Pa­lo­na Quu­bi

Pa­lo­na Quu­bi

Audio Test - - Alle Testgeräte der Ausgabe 3/2017 - Ri­car­do Pet­zold

Der Di­gi­tal­ra­dio­markt boomt. Im­mer mehr Ra­dio­hö­rer er­ken­nen die Vor­tei­le der mo­der­nen Ge­rä­te, egal ob es sich um In­ter­netoder Dab-plus-ra­di­os han­delt. Auch neue Mar­ken er­ken­nen den Markt für sich. Wir tes­ten ei­nen New­co­mer der Mar­ke Pa­lo­na.

Erst seit we­ni­gen Wo­chen ver­sucht die Mar­ke Pa­lo­na in Deutsch­land Fuß zu fas­sen. Im Ge­gen­satz zu an­de­ren Her­stel­lern will man dies aber nicht durch ein Mit­schwim­men im Ein­heits­brei er­rei­chen, son­dern durch Mut zu Neu­em. Mit dem Quu­bi ist dies beim De­sign schon ein­mal ge­lun­gen, denn das knapp 700 Eu­ro teu­re Ge­rät ist ein Hin­gu­cker. Qua­dra­tisch, prak­tisch, gut, hieß es da in den neun­zi­ger Jah­ren in ei­nem Wer­be­spot. Hier knüpft die neue Mar­ke an. Das Ra­dio er­scheint da­bei auf den ers­ten Blick sehr wuch­tig, aber Au­dio­ken­ner wis­sen, dass Vo­lu­men erst den rich­ti­gen Klang er­zeugt – zu­mal beim Quu­bi auch nicht am Sub­woo­fer ge­spart wur­de und die­ser sich auf der Un­ter­sei­te des Ra­di­os be­fin­det. Für den Ste­reo­klang sor­gen zwei Laut­spre­cher an den Sei­ten des Wür­fels, wel­che 60 Watt Mu­sik­leis­tung auf­brin­gen kön­nen.

Aus­stat­tung

An der Front be­fin­det sich ein 3,2 Zoll gro­ßes Farb­dis­play, wel­ches ne­ben Ka­nal­na­me und Künst­ler auch Cd-co­ver oder die be­lieb­ten Zu­satz­in­for­ma­tio­nen vie­ler Dab-ra­dio­sen­der aus­ge­ben kann. Dar­un­ter­lie­gend hat der Her­stel­ler die Be­dien­ele­men­te an­ge­bracht. Zwei gro­ße mul­ti­funk­tio­na­le Dre­hele­men­te sind für die Laut­stär­ke­reg­lung und Ka­nal­wahl zu­stän­dig, die­nen aber auch zur ein­fa­chen Me­nüna­vi­ga­ti­on. Ak­tu­ell ist der De­si­gn­wür­fel in den Farb­kom­bi­na­tio­nen Schwarz-sil­ber und El­fen­bein-sil­ber ver­füg­bar. Die wich­ti­gen An­schlüs­se sind auf der Rück­sei­te ver­baut. Dar­un­ter zäh­len ein Netz­werk­an­schluss, der ne­ben der Wlan-fä­hig­keit das Quu­bi ins In­ter­net ein­bin­den kann, ein Usb-an­schluss so­wie zwei Klin­ken­buch­sen – ei­ne zum An­schluss von Kopf­hö­rern, die an­de­re als Li­ne-in. Ein Netz­schal­ter kom­plet­tiert die Aus­stat­tung. Sehr po­si­tiv fällt die An­ten­nen­buch­se auf, an der wahl­wei­se die mit­ge­lie­fer­te Te­le­sko­p­an­ten­ne oder ei­ne Hau­s­an­ten­ne be­trie­ben wer­den kann.

In­ne­re Wer­te

Ins­ge­samt sie­ben Gr­und­funk­tio­nen sind im Haupt­me­nü wähl­bar. Hier­zu zäh­len Ap­pli­ka­tio­nen zur Nut­zung von In­ter­ne­tra­dio, dem Dab-plus-emp­fang, Fm-ra­dio, an­ge­schlos­se­nen Usb-da­ten­trä­gern bzw. Netz­werk­spei­chern, Li­ne In-qu­el­len, Blue­tooth und Spo­ti­fy. Der Be­nut­zer des Ra­di­os kann so­mit auf ei­ne gro­ße Aus­wahl an Di­ens­ten zu­rück­grei­fen und na­he­zu al­les mit dem Quu­bi hö­ren, was ak­tu­ell nutz­bar ist. Die Aus­wahl kann da­bei mit­tels Be­dien­ele­men­ten an der Front, der mit­ge­lie­fer­ten Fern­be­die­nung

oder via App er­fol­gen. Pa­lo­na setzt da­bei auf die be­kann­te Un­dok-app zur Steue­rung, die kos­ten­frei in den App-stores von Goog­le und IOS be­reit­steht. In un­se­rem Test wur­de das Ra­dio von der App auf An­hieb er­kannt, po­si­tiv da­bei: Mit der Un­dok-app kann das Quu­bi di­rekt in ein Mul­ti­room­sys­tem ein­ge­bun­den wer­den und mit an­de­ren Ge­rä­te die kom­plet­te Woh­nung mit ein­heit­li­chen Klän­gen ver­sor­gen.

Ra­dio­emp­fang

Beim ers­ten Start von DAB Plus führ­te das Ge­rät ei­nen kom­plet­ten Sen­der­such­lauf durch und leg­te die Sta­tio­nen in der Rei­hen­fol­ge des Auf­fin­dens in ei­ner Ka­nal­lis­te ab. Zur be­que­men Ver­wal­tung der per­sön­li­chen Fa­vo­ri­ten ver­fügt das Ra­dio über fünf Hard­ware-sen­der­spei­cher, die auch über Di­rekt­wahl­tas­ten am Ra­dio sel­ber er­reich­bar sind. Die Er­stel­lung ei­ner ge­misch­ten Fa­vo­ri­ten­lis­te – um bei­spiels­wei­se Se­der aus dem Dabp­lus-be­reich, UKW und In­ter­ne­tra­dio zu mi­schen – ist al­ler­dings auch beim Di­gi­tal­ra­dio von Pa­lo­na nicht mög­lich. Im Dab-mo­dus ste­hen Zu­satz­in­for­ma­tio­nen zum Sen­der zur Ver­fü­gung und auf dem Dis­play kön­nen Zu­satz­in­for­ma­tio­nen zum Sen­der bis hin zu gra­fi­schen Ele­men­ten (z. B. Wet­ter, Ti­tel­lis­te) bild­schirm­fül­lend an­ge­zeigt wer­den. Die­sen Kom­fort bie­tet Ukw-ra­dio zwar nicht, aber auch hier ist zu­min­dest RDS vor­han­den. Ne­ben dem Sen­der­na­men wer­den al­so auch hier zu­sätz­li­che Text­in­for­ma­tio­nen über­tra­gen und dar­ge­stellt.

In­ter­net­funk­tio­nen

Steht die Ver­bin­dung mit dem hei­mi­schen Netz­werk, las­sen sich mit dem Ra­dio tau­sen­de Ra­dio­st­reams aus dem In­ter­net wie­der­ge­ben. Zu vie­le, um die­se wirk­lich ef­fek­tiv im Ra­dio zu ver­wal­ten. Bes­ser ist es, Fa­vo­ri­ten­lis­ten über das Netz an­zu­le­gen und das Ra­dio dann dar­auf zu­grei­fen zu las­sen. Hier­für ist ei­ne ein­ma­li­ge An­mel­dung un­ter www.wi­fi­ra­dio-fron­tier.com er­for­der­lich. Den nö­ti­gen Zu­griff­scode lie­fert das Ra­dio aus dem Me­nü her­aus. Im In­ter­ne­tra­dio­mo­dus in das Me­nü wech­seln und fol­gen­de Schrit­te ab­sol­vie­ren: Sen­der­lis­te – Hil­fe – Zu­griff­scode er­hal­ten.

Lo­ka­le Me­di­en

Ei­ge­ne Mu­sik­da­tei­en las­sen sich über ver­schie­de­ne We­ge mit dem Ra­dio ab­spie­len. Der wohl be­quems­te Weg ist die Wie­der­ga­be von ei­nem Netz­wer­klauf­werk (NAS) oder dem PC im Netz­werk. Das funk­tio­niert über den Stan­dard DLNA, den NAS und Com­pu­ter mit ak­tu­el­lem Be­triebs­sys­tem in der Re­gel be­herr­schen. Dann kön­nen die be­tref­fen­den Ord­ner über das Ra­dio an­ge­steu­ert und dort hin­ter­leg­te Mu­sik­da­tei­en wie­der­ge­ge­ben wer­den. Eben­so ein­fach ist die Wie­der­ga­be von Mu­sik­da­tein auf ei­nem an­ge­schlos­se­nen Usb-da­ten­trä­ger mög­lich.

Spo­ti­fy-zu­griff und Blue­tooth

Die Nut­zung ist an ei­nen Pre­mi­um-ac­count des Mu­sik­strea­m­ing­diens­tes ge­kop­pelt. Ein be­son­de­res Will­kom­mens­an­ge­bot gibt es da­bei lei­der nicht, der Nut­zer kann le­dig­lich den 30-Ta­ge-testac­count ak­ti­vie­ren. Ei­ne Steue­rung der Ti­tel­wie­der­ga­be ist dann nicht nur am Ra­dio di­rekt, son­dern auch über ein im Heim­netz­werk be­find­li­ches Smart­pho­ne mit Spo­ti­fy-app mög­lich. Wem Spo­ti­fy nicht ge­fällt, der kann das Quu­bi dank der Blue­tooth-funk­tio­na­li­tät mit an­de­ren Strea­m­ing­diens­ten nut­zen. Mög­lich macht dies die ein­fa­che Kop­pe­lung mit dem Han­dy, wel­che so­gar via Nfc-kom­mu­ni­ka­ti­on ein­ge­rich­tet wer­den kann.

FA­ZIT

Das Pa­lo­na Quu­bi über­zeugt mit Funk­ti­ons­um­fang und auch im Klang. Dank des Sub­woo­fers auf der Un­ter­sei­te des Wür­fels kom­men sat­te bass­rei­che Klän­ge aus dem Zau­ber­wür­fel. Die Be­die­nung ist durch­dacht. Beim Funk­ti­ons­um­fang blei­ben kaum Wün­sche au­ßen vor.

Pa­lo­na Quu­bi www.au­dio-test.at 3.2017 sehr gut (85 %)

Die Te­le­sko­p­an­ten­ne kann ab­ge­schraubt wer­den. Am An­schluss kann ei­ne Au­ßen­an­ten­ne be­trie­ben wer­den

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