DIE SANF­TE RE­VO­LU­TI­ON DER MO­DE

Lyn­ne Web­ber, Ma­na­ging Di­rec­tor von Ma­ri­na Ri­nal­di, er­zählt von der Phi­lo­so­phie ei­ner Mar­ke, die ihr Glück auf ei­ne Idee von be­stimm­ter, aber nicht kon­ven­tio­nel­ler Weib­lich­keit, setz­te

All About Italy (Germany) - - Contents - Pao­lo Del Pan­ta

Das be­deu­tends­te Ac­ces­soire ei­ner Frau ist oh­ne Zwei­fel ih­re Selbst­si­cher­heit, die­ses glückliche Be­wusst­sein für die ei­ge­ne Weib­lich­keit, das den Kör­per, auch jen­seits kör­per­li­cher Kon­ven­tio­nen, zum Strah­len bringt. Die­se Si­cher­heit ver­wan­delt das Aus­se­hen und hebt ei­ne wah­re, ganz spe­zi­el­le Schön­heit her­vor, die Fas­zi­na­ti­on, Cha­ris­ma und Per­sön­lich­keit aus­strahlt. Aus den vor­ge­fer­tig­ten Maß­stä­ben aus­bre­chen, um end­lich voll und ganz sich selbst zu sein, ein­zig­ar­tig und un­er­setz­bar: das ist der An­spruch, der seit je­her den Un­ter­neh­mer­geist von Ma­ri­na Ri­nal­di an­ge­spornt hat. Lyn­ne Web­ber, Ma­na­ging Di­rec­tor der Mar­ke, ver­folgt den Weg ei­ner Mar­ke, wel­che sich ita­lie­ni­sche Qua­li­tät auf die Flag­ge ge­schrie­ben hat und wird zum über­zeu­gen­den Sprach­rohr ei­ner Fa­shion­re­vo­lu­ti­on, die mit Stil und Klas­se, wei­che Li­ni­en der Frau von mor­gen zeich­net.

Ma­ri­na Ri­nal­di ent­stand im Jahr 1980 und wur­de der Ur­groß­mut­ter des Grün­ders Achil­le Ma­ra­mot­ti ge­wid­met. Seit Jah­ren in­ter­es­sier­te sich die Mo­de­welt nicht wirk­lich für be­que­me Grö­ßen: Eh­re der Ver­gan­gen­heit, aber mit re­vo­lu­tio­nä­rer Vi­si­on?

Ma­ri­na Ri­nal­di ging aus ei­ner glück­li­chen und gleich­zei­tig ganz ein­fach In­tui­ti­on her­vor: al­le Frau­en lie­ben Mo­de, al­le Frau­en ver­die­nen es, sich ele­gant und qua­li­ta­tiv hoch­wer­tig zu klei­den, aber nicht al­len ist dies mög­lich. Im Jahr 1980 igno­rier­te die Mod­welt ge­ra­de­zu Frau­en,

die im Jahr 2017 all­ge­mein als cur­vy be­zeich­net wer­den und die in vie­len Län­dern ei­ne si­gni­fi­kan­te Mehr­heit der Frau­en aus­ma­chen. Mit gro­ßer Weit­sicht hat Achil­le Ma­ra­mot­ti die­sem Markt­teil das Know­how von Max Ma­ra hin­zu­ge­fügt, in­dem er es­sen­ti­el­le Ele­men­te – Schnei­der­leh­re, Qua­li­tät, Ge­schmack – in ei­ne neue, un­be­tre­te­ne Di­men­si­on über­trug.

Die Mar­ke ba­siert ih­re Phi­lo­so­phie auf der Idee ei­ner Frau, die ih­re Stär­ke in ih­rem Kör­per fin­det. Für die Mo­de sind Ma­ße kein aus­schlag­ge­ben­des Kri­te­ri­um: wie ist es Ih­nen ge­lun­gen die­se Bot­schaft zu ver­mit­teln, was so­wohl die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gi­en an­be­langt, als auch die Her­an­ge­hens­wei­se an die Klei­dung?

Wir kon­zi­pie­ren un­se­re Kol­lek­tio­nen auf Ba­sis ei­nes be­stimm­ten Mo­dells, das ab Grö­ße 40 be­ginnt und das den Klei­dungs­stü­cken für Ma­ri­na Ri­nal­di’s kur­ven­rei­che Sil­hou­et­ten, ei­nen per­fek­ten Sitz gibt. Was die Kom­mu­ni­ka­ti­on an­be­langt so ha­ben wir, vor al­lem in den letz­ten Jah­ren, be­schlos­sen, so­wohl in Bild als auch in Wort die Mis­si­on der Mar­ke klar zum Aus­druck zu brin­gen. Schö­ne, selbst­si­che­re Wer­be­trä­ge­rin­nen, die ih­re Schwach­stel­len ver­füh­re­risch ein­set­zen – wie Patri­cia Ar­quet­te, Ales­san­dra Gar­cia oder seit zwei Sai­so­nen auch Top­mo­del und In­flu­en­cer Ash­ley Gra­ham. Ge­nau das, ge­paart mit dem Slo­gan „wo­men are back“und mit dem Hash­tag #wo­men­a­re­the­fu­ture, hat un­se­ren Un­ter­neh­mens­kam­pa­gnen be­son­de­re Wirk­sam­keit ver­lie­hen.

Was be­deu­tet Un­ter­schied­lich­keit für die Mar­ke Ma­ri­na Ri­nal­di?

Das ist vor al­lem ein Wert, der für In­di­vi­dua­li­tät und Au­then­ti­zi­tät steht.

In den letz­ten Jah­ren hat sich der Ty­pus Ih­rer Kun­din­nen ver­än­dert, hat sich in ver­schie­de­ne Rich­tun­gen aus­ge­brei­tet. Han­delt es sich da­bei um ei­ne Mar­ken­ent­wick­lung oder auch um ei­ne kul­tu­rel­le Ve­rän­de­rung der Frau­en?

Die Ge­sell­schaft durch­läuft si­cher­lich ei­ne Ve­rän­de­rung, auf die MR ge­konnt ant­wor­tet, da wir dies ja in ge­wis­ser Wei­se der Zeit schon vor­weg­ge­nom­men hat­ten. Trotz­dem ge­wis­se Ste­reo­ty­pen seit Jah­ren in der Frau­en­welt ver­fes­tigt sind und auch wei­ter­hin be­ste­hen blei­ben, füh­len sich Frau­en heu­te frei­er, sich aus­zu­drü­cken, sich selbst zu sein, auch was ih­ren Kör­per­bau an­be­langt: ein re­spekt­vol­les Ver­hal­ten, Ak­zep­tanz und Lie­be für den ei­ge­nen Kör­per ist heu­te viel ver­brei­te­ter als noch in der Ver­gan­gen­heit, auch bei den jün­ge­ren Ge­ne­ra­tio­nen. Hier ent­steht zum Teil die Ent­schei­dung für die MR Mar­ke, die sich nun auch an jün­ge­re Kon­su­men­tin­nen rich­tet, da das An­ge­bot aus­ge­baut und die Wer­be­spra­che an die jun­ge Ge­ne­ra­ti­on an­ge­passt wur­de. Qua­li­tät, gu­ter Ge­schmack, Ori­gi­na­li­tät. Das sind die Kri­te­ri­en, nach de­nen Kun­den von heu­te su­chen und Ma­ri­na Ri­anldi kann ge­nau das bie­ten. Aber das ist nicht al­les: die Per­so­na­li­sie­rung darf nicht feh­len. Wie sind Sie be­züg­lich die­ser Nach­fra­ge auf­ge­stellt? Ge­ne­rell ge­se­hen sind die Kol­lek­tio­nen von MR sehr weit­läu­fig, sie bie­ten Klei­dung für je­de Ge­le­gen­heit und je­den Mo­ment des Le­bens ei­ner Frau. Durch die Kom­bi­na­ti­on ver­schie­de­ner Klei­dungs­stü­cke kann je­de Frau ori­gi­nel­le Out­fits kre­ieren, wel­che, zu­sam­men mit der Mar­ken­iden­ti­tät, die je­wei­li­ge Per­sön­lich­keit zum Aus­druck bringt. Für un­se­re Kun­din­nen, die sich mehr er­war­ten, ha­ben wir ein ganz spe­zi­el­les Pro­jekt ent­wor­fen, das voll­stän­dig auf das Per­so­na­li­sie­rungs­pro­jekt ein­geht. Das An­ge­bot „My Ex­clu­si­ve“, das letz­tes Jahr ent­stan­den ist, er­laubt der Kun­din ei­nen ganz und gar maß­ge­schnei­der­ten Man­tel zu er­hal­ten: hat sie sich erst mal für ein Lieb­lings­mo­dell der 4 Iko­nen­mo­del­le von MR ent­schie­den, so kön­nen Stoff, Far­be, Fut­ter, Knöp­fe und Ver­ar­bei­tung, bis hin zum Eti­kett mit dem ei­ge­nen Na­men oder Initia­len, in­di­vi­du­ell aus­ge­wählt wer­den.

Viel­fäl­ti­ge Nuan­cen und ei­ne star­ke Mar­ken-iden­ti­tät ha­ben Ma­ri­na Ri­nal­di auch im Aus­land ei­nen Wie­der­er­ken­nungs­wert ver­lie­hen. Wie wer­den Sie von der aus­län­di­schen Kli­en­tel wahr­ge­nom­men?

Als ei­ne Lu­xus-mar­ke der Mo­de­welt, Aus­druck des rei­nen Ma­de in Ita­ly Stils, fä­hig, zeit­lo­se Ele­ganz mit aus­ge­zeich­ne­tem Ma­te­ri­al so­wie erst­klas­si­ger Ver­ar­bei­tung mo­di­schen In­halts zu ver­ei­nen.

Der Plan der nächs­ten Jah­re ist na­tür­lich zu wach­sen und um dies er­folg­reich um­zu­set­zen, müs­sen so­wohl der Ein­zel­han­del als auch an­de­re Ka­nä­le an­ge­steu­ert wer­den. Par­al­le­le We­ge, aber nicht un­be­dingt ver­schie­de­ne: wie kön­nen die­se ver­eint wer­den?

Die kom­mer­zi­el­le on­line Ent­wick­lung ist heu­te un­aus­weich­lich und er­laubt uns, geo­gra­phi­sche Ge­bie­te zu er­rei­chen, die wir sonst nur schwer in kur­zer oder mitt­le­rer Zeit­span­ne er­rei­chen wür­den. Un­ser Ver­kaufs­netz, di­rekt oder durch Fran­chi­sing, bleibt aber im­mer noch un­se­re gro­ße Stär­ke, da bei uns, ne­ben dem Pro­dukt, auf ei­nen über­durch­schnitt­lich auf­merk­sa­men Ser­vice ge­gen­über der Kun­din Wert ge­legt wird. So wird je­der Ein­kauf in un­se­ren Ge­schäf­ten noch an­ge­neh­mer und ex­klu­si­ver ge­macht.

Was wird nach Ma­ri­na Ri­nal­di das must ha­ve im Jahr 2018 sein?

Für die Herbst-/ Win­ter­sai­son 17/18 sind wie im­mer Män­tel ein ab­so­lu­tes Muss: von tra­di­tio­nel­len Män­teln, die in der Tail­le ge­bun­den wer­den, aus fei­nem Kasch­mir, bis zu Trends, die männ­li­che Stof­fe und Fell­ein­sät­ze mi­schen, von Staub­män­teln aus Sei­den-jac­quard für den Abend hin zu lan­gen Dau­nen­män­teln, leicht und un­glaub­lich warm.

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