal­b­au­to­ma­ten“, „Smar­te Rech­ner, dum­me Ar­bei­ter?“oder „Der Auf­stieg der Platt­for­men“wer­den neue Ent­wick­lun­gen durch die An­wen­dung von künst­li­cher In­tel­li­genz, In­dus­trie-ro­bo­tern oder Sprach­au­to­ma­ten nach­ge­zeich­net. Be­cker geht da­von aus, dass Ma­schi­nen Men­schen nur be­dingt er­set­zen kön­nen. Viel­mehr stei­ge die Ver­ant­wor­tung der ver­blei­ben­den In­dus­trie­ar­bei­ter in ih­rer Rol­le als „letz­ter Ent­schei­der und über­ge­ord­ne­tes Re­gel­glied“(S. 46) im au­to­ma­ti­sier­ten Pro­duk­ti­ons­pro­zess. „Un­vor­her­ge­se­he­ne Schwie­rig­kei­ten er­ken­nen und neue Lö­sun­gen für die­se fin­den“(ebd.) kön­ne nur der Mensch. „Wenn ein au­to­ma­ti­sier­ter Pro­duk­ti­ons­pro­zess ent­gleist, wird das teu­er und oft auch ge­fähr­lich“, re­la­ti­viert Be­cker die Hoff­nun­gen von Un­ter­neh­men, sich mit­tels Ma­schi­nen aus der Ab­hän­gig­keit der Ar­bei­ten­den be­frei­en zu kön­nen.

Span­nend zu le­sen sind die Be­rich­te über neue Mensch-ma­schi­ne-in­ter­ak­tio­nen, die Com­pu­ter zu ler­nen­den Sys­te­men ma­chen, was die Steue­rung und Op­ti­mie­rung – ei­ne klas­si­sche Auf­ga­be des Ma­nage­ments – ver­bes­se­re. Be­cker da­zu la­ko­nisch: „Hier sä­gen Ma­na­ger an dem Ast, auf dem sie sit­zen.“(S. 65)

Der Au­tor be­zwei­felt auch vie­le Zu­kunfts­pro­gno­sen, was die Di­gi­ta­li­sie­rung an­geht, und spricht von „kunst­fer­ti­gen Hoch­stap­lern“. Er be­nennt zwei we­sent­li­che Fra­gen, die sich Un­ter­neh­men in Be­zug auf die Kos­ten der Stan­dar­di­sie­rung von Pro­duk­ti­ons­pro­zes­sen stel­len müs­sen: „Wie vie­le Feh­ler kön­nen wir uns leis­ten – und kön­nen wir es uns leis­ten, die Ar­beits­pro­zes­se so zu gestal­ten, dass ei­ni­ge Feh­ler auf­tre­ten?“(S. 93)

„Die Au­to­ma­ti­sie­rung bringt die Un­ter­neh­men kein biss­chen ih­rer Be­frei­ung nä­her, son­dern ver­teilt die Ver­ant­wor­tung für die Ma­schi­ne­rie le­dig­lich auf we­ni­ger Schul­tern.“(Mat­thi­as M. Be­cker in 88 ,S. 46)

Platt­form-ka­pi­ta­lis­mus

Aus­führ­lich wid­met sich Be­cker dem „Auf­stieg der Platt­for­men“, den Chan­cen und Ge­fah­ren der „Sha­ring Eco­no­my“so­wie den Pro­ble­men von „Crowd­work“, al­so dem Prin­zip, dass sich Un­ter­neh­men nicht an den Ar­beits­ort ge­bun­de­ne Ar­beits­leis­tun­gen aus In­ter­net­platt­for­men zu­kau­fen (ge­spro­chen wir hier auch von „Gig-eco­no­my“in An­leh­nung an die Mu­sik­bran­che). Die Mit­wir­kung der Kun­den an der Pro­duk­tent­ste­hung et­wa durch kos­ten­freie On­line-tex­te, die in der Blog-kul­tur zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den, oder an der Pro­dukt­plat­zie­rung mit­tels Be­wer­tung von Pro­duk­ten, die als kos­ten­freie Wer­bung dient, nennt der Au­tor als Bei­spie­le. Auch über In­ter­net wei­ter­ge­ge­be­ne Koch­tipps oder Re­pa­ra­tur­an­lei­tun­gen fal­len für Be­cker in die Ka­te­go­rie der „Click­work“. Er sieht aber hier Gren­zen, die frei­wil­li­ge Zu­ar­beit sei zwar ei­ne kos­ten­lo­se Res­sour­ce der In­ter­net­platt­for­men. Doch: „Viel­leicht ha­ben wir Peak Com­mu­ni­ty schon er­reicht.“(S. 138) An­de­rer­seits wür­den Ver­kaufs­und Ver­mitt­lungs­platt­for­men durch „Un­ter­bie­tungs­wett­be­werb“die Kon­kur­renz un­ter den Un­ter­neh­men wei­ter an­hei­zen, und als In­ter­me­diä­re durch Ver­mitt­lungs­ge­büh­ren reich wer­den, oh­ne viel in­ves­tie­ren zu müs­sen: „Das größ­te Ta­xi­un­ter­neh­men der Welt be­sitzt kei­ne Ta­xis (Uber). Der größ­te Über­nach­tungs­an­bie­ter be­sitzt kei­ne Im­mo­bi­li­en (Airb­nb). Der größ­te Te­le­fon­an­bie­ter hat kei­ne Te­le­fo­nin­fra­struk­tur (Sky­pe). Der be­lieb­tes­te Me­di­en­kon­zern be­sitzt kei­ne Ur­he­ber­rech­te (Face­book).“(S. 161)

„Mit Crowd­work und Gig Eco­no­my er­reicht die Ver­ge­sell­schaf­tung der Ar­beit ih­re bis­lang höchs­te Stu­fe.

Die Mas­sen be­die­nen sich selbst und ar­bei­ten für­ein­an­der. Die Platt­for­men ver­kau­fen uns, was wir be­reits ha­ben.“(Mat­thi­as M. Be­cker in 88 , S. 161)

Kri­tisch sieht Be­cker das Phä­no­men der über In­ter­net ver­mit­tel­ten Ar­beit, die als „Crowd­work“be­zeich­net wird und laut ei­ner Welt­bank-stu­die 2016 be­reits ei­nen glo­ba­len Um­satz von 4,3 Mil­li­ar­den Eu­ro er­zielt hat. So or­ga­ni­siert et­wa IBM ei­nen Groß­teil sei­ner Soft­ware-ent­wick­lung über In­ter­net­platt­for­men. In der Re­gel sind die­se Tä­tig­kei­ten je­doch schlecht be­zahlt – der Au­tor be­rich­tet u. a. von sei­nem Selbst­ver­such als „frei­er Tex­ter“– und die Be­trof­fe­nen ha­ben kei­ner­lei so­zi­al­recht­li­che Ab­si­che­rung.

Be­cker zeigt mit fun­dier­ter Re­cher­che und nicht oh­ne Hu­mor die Mög­lich­kei­ten und Gren­zen der Di­gi­ta­li­sie­rung in der Ar­beits­welt auf. Die Bei­spie­le rei­chen da­bei von klas­si­schen In­dus­trie­ro­bo­tern über Sprach-ma­schi­nen bis hin zum Ern­te­ro­bo­ter in der Land­wirt­schaft oder der in­ter­ak­ti­ven Lern­soft­ware. Der Au­tor plä­diert da­für, die di­gi­ta­len Net­ze als öf­fent­li­che Gü­ter zu or­ga­ni­sie­ren und über ein „platt­form­ba­sier­tes Ge­nos­sen­schafts­we­sen“(S. 165) neue, nicht pro­fit­ge­steu­er­te Pro­duk­ti­ons­wei­sen zu ent­wi­ckeln – et­wa im Sin­ne ei­ner von Paul Ma­son (s. PZ 1/17*14) fa­vo­ri­sier­ten „kol­la­bo­ra­ti­ven All­men­de­pro­duk­ti­on“. Und er for­dert, der Ent­gren­zung und Ver­dich­tung der Er­werbs­ar­beit eben­so wie ih­rer My­thi­sie­rung als al­lei­ni­ge Sinn­stif­te­rin in­di­vi­du­ell wie kol­lek­tiv mit sub­ver­si­vem Hu­mor ent­ge­gen­zu­tre­ten. Nach dem Mot­to: „Nicht het­zen – ich bin bei der Ar­beit, nicht auf der Flucht“.

Ka­pi­ta­lis­mus: di­gi­ta­ler 88 Be­cker, Mat­thi­as Mar­tin: Au­to­ma­ti­sie­rung und Aus­beu­tung. Was wird aus der Ar­beit im di­gi­ta­len Ka­pi­ta­lis­mus? Wi­en: Pro­me­dia, 2017. 239 S., € 19,90 [D], 2050 [A] ; ISBN 978-3-85371-418-8

So­zia­le Re­vo­lu­ti­on

Der di­gi­ta­len Re­vo­lu­ti­on müs­se ei­ne so­zia­le Re­vo­lu­ti­on fol­gen, so die Grund­the­se ei­nes gleich­na­mi­gen Ban­des, der Bei­trä­ge von Au­to­ren li­be­ra­ler bis lin­ker Pro­ve­ni­enz ver­eint. Die Her­aus­ge­ber Bör­ries Hor­ne­mann, Mit­be­grün­der des For­schungs­netz­werks Neo­po­lis, und Ar­min Steu­er­na­gel, Grün­der der Pur­po­se-stif­tung und Mit­glied des Think Tank 30 des Club of Ro­me, rech­nen sich den So­ci­al En­tre­pre­neurs zu. Sie kri­ti­sie­ren die ge­gen­wär­ti­ge „Wohl­fahrts­bü­ro­kra­tie“und for­dern an­ge­sichts der Fle­xi­bi­li­sie­rung der Ar­beits­ver­hält­nis­se neue For­men der so­zia­len Ab­si­che­rung. Das Prin­zip der Ge­gen­sei­tig­keit soll wie­der vom So­zi­al­staat auf selbst­or­ga­ni­sier­te Ver­trau­ens­net­ze ver­la­gert wer­den. Die bei­den be­schrei­ben neue Mo­del­le von Peer-to-peer-ver­si­che­run­gen wie die nie­der­län­di­schen „Brood­fonds“, in de­nen sich Selb­stän­di­ge zu­sam­men­schlie­ßen, oder Platt­for­men wie Com­mo­ne­a­sy, Te­am­brel­la oder Ar­taba­na, die nach dem Prin­zip der li­quid de­mo­cra­cy auf on­line­ba­sier­ten Ver­si­che­rungs­sys­te­men ba­sie­ren. Als Bei­spiel, das be­reits vor dem Sie­ges­zug des In­ter­net funk­tio­nier­te, dient den bei­den auch das ja­pa­ni­sche Vor­sor­ge-zeit­kon­to „Fu­re­ai Kip­pu“, auf Deutsch „Ti­cket für ge­gen­sei­ti­gen Kon­takt“. Frei­wil­lig ge­leis­te­te Be­treu­ungs­ar­beit wird auf ei­nem Kon­to gut­ge­schrie­ben, wel­ches in An­spruch ge­nom­men wer­den kann, wenn man selbst Be­treu­ung braucht. Teil die­ses „Post-bis­mark-so­zi­al­sys­tems“(S. 149) ist für Steu­er­na­gel und Hor­ne­mann ein be­din­gungs­lo­ses Grund­ein­kom­men, das aus den Ge­win­nen der neu­en Di­gi­tal­öko­no­mie fi­nan­ziert wer­den soll.

Dar­in sind sie sich ei­nig mit an­de­ren, der Lin­ken zu­zu­rech­nen­den Au­to­ren wie dem ehe­ma­li­gen Us­ar­beits­mi­nis­ter Ro­bert Reich, dem Us-ge­werk­schaf­ter And­rew L. Stern (er be­tont in sei­nem Bei­trag, dass er mit der For­de­rung nach ei­nem Grund­ein­kom­men in sei­nen Rei­hen frei­lich noch al­lein sei) oder dem Öko­no­men und Kurz­zeit-fi­nanz­mi­nis­ter in Grie­chen­land Ya­nis Va­rou­fa­kis. Letz­te­rer fährt mit star­ken An­sa­gen auf: Das so­zi­al­de­mo­kra­ti­sche Zeit­al­ter, in dem sich die Ar­bei­ter­klas­se durch kol­lek­ti­ve Ver­si­che­rungs­sys­te­me ge­schützt ha­be, sei tot. Und seit der Fi­nanz­kri­se von 2008 gel­te dies auch für den Ka­pi­ta­lis­mus. Die Grün­de sieht Va­rou­fa­kis in der „Fi­nan­zia­li­sie­rung“des Ka­pi­ta­lis­mus, der im Mas­sen­trans­fer von Reich­tum aus der Pro­duk­ti­on in den Fi­nanz­sek­tor statt­fin­de und durch De­fla­ti­on, Kauf­kraft­ver­lust und Ne­ga­tiv­zin­sen das ka­pi­ta­lis­ti­sche Wirt­schaf­ten un­ter­gra­be. Den zwei­ten Grund für ei­ne Neu­aus­rich­tung der So­zi­al­sys­te­me sieht der Öko­nom in der „Re­bel­li­on der Ma­schi­nen“, die „al­le re­pe­ti­ti­ve, rou­ti­ne­mä­ßi­ge und al­go­rith­mi­sche Ar­beit er­set­zen“(S. 103). Das be­din­gungs­lo­ses Grund­ein­kom­men ar­gu­men­tiert Va­rou­fa­kis mit der kol­lek­ti­ven Ge­ne­rie­rung des Reich­tums, die­ses sei da­her ei­ne „ge­rech­te Di­vi­den­de“für al­le (S. 105) so­wie mit der Not­wen­dig­keit, die Ge­sell­schaf­ten neu „zu sta­bi­li­sie­ren und zu zi­vi­li­sie­ren“(104). Dem frü­he­ren „so­zia­len Netz“müs­se in der Zeit pre­kä­rer Ar­beit ein „so­zia­les Fun­da­ment“(S. 106) fol­gen. Da schlie­ßen auch an­de­re, eher dem wirt­schafts­li­be­ra­len Flü­gel zu­zu­rech­nen­de Au­to­ren im Band an, et­wa der deut­sche Fond­ma­na­ger und App-ent­wick­ler Al­bert Wen­ger, oder der Mit-wis­sen­schaft­ler Erik Bryn­jolfs­son, der die breit re­zi­pier­te Stu­die „The Se­cond Ma­chi­ne Age“über die Au­to­ma­ti­sie­rungs­fol­gen der Di­gi­ta­li­sie­rung ver­fasst hat (ge­mein­sam mit And­rew Mca­fee). Auch die Ex­per­tin für „On-de­mand-öko­no­mie“der Open So­cie­ty Foun­da­ti­on Na­ta­lie Fos­ter, die mit em­pi­ri­schen Be­fun­den die Trans­for-

„Die Di­gi­ta­li­sie­rung er­mög­licht neue Ar­beits­for­men, die die Gren­zen der Be­trie­be über­win­den. Der Fei­er­abend wird ab­ge­schafft, die Gren­ze zwi­schen Le­ben und Ar­bei­ten soll fal­len. Die Di­gi­tal­tech­nik macht das Zu­hau­se zum Su­per­markt, in­dem der smar­te Kühl­schrank das Ein­kau­fen für mich über­nimmt, aber auch zum Ho­me Of­fice, zum Ar­beits­platz.“(Mat­thi­as M. Be­cker in 88 , S. 204)

ma­ti­on der Ar­beits­welt in den USA un­ter­mau­ert, for­dert die Ent­kopp­lung so­zia­ler Si­che­rung von der Er­werbs­ar­beit durch „mo­bi­le So­zi­al­leis­tun­gen so­wie ein be­din­gungs­lo­ses Grund­ein­kom­men“(S. 143). Micha­el D. Tan­ner, laut New York Ti­mes ei­ner der „Ar­chi­tek­ten für pri­va­te Vor­sor­ge“in den USA, plä­diert für das Grund­ein­kom­men, weil da­mit die So­zi­al­bü­ro­kra­tie ab­ge­schafft wür­de und die Men­schen ihr Le­ben selbst in Hand neh­men (ein Be­fund, der frei­lich nicht all­ge­mein ge­teilt wird!). Die Bei­trä­ge des Ban­des set­zen zum ei­nen auf neue Ver­si­che­rungs­sys­te­me der Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on (der Hirn­for­scher Gerald Hüt­her plä­diert in die­sem Sin­ne für ei­ne an­de­re „Be­zie­hungs­kul­tur“der Re­zi­pro­zi­tät); zum an­de­ren eben auf ei­ne Grund­si­che­rung. Bei­de Stoß­rich­tun­gen ge­hen von der Ero­si­on des her­kömm­li­chen Er­werbs­ar­beits­sys­tems aus, die ei­ne „So­zi­al­re­vo­lu­ti­on“nö­tig ma­che. Doch noch ist nicht aus­ge­macht, wie weit dem tat­säch­lich so sein wird und die Ab­kehr von den her­kömm­li­chen So­zial­in­sti­tu­tio­nen vor­schnell ge­for­dert wird. In an­de­ren Wor­ten, dass die Ge­fahr be­steht, „das Kind mit dem Bad aus­zu­schüt­ten“.

Ka­pi­ta­lis­mus: di­gi­ta­ler 89 So­zi­al­re­vo­lu­ti­on. Hrsg. v. Bör­ries Hor­ne­mann und Ar­min Steu­er­na­gel. Frankfurt/m.: Cam­pus , 2017. 209 S., € 19,95 [D], 20,60 [A]

ISBN 978-3-593-50682-1

Ra­di­kal ge­recht

Auch Tho­mas Straub­haar, ehe­mals Chef des Ham­bur­gi­schen Welt­wirt­schafts­in­sti­tuts, reiht sich in die Rie­ge der Be­für­wor­ter ei­nes Grund­ein­kom­mens ein. Für ihn ist klar, dass ei­ne neue Ära ei­ne neue Art von Ab­si­che­rung ver­langt. Die Di­gi­ta­li­sie­rung wer­de vie­le Tä­tig­kei­ten über­flüs­sig und der de­mo­gra­fi­sche Wan­del die So­zi­al­sys­te­me un­fi­nan­zier­bar ma­chen. Zu­dem sei­en die Le­bens­läu­fe zu­neh­mend ge­prägt von Um­brü­chen und Neu­ori­en­tie­run­gen. In sei­nem Buch „Ra­di­kal ge­recht“für die Kör­ber-stif­tung ar­gu­men­tiert er, ein be­din­gungs­lo­ses Grund­ein­kom­men, wel­ches das Exis­tenz­mi­ni­mum für al­le si­che­re, stär­ke das Zu­sam­men­ge­hö­rig­keits­ge­fühl in der Ge­sell­schaft. Es sor­ge für Halt und schaf­fe Frei­räu­me, die man für selbst­be­stimm­te Tä­tig­kei­ten nut­zen kön­ne. Straub­haar hat die De­bat­te über ein be­din­gungs­lo­ses Grund­ein­kom­men in Deutsch­land be­feu­ert, ge­ra­de weil er die­ses nicht als ideo­lo­gi­sches Pro­jekt sieht, son­dern als lo­gi­sche Kon­se­quenz der glo­ba­len Ent­wick­lun­gen be­trach­tet. Er pos­tu­liert, die Di­gi­ta­li­sie­rung wer­de das ge­gen­wär­ti­ge So­zi­al­sys­tem spren­gen und mehr Ar­beits­plät­ze ver­nich­ten als die Kri­ti­ker des Grund­ein­kom­mens ver­mu­ten. In sei­nem Haupt­sze­na­rio geht Straub­haar von ei­nem ga­ran­tier­ten Min­dest­ein­kom­men von 1.000 € pro Per­son und Mo­nat aus. Um die­ses und wei­te­re staat­li­che Leis­tun­gen zu fi­nan­zie­ren, wür­den die Ein­kom­men aus Ar­beit und Ka­pi­tal an der Quelle mit 50% be­steu­ert. Wer nichts ver­dient, er­hält vom Staat das Min­dest­ein­kom­men von 12.000 €. Wer 24.000 € ein­nimmt, zahlt zwar 12.000 € (50%) an Steu­ern, er­hält aber die Min­dest­si­che­rung von 12.000 € und kommt so wie­der auf 24.000 €. Und je­mand mit 100.000 € Ein­kom­men wür­de 50.000 € an den Staat ab­lie­fern, er­hiel­te 12.000 € zu­rück und kä­me auf net­to 62 000 €. Per­so­nen mit hö­he­rem Ein­kom­men zah­len so­mit pro­zen­tu­al mehr an den Staat. Straub­haars Mo­dell ent­spricht ei­ner ne­ga­ti­ven Ein­kom­mens­steu­er, wie sie der Öko­no­mie-no­bel­preis­trä­ger Mil­ton Fried­man vor­ge­schla­gen hat. Als gro­ßen Vor­teil die­ses Vor­schlags sieht der Öko­nom wie an­de­re auch, dass die So­zi­al- und Steu­er­bü­ro­kra­tie ob­so­let wür­de. Gleich­zei­tig blie­be es der Po­li­tik un­be­nom­men, Geld für spe­zi­el­le För­der- und Für­sor­ge­sys­te­me in die Hand zu neh­men und in Not­si­tua­tio­nen zu­sätz­li­che Leis­tun­gen zu fi­nan­zie­ren. Kri­ti­ker wie der Ar­muts­for­scher Chris­toph But­ter­weg­ge se­hen hier frei­lich die Ge­fahr der Aus­höh­lung des Wohl­fahrts­staa­tes, wäh­rend die hö­he­re Be­steue­rung des Reich­tums un­an­ge­tas­tet blie­be. But­ter­weg­ge plä­diert da­für, die bis­he­ri­ge Ar­beit­neh­me­rin­ne­nin ei­ne all­ge­mei­ne, ein­heit­li­che und so­li­da­ri­sche Bür­ger­ver­si­che­rung um­zu­wan­deln. Die­se Bür­ger­ver­si­che­rung soll sämt­li­che ge­eig­ne­ten Ver­si­che­rungs­zwei­ge über­grei­fen: Kran­ken-, Pfle­ge- und Ren­ten­ver­si­che­rung müss­ten ge­mein­sam und nach den­sel­ben Or­ga­ni­sa­ti­ons­prin­zi­pi­en re­struk­tu­riert wer­den. Die Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung könn­te – so But­ter­weg­ge – in ei­ne „Ar­beits­ver­si­che­rung“um­ge­wan­delt wer­den, die nicht erst Leis­tun­gen er­bringt, wenn der Ri­si­ko­fall ein­ge­tre­ten ist, und zu­dem Frei­be­ruf­ler/in­nen auf­neh­men. Da­mit schlös­se sich der Kreis zu ei­ner fast al­le Ge­sell­schafts­mit­glie­der um­fas­sen­den Er­werbs­tä­ti­gen­ver­si­che­rung, die dem he­te­ro­ge­ner wer­den­den Ar­beits­markt Rech­nung trägt. Grund­ein­kom­men

„Die di­gi­ta­le Re­vo­lu­ti­on führt oh­ne So­zi­al­re­vo­lu­ti­on ins Cha­os. Das leh­ren uns nicht zu­letzt die ver­hee­ren­den ge­sell­schaft­li­chen Aus­wir­kun­gen der In­dus­tri­el­len Re­vo­lu­ti­on“(Hor­ne­mann/steu­er­na­gel in 89 , S. 13)

90 Straub­haar, Tho­mas: Ra­di­kal ge­recht. Wie das be­din­gungs­lo­se Grund­ein­kom­men den So­zi­al­staat re­vo­lu­tio­niert. Hamburg: Edi­ti­on-kör­ber-stif­tung, 2017. 248 S. € 17,- [D], 17,50 [A]

91 But­ter­weg­ge, Chris­toph: Hin­ter die Fich­te ge­führt. In­ter­view auf 3-SAT. www.3sat.de/me­dia­thek/?mo­de=play&obj=62222

92 But­ter­weg­ge, Chris­toph: Bür­ger­ver­si­che­rung und/oder be­din­gungs­lo­ses Grund­ein­kom­men? www.chris­toph­but­ter­weg­ge.de/tex­te/grund­ein­kom­men.pdf (Auf­ge­ru­fen am 7.5.2017)

„Den­ken wir uns das Grund­ein­kom­men als ei­nen Treu­hand­fonds für al­le, wel­cher aus den Di­vi­den­den des ge­sam­ten Ka­pi­tals be­zahlt wird, das letzt­lich auch von al­len er­zeugt wur­de.“

(Ya­nis Va­rou­fa­kis in 89 , S. 109)

Grund­ein­kom­men öko­lo­gisch ar­gu­men­tiert

Eben­falls für ein Grund­ein­kom­men plä­diert der deut­sche So­zi­al­wis­sen­schaft­ler Micha­el Opiel­ka, je­doch pri­mär aus de­mo­gra­fi­schen und öko­lo­gi­schen Grün­den. „Da­mit die So­zi­al­po­li­tik nicht fi­nan­zi­ell über­for­dert wird – Gut­ver­die­nen­de le­ben meist län­ger und be­zie­hen län­ger Ren­te – muss die Le­bens­stan­dard­si­che­rung ver­nünf­tig be­grenzt wer­den“(S. 105), so die zen­tra­le Ar­gu­men­ta­ti­on von Opiel­ka in sei­ner Ab­hand­lung über „So­zia­le Nach­hal­tig­keit“. Zu­dem müs­se das Kon­sum­ni­veau ge­de­ckelt oder gar zu­rück­ge­fah­ren wer­den.

Die So­zi­al­sys­te­me sei­en dem­ge­mäß im „Um­welt­staat“neu zu jus­tie­ren. Der Au­tor un­ter­schei­det vier Kon­zep­tio­nen von so­zia­ler Nach­hal­tig­keit (S. 18ff): ein „en­ges“Ver­ständ­nis im Sin­ne von „so­zia­ler Um­ver­tei­lung“; ein „in­ter­na­les“Ver­ständ­nis, das sich auf die „Re­pro­duk­ti­on der ge­mein­schaft­li­chen Kern­sys­te­me ei­ner Ge­sell­schaft“(S. 19) be­zieht; ein „skep­ti­sches“Ver­ständ­nis, wel­ches Fra­gen wie die Ge­ne­ra­tio­nen­ge­rech­tig­keit so­wie die öf­fent­li­che Ver­schul­dung in den Blick nimmt; schließ­lich vier­tens ein „wei­tes“Ver­ständ­nis so­zia­ler Nach­hal­tig­keit, das er als um­fas­sen­des Trans­for­ma­ti­ons­pro­jekt der Ge­sell­schaft ver­stan­den wis­sen will. Im Zen­trum steht da­bei das Prin­zip des Grund­rechts al­ler auf Ba­sis­ver­sor­gung, was der Au­tor als „Ga­ran­tis­mus“(S. 20) be­zeich­net. Opiel­ka dis­ku­tiert Fra­gen wie die Ab­hän­gig­keit des So­zi­al­staats von Wirt­schafts­wachs­tum, die Trans­for­ma­ti­on der Wirt­schaft nach dem Sek­to­ren­mo­dell, in dem ein quar­tä­rer wis­sens­ba­sier­ter Sek­tor ein­ge­führt wird (Di­enst­leis­tun­gen schätzt Opiel­ka da­bei als res­sour­cen­scho­nend und da­her ten­den­zi­ell nach­hal­ti­ger als ma­te­ri­el­len Kon­sum ein), die Rol­le von Wert­hal­tun­gen im Kon­text von Nach­hal­tig­keit (am Bei­spiel der En­zy­kli­ka „Lau­da­to si“von Papst Fran­zis­kus) so­wie die Zu­kunft der Städ­te (Kom­mu­nen räumt Opiel­ka ei­nen wich­ti­gen Stel­len­wert als Ak­teu­re des Wan­dels ein). Re­fe­renz­punkt der Aus­füh­run­gen sind die 2015 ver­ab­schie­de­ten „Sustainable De­ve­lop­ment Go­als“(SDGS) der Ver­ein­ten Na­tio­nen, da die­se So­zi­alund Um­welt­po­li­tik ver­knüp­fen.

Opiel­ka warnt vor in­di­vi­dua­lis­ti­schen Post­wachs­tumsund Aus­stiegs­sze­na­ri­en (wo­bei sei­ne Kri­tik an Ni­ko Pa­ech et­was ver­kürzt er­scheint) und setzt auf das Pri­mat der Po­li­tik. Mit dem So­zi­al­po­li­tik­for­scher Ian Gough spricht er von den „Fi­ve Is“, die da­bei zu re­flek­tie­ren sei­en: In­dus­tria­li­sie­rung, In­ter­es­sen, In­sti­tu­tio­nen, Ide­en/ideo­lo­gi­en und In­ter­na­tio­na­le Ein­flüs­se (S. 81). Ei­ne Trans­for­ma­ti­on so­zia­ler Si­che­rung durch Ein­füh­rung ei­nes Grund­ein­kom­mens und die Auf­wer­tung nicht mo­ne­tä­rer Ar­beit bei gleich­zei­ti­ger Be­gren­zung der „Le­bens­stan­dard­si­che­rung“sieht der Lei­ter des In­sti­tuts für So­zi­al­öko­lo­gie (ISÖ) da­bei als zen­tra­le Ach­sen der Um­steue­rung. Die ge­gen­wär­ti­ge „Ex­ter­na­li­sie­rungs­ge­sell­schaft“– ein Be­griff, den Ste­phan Les­se­nich ge­prägt hat – müs­se in ei­ne „In­ter­na­li­sie­rungs­ge­sell­schaft“trans­for­miert wer­den. Öko­lo­gisch und öko­no­misch mit dem Vor­han­de­nen aus­zu­kom­men, be­deu­te ei­nen Ab­schied vom Pro­duk­ti­vis­mus und Wachs­tums­zwang, der eng an die Er­werbs­ar­beit ge­kop­pelt sei. Für Opiel­ka ist hier noch viel an Ar­gu­men­ta­ti­ons­ar­beit zu leis­ten, denn auch die „nach­hal­ti­ge Ge­sell­schaft“wer­de von den po­li­ti­schen Eli­ten der­zeit aus­schließ­lich er­wers­ar­beits­zen­triert ge­dacht.

So­zi­al­po­li­tik 93 Opiel­ka, Micha­el: So­zia­le Nach­hal­tig­keit.

Auf dem Weg in die In­ter­na­li­sie­rungs­ge­sell­schaft. München: oe­kom, 2017. 132 S., € 19,95 [D], 20,60 [A] ISBN 978-3-96006-005-5

Zwi­schen den Ar­beits­wel­ten

Nach­hal­tig­keit so­wie ein er­wei­ter­ter Ar­beits­be­griff sind auch die Klam­mer des neu­en Ban­des der Rei­he Fo­rum für Ver­ant­wor­tung, der mit „Zwi­schen den Ar­beits­wel­ten“über­schrie­ben ist. Ein Au­to­ren­kol­lek­tiv der For­schungs­stät­te der Evan­ge­li­schen Stu­di­en­ge­mein­schaft (FEST) um Hans Die­fen­ba­cher, der an der Uni­ver­si­tät Hei­del­berg Volks­wirt­schaft lehrt, ent­wirft dar­in ein um­fas­sen­des Bild von Ar­beit in ei­ner Post­wachs­tums­öko­no­mie. Be­griffs­klä­run­gen zu Ar­beit und Post­wachs­tum so­wie Uto­pi­en zur Zu­kunft der Ar­beit et­wa bei Gus­tav Lan­dau­er, And­re Gorz, Je­re­my Rif­kin, dem „Mehr­schich­ten-mo­dell der Ar­beit“des Club of Ro­me oder bei Frit­jov Berg­mann („New Work“) und Cars­ten Stah­mer („Halb­tags­ge­sell­schaft“) fol­gen prak­ti­sche An­sät­ze ei­nes an­de­ren Ar­bei­tens. Be­schrie­ben wer­den Bei­spie­le der Selbst­ver­sor­ger-land­wirt­schaft, die Kib­buz­be­we­gung so­wie Initia­ti­ven lo­ka­ler Öko­no­mie und Tran­si­ti­on Towns. Im zwei­ten Teil der Pu­bli­ka­ti­on geht es um Ein­zel­as­pek­te, et­wa das Ver­hält­nis von Ar­beit und Ei­gen­tum so­wie von Ar­beit und Ein­kom­men, die Rol­le von Bil­dung und Qua­li­fi­ka­ti­on, die Un­ter­schie­de von for­mel­ler und in­for­mel­ler Ar­beit, um Ar­beits­zeit­mo­del­le und Ar­beits­zeit­po­li­tik so­wie schließ­lich um Struk­tur­wan­del durch neue (Öko-) Tech­no­lo­gi­en und Di­gi­ta­li­sie­rung. Re­fe­riert und re­flek­tiert wer­den öf­fent­li­che Dis­kur­se (vom Ei­gen­tums­be­griff bei Marx bis hin zu je­nem der Post­wachs­tums­öko­no­mie) eben­so wie prak­ti­sche An­sät­ze (Ca­re-öko­no­mie oder ge­woll­te Teil­zeit). Kurz ein­ge­gan­gen sei auf die ab­schlie­ßen­den Emp­feh­lun­gen, die von der The­se aus­ge­hen, „dass ei­ne Rück­kehr zu dau­er­haft ho­hen Wachs­tums­ra­ten in frü-

„Ei­ne trans­ver­sa­le, ga­ran­tis­ti­sche So­zi­al­po­li­tik wird we­der al­le Res­sour­cen­noch al­le Kli­ma­pro­ble­me un­se­rer Er­de lö­sen. Aber sie kann ei­nen we­sent­li­chen Steue­rungs­bei­trag leis­ten: Re­fe­renz­punkt ih­rer In­ter­ven­tio­nen ist und bleibt das Sub­jekt der Men­schen­rech­te, der ein­zel­ne Mensch, und nicht, wie im Ka­pi­ta­lis­mus fak­tisch der Fall, der kol­lek­ti­vis­ti­sche Sys­tem­im­pe­ra­tiv der Pro­fit­ma­xi­mie­rung.“(Micha­el Opiel­ka in 93 , S. 44)

hent­wi­ckel­ten In­dus­trie­ge­sell­schaf­ten sehr un­wahr­schein­lich ist“(S. 355). Vor­ge­schla­gen wer­den der „Vor­rang für ei­ne ge­mein­we­sen­ori­en­tier­te Öko­no­mie“(1), die vor­nehm­lich re­gio­nal und klein­be­trieb­lich or­ga­ni­siert ist; der „Vor­rang für gu­te Ar­beit“(2), die Sinn­stif­tung und Ar­beits­qua­li­tät vor Ef­fi­zi­enz reiht; die „För­de­rung der in­for­mel­len Ar­beit“(3) z. B. durch de­ren stär­ke­re Ein­be­zie­hung in die so­zia­len Si­che­rungs­sys­te­me; die „Eta­b­lie­rung ei­ner Viel­falt von Ar­beits­zeit­mo­del­len“(4) u. a. durch Auf­wer­tung von Teil­zeit; die „Er­pro­bung ei­nes le­bens­pha­sen­spe­zi­fi­schen Grund­ein­kom­mens“(5), des­sen Hö­he mit der Be­dürf­tig­keit in ver­schie­de­nen Le­bens­pha­sen va­ri­ie­ren und das in ei­nem Mo­dell­ver­such (Bei­spiel Finn­land) für Deutsch­land er­probt wer­den soll; die „Ver­rin­ge­rung der Un­gleich­heit“(6) zu­min­dest wie­der auf das Ni­veau des Jah­res 2000; die „Um­steue­rung bei der Staats­fi­nan­zie­rung“(7) nach dem Prin­zip „tax bads, not goods“. Schließ­lich wird die Or­ga­ni­sie­rung ei­nes ge­sell­schaft­li­chen Dis­kur­ses über die Art des Wirt­schaf­tens (8) und, da­mit zu­sam­men­hän­gend, ein „ganz­heit­li­ches Bil­dungs­sys­tem“(9) ge­for­dert.

Der Band bie­tet ei­ne aus­ge­zeich­ne­te Über­sicht über die ak­tu­el­len De­bat­ten und An­sät­ze zu ei­nem er­wei­ter­ten Ver­ständ­nis von Ar­beit mit ei­nem star­ken Plä­doy­er für ein re­gio­na­les und am Ge­mein­we­sen ori­en­tier­tes Wirt­schaf­ten. Die Quint­es­senz Be­zug neh­mend auf den Ti­tel: „Wir be­fin­den uns zwi­schen den Ar­beits­wel­ten – der Ar­beits­welt ei­nes hoch­ef­fi­zi­en­ten, glo­ba­li­sier­ten Ka­pi­ta­lis­mus und ei­ner Ar­beits­welt, die in ge­wis­ser Wei­se zu ei­nem mensch­li­chen Maß fin­den möch­te.“(S. 356) Post­wachs­tum

94 Zwi­schen den Ar­beits­wel­ten. Der Über­gang in die Post­wachs­tums­ge­sell­schaft. Hans Die­fen­ba­cher ... (Mitarb.). Frankfurt/m.: Fi­scher, 2016. 416 S.,

€ 13,99 [D], 14,40 [A] ; ISBN 978-3-596-03592-2

An­lei­tun­gen zu New Work

Mar­kus Väth ist Psy­cho­lo­ge, Be­ra­ter, Bur­nout-ex­per­te und Ver­fech­ter ei­ner neu­en Ar­beits­kul­tur. In „Ar­beit. Die schöns­te Ne­ben­sa­che der Welt“be­schreibt er, war­um wir ei­nen Wan­del der Ar­beits­welt brau­chen, was „New Work“(in Nach­fol­ge von Frit­h­jof Berg­mann) be­deu­tet und wie die­se ge­lin­gen kann. Der Au­tor plä­diert wie an­de­re auch für ei­nen er­wei­ter­ten Ar­beits­be­griff („Be­zahl­te Ar­beit, nicht be­zahl­te Ar­beit und Nicht-ar­beit auf ei­ne Stu­fe stel­len“, S. 72), ei­ne Schär­fung der De­fi­ni­ti­on von sinn­vol­ler Ar­beit („Ho­he Selbst­wirk­sam­keit als Ich-di­men­si­on“, „So­zia­le An­er­ken­nung als Du-di­men­si­on“und „Ge­lun­ge­ne Tran­szen­denz als Wir-di­men­si­on“, die nach dem ei­ge­nen Platz in der Welt fragt, S. 78) so­wie für neue Un­ter­neh­mens­kul­tu­ren („Die or­ga­ni­sa­to­ri­sche

Re­vo­lu­ti­on“, S. 115). Struk­tu­rel­le Maß­nah­men sieht Väth u. a. im Aus­bau von Teil­zeit, ei­nem steu­er­fi­nan­zier­ten Bil­dungs­geld für Ar­bei­ten­de, in Po­ten­zi­al­ana­ly­sen, die ver­pflich­tend an al­len Schu­len ein­ge­führt wer­den soll­ten, in Prak­ti­kums­ta­gen nicht nur für Aus­zu­bil­den­de, son­dern auch für Be­rufs­er­fah­re­ne, in be­trieb­li­chen Lern­zeit­kon­ten so­wie in der Kopp­lung der Or­ga­ni­sa­ti­ons­zie­le an die Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­kei­ten (S. 155ff.). Die zeit­li­che und or­ga­ni­sa­to­ri­sche Tren­nung von Ar­beit und Le­ben ist für den Bil­dungs­be­ra­ter un­rea­lis­tisch ge­wor­den („Die Dia­lek­tik von Ar­beit und Le­ben auf­lö­sen“, S. 162), Kom­pe­ten­zen müss­ten in Zu­kunft um­fang­rei­cher de­fi­niert wer­den (ne­ben die Fach­kom­pe­tenz tritt die Selbst- und So­zi­al­kom­pe­tenz so­wie die Me­tho­den- und Hand­lungs­kom­pe­tenz, S. 170 ff.). Zu­dem brau­che es so­ge­nann­te „sys­tem­re­le­van­te Kom­pe­ten­zen“. Der Au­tor zählt da­zu „In­for­ma­ti­vi­tät“als dy­na­mi­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit Wis­sen und In­for­ma­ti­on, Netz­kom­pe­tenz, die ho­he Fle­xi­bi­li­tät und so­zia­le Fer­tig­kei­ten er­for­de­re, schließ­lich die Fä­hig­kei­ten der Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on (ein­schließ­lich Lern­fä­hig­keit und Selbst­ver­mark­tung [!]), und des Le­a­dership (als Son­der­form der Kom­mu­ni­ka­ti­on) so­wie ethi­sche Ge­sin­nung (S. 183 ff.). Feh­ler­kul­tur, Vor­bil­der, Füh­rungs­la­bors und die För­de­rung von Selbst­re­fle­xi­on sol­len da­zu bei­tra­gen, die­se Me­ta­kom­pe­ten­zen zu ver­wirk­li­chen.

New Work 96 Väth, Mar­kus: Ar­beit. Die schöns­te Ne­ben­sa­che der Welt. Wie New Work un­se­re Ar­beits­welt re­vo­lu­tio­niert. Of­fen­bach: Ga­bal, 2016. 256 S., € 24,90 [D], 25,60 [A] ; ISBN 978-3-86936-720-0

„Wir be­fin­den uns zwi­schen den Ar­beits­wel­ten – der Ar­beits­welt ei­nes hoch­ef­fi­zi­en­ten, glo­ba­li­sier­ten Ka­pi­ta­lis­mus und ei­ner Ar­beits­welt, die in ge­wis­ser Wei­se zu ei­nem mensch­li­chen Maß fin­den möch­te.“(Hans Die­fen­ba­cher ... in 94 , S. 356)

Ar­beits­ge­füh­le, Di­enst­bo­ten und Ar­beits­recht

Ab­schlie­ßend sei­en ei­ni­ge Pu­bli­ka­tio­nen vor­ge­stellt, die Fa­cet­ten der neu­en Ar­beits­welt be­rüh­ren. Sa­bi­ne Do­nau­er be­schreibt in ih­rer so­zi­al­his­to­ri­schen Analyse ”Fak­tor Freu­de” den Wan­del vom äu­ße­ren Zwang der frü­hen Fa­b­riks­ar­beit zu den neu­en in­ne­ren Zwän­gen der mo­der­nen Ar­beits­welt, die durch Mo­ti­va­ti­ons­trai­nings, Iden­ti­fi­ka­ti­onstricks und ideo­lo­gi­sche Auf­la­dun­gen der Er­werbs­ar­beit er­reicht wer­den (sol­len).

Der Ger­ma­nist Chris­toph Bart­mann schil­dert, aus­ge­hend von sei­nen ei­ge­nen Er­fah­run­gen als Di­rek­tor des Goe­the-in­sti­tuts in New York, die „Rück­kehr der Die­ner“in den All­tag auch der Mit­tel­schich­ten in den Wohl­stands­ge­sell­schaf­ten. Häus­li­che Di­enst­leis­tungs­ar­beit wird sich wo­mög­lich als lang­le­bi­ger er­wei­sen als vie­le der bes­ser be­zahl­ten und an­ge­se­he­nen Jobs in Ver­wal­tung und Ma­nage­ment, die sich viel mü­he­lo­ser an Ro­bo­ter de­le­gie­ren las­sen, so sei­ne Ver­mu­tung. Bart­mann greift Phä­no­me­ne auf wie die Aus­la­ge­rung der Sor­ge­ar­beit („Zur Öko­no­mie des Küm­merns“), aber auch das mög­li­che En­de des Die­nens durch „künst­li­che Be­treu­er“wie Ro­bo­ter und das In­ter­net der Din­ge. Der Ar­beits­recht­ler Gregor Thü­s­ing un­ter­brei­tet in sei­nem „Plä­doy­er für ei­ne ge­rech­te Ord­nung des Ar­beits­mark­tes“zahl­rei­che Vor­schlä­ge zur bes­se­ren Ab­si­che­rung von Er­werbs­ar­beit in den un­si­che­rer wer­den­den Zei­ten von Fle­xi­bi­li­sie­rung und Di­gi­ta­li­sie­rung. Aus­füh­run­gen über die Be­deu­tung von Ar­beit in ei­ner frei­heit­li­chen Wirt­schafts­ord­nung und dem Ar­beits­recht als Schutz der Ver­trags­frei­heit fol­gen Über­le­gun­gen zu ei­nem Min­dest­lohn, der bes­se­ren Ab­si­che­rung von Leih­ar­beit und Schein­werk­ver­trä­gen, der Ver­ein­bar­keit von Fa­mi­lie und Be­ruf so­wie zum Da­ten­schutz. Wei­te­re Ab­schnit­te wid­men sich der de­mo­gra­fi­schen Her­aus­for­de­rung, dem Dis­kri­mi­nie­rungs­schutz in ei­ner plu­ra­lis­ti­schen Ge­sell­schaft, der kol­lek­ti­ven Ver­tre­tung in ei­ner in­di­vi­dua­li­sier­ten Ge­sell­schaft so­wie ei­nem so­zia­len Eu­ro­pa.

Ar­beits­welt 97 Do­nau­er, Sa­bi­ne: Fak­tor Freu­de. Wie die Wirt­schaft Ar­beits­ge­füh­le er­zeugt. Hamburg: Kör­ber-stif­tung, 2017. 248 S., € 16,- [D], 16,40 [A]

ISBN: 978-3-89684-171-1

98 Bart­mann, Chris­toph: Die Rück­kehr der Die­ner.

Das neue Bür­ger­tum und sein Per­so­nal. München: Han­ser, 2016. 287 S. € 22,- [D], 22,70 [A]

ISBN 978-3-446-25287-5

99 Thü­s­ing, Gregor: Mit Ar­beit spielt man nicht.

Plä­doy­er für ei­ne ge­rech­te Ord­nung des Ar­beits­markts. München: Beck, 2015. 192 S. 19,80 [D], 20,50 [A]

ISBN 978-3-406-67759-5

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