Ame­ri­ka ver­ste­hen

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Mit der Wahl von Do­nald Trump zum Prä­si­den­ten ha­ben die USA wohl ei­ne fol­gen­rei­che po­li­ti­sche Ent­schei­dung ge­trof­fen. Es lohnt sicht al­so ein Blick auf die Hin­ter­grün­de der ame­ri­ka­ni­schen Po­li­tik eben­so wie ein Blick dar­auf, ob und wie der neue Prä­si­dent agiert, oh­ne in die aus­gie­big stra­pa­zier­ten Wort­hül­sen zu ver­fal­len. Gast­re­zen­sent Rein­hard Gei­ger hat sich im Land der „be­grenz­ten“Mög­lich­kei­ten um­ge­se­hen.

Ame­ri­ka ver­ste­hen

Das im Ti­tel die­ses Bu­ches for­mu­lier­te An­sin­nen ist in Zei­ten wie die­sen ein am­bi­tio­nier­tes Un­ter­fan­gen. Selbst wenn man die USA „nicht nach der ge­ra­de am­tie­ren­den Re­gie­rung“be­ur­teilt (S. 187): ein Kli­ma, das Do­nald Trump zur Prä­si­dent­schaft ver­hol­fen hat, ver­schreckt selbst lang­jäh­ri­ge Fans sei­nes Lan­des. Ro­nald D. Gers­te ver­sucht in dem ak­tu­el­len Ta­schen­buch den Wah­l­er­folg Trumps in ei­nen wei­te­ren Kon­text zu plat­zie­ren: Um das Fa­zit des seit Jah­ren in den USA als Kor­re­spon­dent tä­ti­gen Arz­tes und His­to­ri­kers vor­weg­zu­neh­men: Eu­ro­pa soll­te den USA „ein Part­ner und, wenn nö­tig, mah­nen­der Freund sein“, da­mit Lin­colns Vi­si­on und Mah­nung nie Rea­li­tät wer­de: „Ame­ri­ka wird nie­mals von au­ßen zer­stört wer­den. Wenn wir ver­sa­gen und un­se­re Frei­hei­ten ver­lie­ren, dann nur [..], weil wir uns selbst zer­stört ha­ben“(S. 188).

Mo­sa­ik­stei­ne zum Wah­l­er­geb­nis sind für Gers­te un­ter an­de­rem die Desil­lu­sio­nie­rung bei der Beur­tei­lung des Pri­vat­le­bens von Po­li­ti­kern in ei­nem zu­tiefst prü­den Land, für die sich der 45. Prä­si­dent beim 42. – Bill Cl­in­ton – be­dan­ken kön­ne. Oder die Tat­sa­che, dass 2016 die ers­te Wahl der Us-ge­schich­te statt­fand, „in der zwei mehr­heit­lich als un­sym­pa­thisch oder we­nig ver­trau­ens­wür­dig ein­ge­stuf­te Per­sön­lich­kei­ten um den Ein­zug ins Wei­ße Haus ran­gen“(S. 10). Trumps schil­lern­de Bio­gra­phie als Selbst­dar­stel­ler im TV und der Man­gel an Sach­kom­pe­tenz und po­li­ti­scher Er­fah­rung dürf­te ihm eher ge­nützt als ge­scha­det ha­ben an­ge­sichts von „Frus­tra­ti­on und Wut ge­gen die eta­blier­te Po­li­ti­ker­kas­te, die kaum je­mand so über­zeu­gend ver­kör­per­te wie die de­mo­kra­ti­sche Kan­di­da­tin

Hil­la­ry Cl­in­ton“(S. 17).

Der Au­tor stellt klar, „es gibt nicht ein Ame­ri­ka, glanz­voll und stark und vol­ler Hel­den. Es gibt vie­le Ame­ri­kas, die sich in dem denk­bar größ­ten Kon­trast ge­gen­über­ste­hen“(S. 24). Der Au­tor be­leuch­tet den Ame­ri­can Way als Weg ekla­tan­ter Wi­der­sprü­che: „Ein ho­hes Frei­heits­ide­al auf der ei­nen Sei­te, auf der an­de­ren Sei­te Ei­n­en­gun­gen durch Kon­ven­tio­nen, die All­ge­gen­wart von Vor­ur­tei­len und schließ­lich Ge­walt­be­reit­schaft und ent­hemm­te Ag­gres­si­on“(S. 171). Die­se Wi­der­sprü­che blie­ben lan­ge zu­ge­deckt, der Pro­test da­ge­gen macht sich un­ter Trump-wäh­lern selbst nach der Wahl noch ex­plo­siv Luft.

Richard Ror­ty hat­te in sei­nem Buch „Achie­ving Our Coun­try” be­reits 1997 pro­phe­zeit, dass die von den Eli­ten Ver­nach­läs­sig­ten ih­re ei­ge­ne Mar­gi­na­li­sie­rung ir­gend­wann nicht mehr hin­näh­men. Und da­her „nach ei­nem star­ken Mann Aus­schau hal­ten –, je­mand der be­reit ist, ih­nen zu ver­spre­chen, dass nach sei­ner Wahl die selbst­ge­fäl­li­gen Bü­ro­kra­ten, die ver­schla­ge­nen An­wäl­te, die über­be­zahl­ten In­vest­ment­be­ra­ter und die post­mo­der­nis­ti­schen Pro­fes­so­ren nicht län­ger den Ton an­ge­ben“(S. 87). Auch was von ei­ner Trump-re­gie­rung er­war­tet wer­den darf, hat der 2007 ver­stor­be­ne lin­ke Phi­lo­soph vor­her­ge­se­hen: „dass die Fort­schrit­te, die in den letz­ten vier­zig Jah­ren von schwar­zen und brau­nen Ame­ri­ka­nern und von Ho­mo­se­xu­el­len ge­macht wur­den, aus­ra­diert wer­den. In zo­ti­ge Witze ver­klei­de­te Ver­ach­tung von Frau­en wird wie­der in Mo­de kom­men. Die gan­ze Wut, wel­che sich bei schlecht ge­bil­de­ten Ame­ri­ka­nern dar­über an­ge­sam­melt hat, dass Uni­ver­si­täts­ab­sol­ven­ten ih­nen Ma­nie­ren bei­zu­brin­gen ver­su­chen, wird ein Ven­til fin­den“(S. 87).

„Die Re­pu­bli­ka­ner sind die kon­ser­va­ti­ve Par­tei, mit vie­len sehr re­li­giö­sen Wäh­lern und mit ei­ner be­son­ders aus­ge­präg­ten Nä­he zu Kon­zer­nen und Macht­in­ter­es­sen aus Wirt­schaft und Hoch­fi­nanz. Letz­te­res gilt al­ler­dings auch für zahl­rei­che de­mo­kra­ti­sche Po­li­ti­ker.“

(Ro­nald D. Gers­te in 111 , S. 102)

Die kul­tu­rel­le Do­mi­nanz der USA führ­te seit Mit­te des vo­ri­gen Jahr­hun­derts welt­weit zu ei­ner Ame­ri­ka­ni­sie­rung der All­tags­kul­tur. Für we­sent­lich be­denk­li­cher hält der Au­tor al­ler­dings die Über­nah­me von hi­re-and-fi­re-me­tho­den in der Ar­beits­welt Eu­ro­pas und die Kom­mer­zia­li­sie­rung von Be­rei­chen, in de­nen der Staat (zu­min­dest nach eu­ro­päi­schem Ver­ständ­nis) ei­ne Für­sor­ge­pflicht be­sitzt: im Ge­sund­heits­we­sen und bei der Bil­dung. Was „in wei­ten Tei­len der Welt als ein Grund­be­dürf­nis der Men­schen, wenn nicht gar als Grund­recht be­trach­tet“wird, ist in den USA „ein Ge­schäft, in dem das Prin­zip der Pro­fit­ma­xi­mie­rung gilt“(S. 161). Das be­trifft die ex­or­bi­ta­ten Me­di­ka­men­ten­prei­se, de­ren staat­li­che Re­gu­lie­rung in den USA als Ein­griff in die ur­ame­ri­ka­ni­sche Frei­heit des Mark­tes eben­so un­durch­setz­bar er­scheint wie ei­ne all­ge­mei­ne Kran­ken­ver­si­che­rungs­pflicht oder kos­ten­lo­ser Uni­ver­si­täts­be­such. Selbst un­ter „Oba­ma­ca­re“sind die Ver­si­che­rungs­prä­mi­en 2016 um durch­schnitt­li­che 22 Pro­zent ge­stie­gen, Stu­di­en­ge­büh­ren be­we­gen sich in­zwi­schen bei 10.000 bis über 50.000 $ im Jahr. Die­se Kos­ten ex­plo­die­ren seit Jah­ren, ge­gen­steu­ern­de Wahl­kampf­ver­spre­chen schei­ter­ten im­mer wie­der „an den exis­tie­ren­den Macht­struk­tu­ren und dem ef­fek­ti­ven Lob­by­is­mus al­ler, von ho­hen Bei­trä­gen oder Ge­büh­ren Pro­fi­tie­ren­den in den Wan­del­hal­len des Ka­pi­tols“(S. 162).

Da­bei ent­schei­det sich laut Har­ry S. Tru­man je­de Po­li­tik letzt­lich auf lo­ka­ler Ebe­ne – „der Kon­gress­ab­ge­ord­ne­te und in ge­rin­ge­rem Ma­ße der Se­na­tor [wird] von den Ge­ge­ben­hei­ten sei­nes Hei­mat­staa­tes und An­lie­gen sei­ner Wäh­ler ge­trie­ben, die nicht auf ei­ner Li­nie mit den Vor­stel­lun­gen des Prä­si­den­ten lie­gen müs­sen“(S. 90). Man­gels Lis­ten­wahl­recht und mäch­ti­ger Par­tei­en sind die Man­da­ta­re viel­mehr ih­ren Spon­so­ren und po­ten­ten Lob­bies ver­pflich­tet. Den 435 Mit­glie­dern des Re­prä­sen­tan­ten­hau­ses bleibt we­gen ei­ner nur zwei­jäh­ri­gen Le­gis­la­tur­pe­ri­ode kaum ei­ne Ver­schnauf­pau­se zwi­schen ih­ren teu­ren Wahl­kämp­fen. L. B. John­son hat­te 1964 ei­ne (theo­re­tisch) kom­for­ta­ble Zwei-drit­tel-mehr­heit sei­ner De­mo­kra­ten in bei­den Häu­sern des Par­la­ments. Sein li­be­ra­les Bür­ger­rechts­pro­gramm und den Kampf ge­gen Ar­mut konn­te er den­noch nur ge­gen den er­bit­ter­ten Wi­der­stand zahl­rei­cher kon­ser­va­ti­ver Par­tei­freun­de durch­brin­gen (S. 91).

Po­li­ti­ker mit Ver­bin­dun­gen zur Öl­in­dus­trie ver­hin­dern bei­spiels­wei­se den Bau von Tras­sen für Hoch­ge­schwin­dig­keits­zü­ge und Stra­ßen­bah­nen. „Oft ist [..] die Lob­by der Öl­in­dus­trie nur zu deut­lich spür­bar. So ha­ben et­wa zahl­rei­che Gou­ver­neu­re die von der Re­gie­rung Oba­ma be­reit­ge­stell­ten Bun­des­mit­tel für den Ei­sen­bahn­bau ein­fach zu­rück­ge­wie­sen“(S. 152). Selbst die „wahr­haft ame­ri­ka­ni­sche Art der Fort­be­we­gung“im Au­to lei­det – trotz ei­nes von Oba­ma an­ge­lei­er­ten Sa­nie­rungs­pro­gramms – un­ter jahr­zehn­te­lan­ger Ver­nach­läs­si­gung der In­fra­struk­tur: 7.700 High­way-brü­cken gel­ten als akut ein­sturz­ge­fähr­det, fast 59.000 als struk­tu­rell ge­fähr­det. Ei­sen­bahn­tun­nel stam­men teil­wei­se noch aus der Zeit des Bür­ger­kriegs, die Strom­lei­tun­gen sind alt und schlecht iso­liert, (über)re­gio­na­le Strom­aus­fäl­le sind an der Ta­ges­ord­nung.

Trump hat sich als der rich­ti­ge Mann zur Sa­nie­rung ei­ner ver­rot­te­ten In­fra­struk­tur dar­ge­stellt. Auf ihn war­tet ei­ne „gi­gan­ti­sche Her­aus­for­de­rung.“Hier könn­te der 45. Prä­si­dent in der Tat sei­nem Wahl­kampf­slo­gan ent­spre­chend ,Ame­ri­ka wie­der groß ma­chen´“(S. 159). USA

111 Gers­te, Roland D.: Ame­ri­ka ver­ste­hen. Ge­schich­te, Po­li­tik und Kul­tur der USA. Stuttgart: Klett-cot­ta, 2017. 208 S., € 9,95 [D], 10,30 [A] ISBN 978-3-608-96167-6

„Die gan­ze Wut, wel­che sich bei schlecht ge­bil­de­ten Ame­ri­ka­nern dar­über an­ge­sam­melt hat, dass Uni­ver­si­täts­ab­sol­ven­ten ih­nen Ma­nie­ren bei­zu­brin­gen ver­su­chen, wird ein Ven­til fin­den.“(Richard Ror­ty in 111 , S. 87)

Le­ben mit Trump: Ein Weck­ruf

Als „Weck­ruf für Eu­ro­pa“will der „gro­ße Welt­er­klä­rer“[so die gar nicht ko­ket­te Be­schrei­bung des Au­tors lt. Klap­pen­text] sei­nen Text über das „Le­ben mit Trump“ver­stan­den wis­sen, da­mit „die Eu­ro­pä­er aus ih­ren na­tio­na­lis­ti­schen Alb­träu­men er­wa­chen und end­lich zu der So­li­da­ri­tät fin­den, die sie als Ein­heit hand­lungs­fä­hig macht“(S. 78). Das dün­ne Bänd­chen wirkt mit hei­ßer Fe­der ge­schrie­ben, er­schie­nen ist es kaum drei Wo­chen nach der In­au­gu­ra­ti­on des 45. Prä­si­den­ten der USA.

Por­tisch hat den Weg vie­ler Us-prä­si­den­ten ver­folgt, be­gin­nend mit dem „mit­rei­ßen­den Red­ner“John F. Ken­ne­dy (S. 7). Bis hin zu Ba­rack Oba­ma, ei­ne „un­er­war­tet po­si­ti­ve Über­ra­schung [..] nach dem En­de der Prä­si­dent­schaft von Ge­or­ge W. Bush“(S. 19). Wie konn­te auf den ele­gan­ten, elo­quen­ten Red­ner aus­ge­rech­net ei­ne Fi­gur wie Trump fol­gen? Oba­mas (Ge­sund­heits-)po­li­tik war un­ent­wegt An­griffs­ziel der Re­pu­bli­ka­ner. Ihr wich­tigs­ter Vor­satz, „den Mann im Wei­ßen Haus in kei­ner Fra­ge ge­win­nen zu las­sen“(S. 20). „Wie im­mer man es wen­det, war das ein gar nicht so ver­deck­ter Ras­sis­mus. Do­nald Trump nutz­te die­ses Vor­ur­teil, [...] wie er auch so gut wie al­le Vor­ur­tei­le be­stä­tig­te und ver­wen­de­te, um sich den Ju­bel sei­ner An­hän­ger zu si­chern. […] Trump hielt sich an kei­ne ihn in ir­gend­ei­ner Wei­se ein­schrän­ken­den ethi­schen Grund­sät­ze“(S. 20).

Für Po­li­ti­cal Cor­rect­ness ha­be er „kei­ne Zeit“,

„Man­ches deu­tet dar­auf hin, dass es Trump eher um ei­ne Art der Welt­auf­tei­lung in Ein­fluss­zo­nen geht als um ein ge­mein­sa­mes Wir­ken für die Lö­sung ak­tu­el­ler Pro­ble­me“(Hu­go Por­tisch in 112 , S. 41).

be­haup­tet Trump. Der Bruch po­li­ti­scher Ta­bus und un­ge­schrie­be­ner Re­geln – zum ers­ten Mal seit den 1950er-jah­ren wird ein Mi­li­tär Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter (S. 35); ein an­de­rer Ge­ne­ral lei­tet den Hei­mat­schutz, ob­wohl er nach sei­nem Aus­schei­den aus der Ma­ri­ne noch drei Jah­re ein po­li­ti­sches Funk­ti­ons­ver­bot ein­hal­ten müss­te (S. 36) – Skru­pel­lo­sig­keit, jeg­li­cher Man­gel an An­stand, die per­ma­nen­te Ver­qui­ckung per­sön­li­cher kom­mer­zi­el­ler und po­li­ti­scher In­ter­es­sen so­wie Ne­po­tis­mus – Schwie­ger­sohn Ja­red Kush­ner (S. 28) und Toch­ter Ivan­ka als Be­ra­ter im Wei­ßen Haus – wur­den zu Trumps Mar­ken­zei­chen. Por­tisch kri­ti­siert die Aus­wahl sei­ner Mi­nis­ter und Be­ra­ter (Si­cher­heits­be­ra­ter Mi­ke Flynn ist we­gen des Ver­dachts ei­ner Zu­sam­men­ar­beit mit Russ­land wäh­rend des Wahl­kampfs in­zwi­schen Ge­schich­te) und zi­tiert „Sta­tis­tik­for­scher“, die das Ge­samt­ver­mö­gen sei­ner Ka­bi­netts­mit­glie­der mit 14 Mil­li­ar­den Us-dol­lar be­rech­net ha­ben, „das ist 30-mal so viel Ver­mö­gen als [sic!] es den Mit­glie­dern der zwei­ten Re­gie­rung Ge­or­ge W. Bushs zu­ge­schrie­ben wur­de. […] Der Ge­gen­satz zwi­schen de­nen, die er da zu ver­tre­ten ver­sprach, und de­nen, die er dann in sei­ne Re­gie­rung be­rief, könn­te kaum grö­ßer sein“(S. 37).

Wird Trump über den Tisch ge­zo­gen?

Ei­ne der grund­le­gen­den Ent­schei­dun­gen des Obers­ten Ge­richts­hofs der USA, wo­nach Groß­kon­zer­ne und Or­ga­ni­sa­tio­nen wie die Waf­fen­lob­by un­kon­trol­liert und un­be­schränkt Spen­den an Po­li­ti­ker aus­zah­len kön­nen [Ci­ti­zens Uni­ted v. Fe­deral Elec­tion Com­mis­si­on von 2010; Anm.] und die emi­nent wich­ti­ge Rol­le des Su­pre­me Courts kom­men nur kurz zur Spra­che – ins­be­son­de­re die Mög­lich­keit für den 45. Prä­si­den­ten, die Us-po­li­tik weit über je­de Amts­zeit hin­aus zu prä­gen. Am En­de sei­ner (ers­ten) Amts­zeit 2020 wä­ren drei von neun Höchst­rich­tern über 82 Jah­re alt, zwei da­von wur­den vom li­be­ra­len Bill Cl­in­ton er­nannt.

Die weit­hin be­kann­te Ei­tel­keit des Man­nes mit den „un­durch­sich­ti­gen Ab­sich­ten“(S. 25) sieht Por­tisch als des­sen größ­tes Han­di­cap. Der Ver­such, welt­po­li­ti­sche Ent­schei­dun­gen im Stil sei­ner „Kunst des De­als“(der Ti­tel des ers­ten Bu­ches, das un­ter sei­nem Na­men er­schien) mit Pu­tin aus­zu­han­deln, „könn­te be­fürch­ten las­sen, dass Trump, der Un­ge­dul­di­ge, der Schnell-ent­schei­der, der Alles­wis­ser, über den Tisch ge­zo­gen wird“(S. 23).

Eu­ro­pa müs­se da­her „auf­pas­sen“und ehest tä­tig wer­den, da­mit nicht „über die Köp­fe der Eu­ro­pä­er ent­schie­den wer­de“. An­lass für Por­tisch, auf Drän­gen sei­nes Ver­le­gers „schnell, jetzt“dar­über zu schrei­ben (S. 24). Und zu for­dern: „Statt mit Ban­gen ab­zu­war­ten, was sich Trump ein­fal­len las­sen wird, soll­te Eu­ro­pa sei­ne Pro­ble­me rasch sel­ber zu lö­sen ver­su­chen“(S. 42) – ne­ben Stich­wor­ten wie „Flücht­lings­kri­se“, „Wirt­schafts- und Fi­nanz­schwä­che Ita­li­ens, So­li­da­ri­täts­ver­wei­ge­rung der post-kom­mu­nis­ti­schen Staa­ten, re-na­tio­na­lis­ti­sche Be­we­gun­gen in Deutsch­land, Hol­land und Frank­reich und viel­leicht, nach der nächs­ten Wahl, auch in Ös­ter­reich“, er­wähnt Por­tisch den Ukrai­ne-kon­flikt. Die EU soll­te „selbst ei­nen Vor­schlag zur Bei­le­gung der Kri­se in der Ukrai­ne vor­le­gen“: kei­ne Eu-voll­mit­glied­schaft, aber „ei­ne Art Frei­han­dels­ver­trag“; die „aus­drück­li­che Zu­si­che­rung der ukrai­ni­schen Re­gie­rung, nicht die Mit­glied­schaft in der NA­TO an­zu­stre­ben“(S. 43); für die rus­si­sche Min­der­heit in der Ost­ukrai­ne könn­te ein Au­to­no­mie­sta­tut wie für Süd­ti­rol aus­ge­han­delt wer­den. Der­ar­ti­ge Vor­schlä­ge soll­ten nicht Trumps Ver­hand­lun­gen mit Vla­di­mir Pu­tin kon­kur­ren­zie­ren, son­dern, „wenn mög­lich, so­gar als Vor­schlag für Do­nald Trump und des­sen Ge­sprä­che mit Pu­tin“(S. 45) die­nen. Auch um ei­ne Rol­le bei der Lö­sung des Kon­flikts in Sy­ri­en sol­le sich Eu­ro­pa be­mü­hen, um An­ge­la Mer­kel die „bis jetzt so schwer zu tra­gen­de[...] Bür­de des Flücht­lings­pro­blems“(S. 48) zu er­leich­tern.

Ein „deut­sches Eu­ro­pa“stellt für Por­tisch of­fen­bar ein we­sent­lich ge­rin­ge­res Pro­blem dar, als für vie­le an­de­re po­li­ti­sche Be­ob­ach­ter und Po­li­ti­ker in- und au­ßer­halb un­se­res Nach­bar­lan­des. Er wirft [Ex-] Bun­des­prä­si­dent Gauck vor, die­ser ha­be Pu­tin durch sei­ne Wei­ge­rung, die Olym­pi­schen Spie­le 2014 in Sot­chi zu be­su­chen, brüs­kiert. Por­tisch spe­ku­liert , die­se Krän­kung könn­te Pu­tin zum mi­li­tä­ri­schen Vor­ge­hen ge­gen die Ukrai­ne er­mu­tigt ha­ben (S. 53). Ob sich die EU – selbst un­ter „kräf­ti­ger Füh­rung“(S. 49) – an­ge­sichts der­art ir­ra­tio­na­ler Per­sön­lich­kei­ten an der Spit­ze der Groß­mäch­te be­haup­ten und „so schnell wie mög­lich ei­ge­ne Ide­en bei­tra­gen“(S. 24) kann, das bleibt wohl nur zu hof­fen. Eben­so, wenn sich das ge­spann­te Ver­hält­nis der USA - Chi­na auf ei­nen Han­dels­krieg zu­spit­zen soll­te. Die von Por­tisch ge­for­der­te ge­mein­sa­me EU Si­cher­heits­und Ver­tei­di­gungs­po­li­tik mit ge­mein­sa­mer Ar­mee und ge­mein­sa­mem Kom­man­do (S. 77) wird selbst bei bes­tem Wil­len al­ler Be­tei­lig­ten kaum recht­zei­tig in vier (oder acht) Jah­ren Trump­scher Amts­zeit zu­stan­de kom­men, falls zwi­schen­zeit­lich „höchst­wahr­schein­lich die ge­sam­te Wel­t­ord­nung, so wie sie sich in den letz­ten 70 Jah­ren ent­wi­ckelt hat, aus den An­geln ge­ho­ben wird“(S. 76). USA

112 Por­tisch, Hu­go: Le­ben mit Trump. Ein Weck­ruf. Wals b. Salz­burg: Eco­win, 2017. 80 S., € 20,- [D/A]

ISBN 978-3-7110-0127-6

„Was kann, was muss ge­sche­hen, um den Zu­sam­men­halt der Eu­ro­päi­schen Uni­on zu fes­ti­gen in An­be­tracht von Flücht­lings­kri­se, Ukrai­ne-kon­flikt, Wirt­schafts- und Fi­nanz­schwä­che Ita­li­ens, So­li­da­ri­täts­ver­wei­ge­rung der post­kom­mu­nis­ti­schen Staa­ten, re-na­tio­na­lis­ti­schen Be­we­gun­gen in Deutsch­land, Hol­land und Frank­reich und viel­leicht nach der nächs­ten Wahl, auch in Ös­ter­reich? Da­für be­darf es ei­ner über­zeu­gen­den Initia­ti­ve mu­ti­ger eu­ro­päi­scher Po­li­ti­ker. Statt mit Ban­gen ab­zu­war­ten, was sich Trump ein­fal­len las­sen wird, soll­te Eu­ro­pa sei­ne Pro­ble­me rasch selbst zu lö­sen ver­su­chen.” (Hu­go Por­tisch in 112 , S. 43)

Der Prä­si­dent im Vi­sier

Die Wahr­heit über den 45. Prä­si­den­ten der USA ver­spricht uns die Trump-bio­gra­phie von Micha­el D‘an­to­nio. Rund ein Drit­tel der Re­zen­sen­ten – der deut­schen wie der Ori­gi­nal­aus­ga­be „Ne­ver Enough: Do­nald Trump and the Pur­su­it of Suc­cess“, von Sep­tem­ber 2015 – ist mit die­ser Wahr­heit nicht ein­ver­stan­den. Die Be­wer­tun­gen beim größ­ten Ver­sand­buch­händ­ler der Welt zei­gen es deut­lich. Viel­leicht auch, weil „die Leu­te, die am we­nigs­ten vom Ge­schäfts­le­ben ver­ste­hen, ihn am meis­ten be­wun­dern, und die Leu­te, die am meis­ten da­von ver­ste­hen, ihn am we­nigs­ten be­wun­dern“(S. 399).

Im­mo­bi­li­en-show­man Trump

Die An­hän­ger „al­ter­na­ti­ver Fak­ten“hat der Pu­lit­zer­preis-ge­win­ner D’an­to­nio nicht be­kehrt, wahr­schein­lich mit der Pu­b­li­ci­ty (un­ge­wollt) so­gar die Wahl­chan­cen je­nes Man­nes ver­bes­sert, der „den viel­leicht bi­zarrs­ten Prä­si­dent­schafts­wahl­kampf führ­te, den Ame­ri­ka je­mals er­lebt hat“(S. 11). Be­son­ders in Eu­ro­pa wur­de „der größ­te Show­man der ame­ri­ka­ni­schen Im­mo­bi­li­en­wirt­schaft“(S. 389) – bis zum Mor­gen nach der Wahl – „eher wie ei­ne Fi­gur aus ei­ner Hol­ly­wood-far­ce denn als le­gi­ti­mer Kan­di­dat“(S. 13) be­trach­tet; al­len­falls als „ei­ner der größ­ten Stars in der Ge­schich­te des Rea­li­ty-tv […], ein Mann, der kos­me­tisch auf­po­liert und kunst­voll tou­piert [...] be­reit­wil­lig al­les sag­te und tat, was not­wen­dig war, um Auf­merk­sam­keit zu er­re­gen“(S. 375). „Nie­mals ge­nug“trifft es recht gut, das vor­läu­fi­ge Re­sü­mee über das Le­ben ei­nes „streit­süch­ti­gen, ty­ran­nisch und kör­per­lich ag­gres­si­ven klei­nen Jun­gen“(S. 21), der sich nach ei­ge­nen Wor­ten in 70 Le­bens­jah­ren cha­rak­ter­lich nicht ver­än­dert hat, wie er nach der Wahl mehr­fach be­ton­te. Er „blieb sei­nem Mot­to treu, al­les im­mer ,zehn­fach zu­rück­zu­zah­len´, wenn er sich an­ge­grif­fen fühl­te“(S. 407). „Viel­leicht ist nichts in der Na­tur un­er­sätt­li­cher als der Hun­ger die­ses Man­nes nach Reich­tum, Macht und Ruhm.“(S. 29). Dies ver­setzt ihn in die La­ge, selbst bei­ßen­den Spott und ge­schäft­li­che Rück­schlä­ge weg­zu­ste­cken. Beim jähr­li­chen Kor­re­spon­den­ten-din­ner des Wei­ßen Hau­ses 2011 wur­de er von Prä­si­dent Oba­ma – „von dem er ins­ge­samt ziem­lich an­ge­wi­dert ist“(S. 472) – und dem Co­me­di­an Seth Mey­ers co­ram pu­b­li­co re­gel­recht ge­de­mü­tigt. Viel­leicht hat das in ihm den Ehr­geiz ge­weckt, für 2016 mit sei­ner Be­wer­bung um das Prä­si­den­ten­amt ernst zu ma­chen?

Ab 1988 hat­te Trump mehr­mals Am­bi­tio­nen für die Prä­si­dent­schaft oder den Pos­ten des Gou­ver­neurs von New York durch­klin­gen las­sen, ge­le­gent­lich so­gar An­sät­ze ei­ner Kam­pa­gne vor­be­rei­tet, bis 2016 je­doch kei­ner­lei po­li­ti­sches Amt be­klei­det. Frü­he­re Be­wer­bun­gen gal­ten viel­mehr als Pu­b­li­ci­ty St­unts für sei­ne di­ver­sen Un­ter­neh­mun­gen. Auch sie ha­ben da­zu bei­ge­tra­gen, „dass die­ser er­staun­li­che Mann, der zu­gleich so be­wun­dert und ver­ab­scheut wird, die be­kann­tes­te Wirt­schafts­per­sön­lich­keit un­se­rer Ta­ge“(S.44) wur­de. In man­chen po­li­ti­schen Kom­men­ta­ren ließ er an­fangs so­gar Sym­pa­thi­en für „li­be­ra­le“Po­si­tio­nen er­klin­gen: hö­he­re Grenz­steu­er­sät­ze für Rei­che, Ent­kri­mi­na­li­sie­rung des Dro­gen­kon­sums und von Ab­trei­bun­gen. Im Sep­tem­ber 1987, kurz vor der Ver­öf­fent­li­chung sei­nes ers­ten Bu­ches, schal­te­te Trump um 90.000 $ An­zei­gen in der New York Ti­mes, dem Bos­ton Glo­be und der Washington Post. So wie auch nach sei­ner Wahl zum Us-prä­si­den­ten ließ er das ame­ri­ka­ni­sche Volk wis­sen, dass die USA „auf­hö­ren soll­ten, für die Ver­tei­di­gung von Län­dern auf­zu­kom­men, die es sich leis­ten kön­nen, sich selbst zu ver­tei­di­gen“(S. 277). Ne­ben Ja­pan er­wähnt er ex­pli­zit Sau­di-ara­bi­en. Mit die­sem treu­en Al­li­ier­ten der USA ver­bin­den ihn wirt­schaft­li­che Kon­tak­te: Trump ver­kauf­te 1989 in Geld­nö­ten ei­ne Mehr­heits­be­tei­li­gung am sym­bol­träch­ti­gen New Yor­ker Pla­za Ho­tel an den sau­di­schen Prin­zen Al­wa­leed Bin Ta­l­al. Sei­ne ers­te Aus­lands­rei­se als Prä­si­dent führ­te ihn dort­hin, ganz im Ge­gen­satz zu frü­he­ren di­plo­ma­ti­schen Ge­pflo­gen­hei­ten, die Ka­na­da oder Me­xi­ko als ers­te Des­ti­na­ti­on vor­sa­hen.

„Ich kann mit den ge­bil­dets­ten Kunst­ken­nern in New York zu­sam­men­sit­zen und ver­ste­he mich präch­tig mit ih­nen. Wenn ich will, kann ich sie über­zeu­gen, dass ich ge­nau­so viel über et­was weiß wie sie, aber ich weiß nichts.“(Micha­el D’an­to­nio in 113 ,S. 291)

„Das Schö­ne an mir”

Micha­el D‘an­to­nio nimmt uns in sei­nem Buch mit auf ei­ne Rei­se in ei­ne Welt, wel­che die In­tri­gen, Rän­ke, Vet­tern­wirt­schaft und ge­le­gent­li­che Skan­da­le in der hei­mi­schen Po­li­tik wie Sand­kas­ten­spie­le zwi­schen Kin­der­gärt­lern er­schei­nen las­sen, in der Fi­gu­ren wie Udo Proksch oder Jörg Hai­der al­len­falls als Rand­no­tiz vor­ge­kom­men wä­ren. Es wim­melt von halb­sei­de­nen Im­mo­bi­li­en­hai­en, ver­schla­ge­nen Ju­ris­ten, fin­di­gen Ver­tei­di­gern, kor­rup­ten Po­li­ti­kern (in New York prak­tisch aus­schließ­lich Funk­tio­nä­re der de­mo­kra­ti­schen Par­tei), ma­fiö­sen Ge­werk­schaf­tern, steu­er-op­ti­mie­ren­den In­ves­to­ren, ho­no­ri­gen Ho­te­liers, markt­schreie­ri­schen Me­di­en-ty­coons, be­stech­li­chen Be­am­ten, gla­mou­rö­sen Schau­spie­le­rin­nen, welt­li­chem Er­folg nicht ab­ge­neig­ten Kir­chen­män­nern, gie­ri­gen Klatsch­jour­na­lis­ten, Pr-gei­len Ce­le­bri­ties und an­de­ren Fi­gu­ren wie aus F. Scott Fitz­ge­ralds The Gre­at Gats­by oder Tom Wol­fes Fe­ge­feu­er der Ei­tel­kei­ten.

„Was sagt es über ihn aus, dass er, ge­mes­sen an den bei­den Maß­stä­ben, die er am meis­ten schätzt – Geld und Ruhm –, so un­glaub­lich er­folg­reich ist? Und was sagt das ei­gent­lich über uns sel­ber aus?“(Micha­el D’an­to­nio in 113 , S. 476)

Soll­te schmie­ri­ger Charme ein­mal nicht den ge­wünsch­ten Er­folg zei­gen, wer­den an­de­re Sai­ten auf­ge­zo­gen: „In sei­ner ge­sam­ten Kar­rie­re hat Trump so häu­fig Jour­na­lis­ten an­ge­droht, sie zu ver­kla­gen, dass je­der Re­por­ter, dem er nicht mit so et­was droht, sich ver­nach­läs­sigt füh­len muss“(S. 10). Zur Ein­schüch­te­rung wer­den ge­le­gent­lich „fa­den­schei­ni­ge und über­flüs­si­ge“(S. 261) Kla­gen ein­ge­reicht, die dem Geg­ner enor­me (An­walts-)kos­ten ver­ur­sa­chen – selbst im Fall ei­ner Pro­zess­nie­der­la­ge Trumps – und da­her meist mit der Ent­las­sung miss­lie­bi­ger Per­so­nen wie des Wall Street Ana­lys­ten Mar­vin Roff­man füh­ren. Für Re­por­ter und Chef­re­dak­teu­re, die es mit der Wahr­heit we­ni­ger ge­nau nah­men, ist er je­doch „im­mer ein Ga­rant für hö­he­re Auf­la­gen“(S. 401) – auch wäh­rend des Wahl­kampfs! Gleich­zei­tig hat kaum je­mand „in ei­nem sol­chen Aus­maß von Klatsch­ge­schich­ten über Pro­mi­nen­te pro­fi­tiert wie Do­nald Trump“(S. 473).

In ei­nem In­ter­view mit Way­ne Bar­ret vom Blatt Vil­la­ge Voice er­klärt Trump sei­ne Mo­ti­va­ti­on: „Ich wür­de nie ei­nen De­al nur um des Pro­fits wil­len ma­chen. Er muss sei­nen ei­ge­nen Ner­ven­kit­zel ha­ben. Sein ei­ge­nes Flair“. Ein an­de­rer Bau­un­ter­neh­mer aus Man­hat­tan drückt es ein we­nig an­ders aus: „Trump schloss nie ei­nen De­al ab, wenn nicht noch et­was an­de­res – ei­ne Art mo­ra­li­scher Dieb­stahl – da­mit ver­bun­den war. Er gibt sich nicht al­lein mit ei­nem Pro­fit zu­frie­den. Er muss be­kom­men. Sonst hat die Sa­che kei­nen Reiz“. (S. 228). Wo­bei er je­weils er­folg­reich „die Gut­gläu­big­keit aus­nutz­te, die die meis­ten Men­schen, selbst er­fah­re­ne Ge­schäfts­leu­te, bei ih­ren Be­geg­nun­gen mit po­ten­ti­el­len Ge­schäfts­part­ner mit­brin­gen“(S. 249). Ge­gen­über Time wird Trump 1989 mit der (un­wi­der­spro­che­nen) Aus­sa­ge zi­tiert, er be­sit­ze die Über­zeu­gungs­ga­be ei­nes Hei­rats­schwind­lers „Ich kann mit den ge­bil­dets­ten Kunst­ken­nern in New York zu­sam­men­sit­zen und ver­ste­he mich präch­tig mit ih­nen. Wenn ich will, kann ich sie über­zeu­gen, dass ich ge­nau­so viel über et­was weiß wie sie, aber ich weiß nichts“(S. 291). Wie kein an­de­rer hat Trump es ge­schafft, „sei­ne Pro­mi­nenz zu Geld zu ma­chen […]. Ob­wohl ein be­trächt­li­cher Teil der Be­völ­ke­rung ihn für ei­nen Witz­bold, wenn nicht gar für ei­ne Ge­fahr hält […]. Was sagt es über ihn aus, dass er, ge­mes­sen an den bei­den Maß­stä­ben, die er am meis­ten schätzt – Geld und Ruhm –, so un­glaub­lich er­folg­reich ist? Und was sagt das ei­gent­lich über uns sel­ber aus“(S. 476). USA

113 D’an­to­nio, Micha­el: Die Wahr­heit über Do­nald Trump. Berlin: Econ, 2016. 544 S.,

€ 24,00 [D], 24,70 [A] ; ISBN 978-3-430-20221-3

„In sei­ner ge­sam­ten Kar­rie­re hat Trump so häu­fig Jour­na­lis­ten an­ge­droht, sie zu ver­kla­gen, dass je­der Re­por­ter, dem er nicht mit so et­was droht, sich ver­nach­läs­sigt füh­len muss.“(Micha­el D’an­to­nio in 113 , S. 10)

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