Rousseff soll­te zu­rück­tre­ten

Salzburger Nachrichten - - WELTPOLITIK - MAR­TIN.STRI­CKER@SALZBURG.COM

Das Wirt­schafts­wun­der­land stürzt ab. Die Ar­beits­lo­sig­keit ist in­ner­halb ei­nes Jah­res um mehr als 40 Pro­zent ge­stie­gen, die In­fla­ti­on liegt über der Zehn-Pro­zent-Mar­ke. Die Wirt­schaft schrumpft. Nur ein Teil des Staa­tes ar­bei­tet hoch­ef­fi­zi­ent: die An­ti-Kor­rup­ti­ons­Er­mitt­ler. Sie de­cken Stück um Stück ein fet­tes Schmier­geld­ge­flecht auf, in dem es sich ein Groß­teil der po­li­ti­schen Eli­te be­quem ge­macht hat. Dreh­schei­ben wa­ren an­schei­nend der halb­staat­li­che Öl­kon­zern Pe­tro­bras, aber auch die Bau­bran­che un­ter Füh­rung des Mul­tis Ode­brecht. Das Amts­ent­he­bungs­ver­fah­ren ge­gen Prä­si­den­tin Dil­ma Rousseff ist die da­zu pas­sen­de Schmie­ren­ko­mö­die. Ge­gen fast 60 Pro­zent der Par­la­men­ta­ri­er lau­fen laut „Eco­no­mist“selbst Er­mitt­lun­gen oder An­kla­gen, dar­un­ter die Spre­cher von Se­nat und Ab­ge­ord­ne­ten­haus, bei­de üb­ri­gens Mit­glie­der der so­eben aus der Re­gie­rungs­ko­ali­ti­on ab­ge­sprun­ge­nen Par­tei PMDB. Es gibt nur ei­nen Weg aus die­sem Schau­er­stück: Rück­tritt der Prä­si­den­tin und Neu­wah­len.

Mar­tin Stri­cker

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.