Dy­n­au­dio Con­tour 30

Wir ha­ben uns ver­liebt. In zwei Stü­cke pu­res Klang­gold, die uns über Wo­chen in un­se­rem Hör­raum ver­zau­bert ha­ben. Die neu­en Con­tour 30 von Dy­n­au­dio im Test.

Audio Test - - News - Ste­fan Go­e­de­cke

Dy­n­au­dio ist ei­ne Le­gen­de. Die Con­tour-se­rie der dä­ni­schen Laut­spre­cher-ma­nu­fak­tur eben­so. Sie geht in ihr im­mer­hin 28. (!) Jahr und hat sich im Lau­fe ih­rer Ge­schich­te im­mer wie­der neu er­fun­den. Da­bei ha­ben es sich die Ent­wick­ler nie leicht ge­macht – da­für steht die ho­he Kon­stanz in der Con­tour-rei­he, de­ren Mo­del­le sich erst in der drit­ten Ge­ne­ra­ti­on be­fin­den – gan­ze 15 Jah­re spiel­te al­lein die ers­te Se­rie un­ver­än­dert auf, in un­se­rer im­mer schnell­le­bi­ge­ren Zeit ei­ne hal­be Ewig­keit. Da­bei stand und steht für die Ma­cher im­mer die na­tür­li­che Re­pro­duk­ti­on von Mu­sik im Vor­der­grund die­ser Ent­wick­lung. Es ist die­ses Dy­n­au­dio-prin­zip, das die Mar­ke be­stimmt, die Ver­läss­lich­keit in der Qua­li­tät und Dau­er­haf­tig­keit eben­so und auch die Dank­bar­keit von welt­weit zehn­tau­sen­den Dy­n­au­dio-kun­den, auf di­rekt klang­be­ein­flus­sen­de Ele­men­te zu ver­zich­ten um so das zu er­rei­chen, was der Pro­du­zent dem Mu­sik­kon­su­men­ten zu­ge­dacht hat: Den pu­ren, na­tür­li­chen Klang ei­ner Auf­nah­me. So klar kon­tu­riert und re­pro­duk­ti­ons­ge­nau, wie sich die Con­tour-se­rie auch stets op­tisch prä­sen­tiert hat: Klar ge­zeich­net, ja kan­tig, di­rekt und schnör­kel­los war auch im­mer ihr De­sign – ein Stück Bau­haus für den Laut­spre­cher­markt, denn Dy­n­au­dio ord­net die Form­ge­bung zwar dem Klang un­ter, de­signt je­doch den­noch zeit­lo­se Hi­fi-mö­bel der Ex­t­ra­klas­se. Die äu­ße­ren At­tri­bu­te spie­geln da­bei auch die in­ne­ren Wer­te der Mar­ke, denn was Dy­n­au­dio seit sei­ner Grün­dung im dä­ni­schen Skan­der­borg im Jah­re 1977 prägt, ist nichts we­ni­ger als Klang in Rein­kul­tur, ei­ne Hom­mage an Auf­lö­sung, Ort­bar­keit und Bril­lanz. Al­les wird bei Dy­n­au­dio im Hau­se ge­fer­tigt – und zwar mit ma­xi­ma­lem Auf­wand: Al­lein die Ge­häu­se durch­lau­fen elf Pha­sen des La­ckie­rens und Po­lie­rens, be­vor sie frei­ge­ge­ben wer­den, von der Mem­bran über die Tests bis zur Be­stü­ckung des Laut­spre­chers, der aus bis zu 400 Tei­len be­ste­hen kann, ent­steht al­les in Skan­der­borg. Hier ist auch der Sitz der kri­tischs­ten Hi­fi-oh­ren Dä­ne­marks: Sie ge­hö­ren Al­lan Kris­ti­an­sen. Al­lan hört und sieht die Laut­spre­cher und ih­re Kom­po­nen­ten in al­len Ent­wick­lungs­stu­fen und sorgt da­für, dass Dy­n­au­di­oSchall­wand­ler von er­le­se­ner Qua­li­tät sind, und zwar mit dem ers­ten Laut­spre­cher ei­ner Se­rie. Al­lan hat­te sei­ne Oh­ren und Au­gen auch bei der Ent­wick­lung der neu­en Con­tour-se­rie. Und so se­hen wir heu­te in un­se­rem Hör­raum die wohl tief­grei­fends­te Än­de­rung der Con­tour-se­rie seit den ers­ten Klän­gen der Se­rie. Die Ent­wick­ler ha­ben es sich schwer ge­macht und sich Zeit ge­las­sen – denn wie will man ein Pro­dukt ver­bes­sern, was vie­len be­reits in der be­ste­hen­den Au­s­prä­gung als Re­fe­renz gilt? Die neue Con­tour-se­rie be­steht aus 4

ele­gant de­sign­ten High-end-laut­spre­chern: Die kom­pak­te Con­tour 20, das kom­pak­te Stand­mo­dell Con­tour 30, das gro­ße Stand­mo­dell Con­tour 60 und der Cen­ter Laut­spre­cher Con­tour 25C als Tri­but an die Heim­ki­no-fans. In sechs ed­len Fi­nis­hes ist die Con­tour-se­rie zu ha­ben: Nuss­baum, Wei­ße Ei­che, Kla­vier­lack Weiß, Kla­vier­lack Schwarz so­wie in Pa­li­san­der und Grey Oak in Hoch­glan­z­op­tik. Wir dür­fen ein Paar Con­tour 30 tes­ten. Tech­nisch bril­liert die Con­tour 30 mit ei­nem von Dy­n­au­dio ent­wi­ckel­ten, voll­kom­men neu­en Tief-mit­tel­tö­ner über den die Dä­nen ih­ren bes­ten und welt­weit be­ach­te­ten 28-mm-ge­we­be­ka­lo­t­ten­hoch­tö­ner Eso­tar2 in die di­rek­te Nach­bar­schaft set­zen. Ei­ne wei­te­re tech­ni­sche Fi­nes­se sind die ver­bau­ten Alu­mi­ni­um Schwings­pu­len: Dy­n­au­dio hat sie auf­grund der Ma­te­ri­al­wahl ex­trem leicht kon­zi­pie­ren kön­nen, viel leich­ter als üb­li­cher­wei­se ver­bau­te Kup­fer­spu­len. Das er­mög­licht den Dy­n­au­dio-spu­len, mehr Wick­lun­gen auf­zu­neh­men (in die­sem Fall ein Plus von fast ei­nem Vier­tel) – und das bei ei­nem grö­ße­ren Durch­mes­ser der Spu­le, was zu deut­lich mehr Kon­trol­le über die Mem­bran­be­we­gung führt. Die­se be­ste­hen aus ei­nem Ma­g­ne­si­um-si­li­kat-po­ly­mer, ei­ner wei­te­ren Ei­gen­ent­wick­lung, die Dy­n­au­dio seit 1985 in sei­nen Laut­spre­chern ein­setzt. Mit­tels ih­rer spe­zi­el­len geo­me­tri­schen Form und dif­fe­ren­ter Ma­te­ri­al­stär­ke er­zielt sie mit ei­nem per­fek­ten Ver­hält­nis von ge­rin­ger Mas­se zu Stei­fig­keit und in­ne­rer Dämp­fung ei­ne noch­mals ver­bes­ser­te Ab­strahl­cha­rak­te­ris­tik im ge­sam­ten Fre­quenz­be­reich, was dem Klang hör­bar mehr Kon­trol­le und Fein­hei­ten ver­leiht. Die hoch­fes­te, mehr­schich­ti­ge und sanft ge­run­de­te Ge­häu­se­kon­struk­ti­on wur­de mit ei­ner neu­en Alu­mi­ni­um­schall­wand aus­ge­stat­tet, die, per­fekt ge­formt, der Ge­häu­se­kon­struk­ti­on folgt und die bis­he­ri­ge Schall­wand aus Stahl ab­löst. Da­bei hat sich Dy­n­au­dio be­wusst für Alu­mi­ni­um ent­schie­den, da es form­bar ist und ei­ne deut­lich bes­se­re Stei­fig­keit und Sta­bi­li­tät be­sitzt, um die Chas­sis­kör­be si­cher auf­zu­neh­men und ih­nen ei­ne na­he­zu re­so­nanz­freie Hei­mat zu bie­ten. Mit der neu­en Ge­häu­se­form re­du­ziert Dy­n­au­dio bei der Con­tour-se­rie, so auch bei un­se­rer Con­tour 30 wir­kungs­voll Re­so­nan­zen und Kan­ten­dis­per­sio­nen. Das neue Con­tour Se­ri­en­de­sign ent­fernt sich den­noch nicht zu weit von der DNA der Con­tour Se­rie und ver­eint Tra­di­ti­on und Mo­der­ne auf aus­ge­zeich­ne­te Art und Wei­se. Wie die Con­tour 20 und Con­tour 60 ver­fügt auch un­ser Test­modell Con­tour 30 über neue Chas­sis­kör­be, ei­ne neue Fre­quen­zwei­che und ei­ne neue Ver­ka­be­lung. Da­bei hat Dy­n­au­dio die ge­sam­te Fre­quen­zwei­che neu ge­stal­tet, mit be­son­ders hoch­wer­ti­gen Mundorf-kon­den­sa­to­ren be­stückt und sorgt ei­ner neu­en Ver­ka­be­lungs­kon­fi­gu­ra­ti­on für noch bes­se­re Bass­wie­der­ga­be. Vie­le die­ser Op­ti­mie­run­gen sind da­bei für den Hö­rer nicht sicht­bar, da­für um­so bes­ser zu er­hö­ren. Dy­n­au­dio hat sich mit der Neu­auf­la­ge der Con­tour viel Zeit ge­las­sen, in Ru­he ent­wi­ckelt, ge­hört, ver­wor­fen, wie­der ent­wi­ckelt und wie­der ge­hört. Nur so kann man Le­gen­den bes­ser ma­chen. Und das hört man dann auch.

Klang

Wir ha­ben die Con­tour 30 erst­mals aus­führ­lich auf den Mit­tel­deut­schen Hi­fi-ta­gen hö­ren kön­nen und uns in die Laut­spre­cher von

An­fang an ver­liebt. Zu­ge­ge­ben: Ro­land Hoff­mann als Di­ri­gent lie­fer­te ei­ne ge­nau auf die Con­tour zu­ge­schnit­te­ne Hör­ses­si­on, die, so­weit wir das ein­schät­zen kön­nen, die zahl­rei­chen Zu­hö­rer al­le­samt in ih­ren Bann ge­zo­gen hat. Die Mu­sik­aus­wahl – per­fekt. Die Zu­spie­lung über NAD Kom­po­nen­ten ei­ne sehr gu­te Wahl, sind die­se doch auf­ein­an­der ein­ge­spielt. Die Prä­sen­ta­ti­on mit ei­nem Händ­chen für die Zu­hö­rer, die Mu­sik in Kom­bi­na­ti­on mit ei­nem Quänt­chen Tech­nik bril­li­ant auf den Punkt ge­bracht. Kön­nen wir den Zau­ber die­ses Mo­ments im Hör­raum fest­hal­ten? Zu­nächst sind wir da­her ge­gen­über an­de­ren Laut­spre­chern be­wusst un­fair und be­die­nen uns aus dem Re­per­toire des Vor­führ­ma­te­ri­als, das uns Dy­n­au­dio auf un­ser Bit­ten zur Ver­fü­gung ge­stellt hat. Al­len vor­an Bo­ris Blank mit sei­ner Vor­stel­lung von „Elec­tri­fied“, für je­den Le­ser nach­voll­zieh­bar down­load­bar bei Hi­gh­res­au­dio. com. Blank, der vie­len Le­sern als Coun­ter­part von Dieter Mei­er des Schwei­zer Elek­tro-du­os Yel­lo wohl­be­kannt sein dürf­te, lie­fert mit „Elec­tri­fied“sein ul­ti­ma­ti­ves Werk, sei­ne Rück­schau auf fast 40 Jah­re In­stru­men­tal­tracks in ei­ner ful­mi­nan­ten Ge­samt­schau mit 40 Stü­cken und zahl­rei­chen Vi­de­os. Blank und Mei­er tour­ten letz­tes Jahr erst­mals (!) mit knapp sieb­zig Jah­ren li­ve und spiel­ten un­ter an­de­rem in Ber­lin ih­ren Ti­tel „The Race“, der 1988 den Durch­bruch und die ers­te und ein­zi­ge Chart­plat­zie­rung für die bei­den Mu­si­ker in Deutsch­land be­deu­te­te. Blanks Al­bum scheint wie für die Con­tour 30 ge­macht, ge­ra­de der na­mens­ge­ben­de Track ist ein Feu­er­werk an elek­tro­ni­scher, ef­fekt­ge­la­de­ner Mu­sik. Die Wie­der­ga­be die­ser de­fi­nier­ten Bass­li­nes und schnel­len Tem­po­wech­sel, tie­fen und im­mer wie­der auch ab­rupt en­den­den Fre­quen­zen fällt vie­len Laut­spre­chern sehr schwer, es ist ei­ne Her­aus­for­de­rung für die Mem­bra­nen und de­ren An­steue­rung. Re­agiert sie zu tei­gig, ver­wi­schen die Klän­ge und die kla­re Prä­gnanz von Blanks Werk ver­fällt dem Ein­heits­brei elek­tro­nisch ver­färb­ter Mu­sik. Die Con­tour meis­tert da­ge­gen die­sen Par­cour aus Rhyth­mus und Loud­ness spie­le­risch. Fein fä­chern die Con­tour das Klang­spek­trum auf, bringt die Ste­reo­ef­fek­te, die fast den frü­hen Sech­zi­gern mit dem Eta­b­lie­rung der Ste­reo­fo­nie ent­lehnt schei­nen, wohl­klin­gend und prä­gnant zu Ge­hör und wirkt da­bei stets na­tür­lich und sou­ve­rän, oh­ne dass wir auch nur an­satz­wei­se ih­re Leis­tungs­gren­ze er­ah­nen wür­den. Im Ge­gen­satz zu ei­ner plat­ten rechts/links ge­trenn­ten Wie­der­ga­be bril­liert Blanks Auf­nah­me mit sub­ti­ler In­stru­men­tie­rung, ei­nem Klang­bild, das viel­fach prä­zi­se mit­tig aus­ge­führt sein will, oh­ne die Ef­fek­te, die links und rechts auf un­ser Sin­nes­or­gan ein­strö­men zu sehr in den Vor­der­grund zu drän­gen. Die Con­tour meis­tert die­sen schwie­ri­gen Ba­lan­ce­akt mit Bra­vour, so gut, dass wir das auch für un­se­re Oh­ren sehr for­dern­de Stück von Blank ger­ne wie­der und wie­der hö­ren. Da­bei kommt die Di­rekt­heit der Auf­nah­me der Con­tour ent­ge­gen und stellt den gu­ten Job der Ent­wick­ler ein­drucks­voll un­ter Be­weis. So kom­men die Klän­ge nie harsch oder ver­steift an un­ser Ohr, sie wer­den le­dig­lich mit ei­ner fast schon läs­si­gen Di­rekt­heit re­pro­du­ziert, was wir zu ei­nem gu­ten Teil ne­ben dem Eso­tar 2 auch der prä­zi­si­ons­ge­fräs­ten Alu­mi­ni­um-klang­wand und den neu­en Chas­sis samt der kraft­vol­len und den­noch leich­ten Spu­len zu­schrei­ben. Da­bei „über­hö­ren“wir uns nicht, im Ge­gen­teil, die Kon­tu­rie­rung, der aus­ge­feil­te Klang der Con­tour gibt den Stü­cken des Al­bums ih­ren ver­dien­ten Platz im Mu­sik­re­gal. Zu­ge­ge­ben: Wir spie­len sie hoch­auf­ge­löst über ei­nen her­vor­ra­gend ar­bei­ten­den Cam­bridge Au­dio CXN zu, der sich so­wohl mit un­se­rem Re­fe­renz­ver­stär­ker von Ro­tel als auch den Con­tour ganz aus­ge­zeich­net ver­steht, doch wir las­sen die Con­tour auch rich­tig ar­bei­ten, dre­hen den Pe­gel auch das ein oder an­de­re Mal rich­tig auf. Nicht nur, um die Mög­lich­kei­ten der Con­tour zu tes­ten son­dern viel­mehr weil es ein­fach Spaß macht, mit der Con-

tour Blank auch mal ganz laut zu hö­ren. Doch wie ver­steht sich der Schall­wand­ler auf die lei­sen Tö­ne?

In­ti­mi­tä­ten

Wir hö­ren mit Re­bec­ca Pid­ge­on den na­mens­ge­ben­den Song aus ih­rem De­but­al­bum „The Ra­ven“. Pid­ge­on ze­le­briert auf die­ser Plat­te ein­fühl­sa­me Songs mit ei­ner zart-sei­de­nen Stim­me, ver­edelt vom Aus­nah­me­mu­si­ker Da­vid Ches­ky im New York der frü­hen 1990er Jah­re (1994). Da­bei wer­den wir ver­wöhnt von fein ge­zupf­ten Gi­tar­ren, sen­ti­men­ta­len Strei­chern und ei­ner Stim­me von Pid­ge­on mit dem zar­ten Schmelz von Scho­ko­la­de in No­ten. Die Con­tour re­pro­du­zie­ren den in­ti­men Cha­rak­ter des Songs ge­konnt. Die Leich­tig­keit in den Pas­sa­gen wird ge­nau­so wie die teils ge­tra­ge­nen, kel­tisch an­ge­hauch­ten Ele­men­te mit dem zar­ten und re­du­zier­ten Ein­satz der In­stru­men­tie­rung von den Con­tour de­tail­ge­nau re­pro­du­ziert. Bei der Wie­der­ga­be solch in­ti­mer Stü­cke dür­fen Laut­spre­cher nichts auf­tra­gen oder gar hin­zu­dich­ten. Es ist schließ­lich auch kein Ef­fekt da, al­so wol­len auch kei­nen hö­ren und uns viel­mehr voll und ganz auf Re­bec­ca Pid­ge­on ein­las­sen. Das ge­lingt den Con­tour aus­ge­zeich­net: Wir träu­men uns in ei­ne klei­ne Kon­zert­hal­le, Pid­ge­on di­rekt vor uns, als wür­de sie nur für uns spie­len. Ih­re Stim­me klingt hau­chig zart, zu Be­ginn des Songs schon fast ele­gisch ge­tra­gen – die Tief-mit­tel­tö­ner leis­ten hier in Kom­bi­na­ti­on mit dem Eso­tar 2 ei­ne aus­ge­zeich­ne­te Ar­beit – die Na­tür­lich­keit der Auf­nah­me fin­det un­ver­fälscht und klar den Weg zu un­se­ren Oh­ren, die in­ti­me At­mo­sphä­re des Songs nimmt uns mit und lädt uns zum Träu­men ein. Der Ein­satz der Strei­cher ist nicht zu do­mi­nant, die Sän­ge­rin bleibt klar im Vor­der­grund und wird im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes „be­glei­tet“. Da­bei sind wir ganz dicht dran an Pid­ge­on. Noch ein Stück nä­her kom­men wir ihr viel­leicht mit ih­rer In­ter­pre­ta­ti­on von „Spa­nish Har­lem“, eben­falls auf ih­rem De­but­al­bum zu fin­den. Un­ver­fälscht, voll­kom­men na­tür­lich und vor al­lem mit gran­dio­ser Leich­tig­keit las­sen die Con­tour ei­ne wun­der­vol­le Ver­traut­heit im Hör­raum auf­kom­men. Pid­ge­on steht in ei­nem Ca­fe. Die Be­sen strei­chen über ein ein­sa­mes Schlag­zeug, sie schlägt die Au­gen auf und singt sich mit­ten in un­ser Herz. Dem auf­merk­sa­men Hö­rer wird mit der Con­tour 30 auch nicht ent­ge­hen, dass den Mu­si­kern ein No­ten­blatt bei Se­kun­de 21 zu Bo­den fällt. Kein Ef­fekt, aber ein De­tail, wel­ches die Dy­n­au­dio per­fekt re­pro­du­zie­ren. Kein Test oh­ne die Lieb­lings­band des Tes­ters: De­pe­che Mo­de. De­pe­che Mo­de ha­ben den Syn­thie Pop zu wah­rer Grö­ße ge­führt. Da­ve Ga­han und Mar­tin Go­re sind Sound­vir­tuo­sen, die in den acht­zi­gern Mu­sik­göt­ter wa­ren und es für vie­le noch heu­te sind. Dan­kens­wer­ter­wei­se geht die Band mit neu­en Al­bum in die­sem Jahr wie­der auf Deutsch­land­tour­nee und ma­chen un­ter an­de­rem auch in Leip­zig ei­nen Stopp. Wir ha­ben uns ei­nen Song aus der „gu­ten al­ten Zeit“der Band, vor dem Sui­zid­ver­such Ga­hans im Jahr 1996, dem Tief­punkt der Band­ge­schich­te, aus­ge­sucht. „Ever­y­thing Counts“aus dem Al­bum „101“, für uns DIE Li­ve-le­gen­de der Bri­ten, spielt auf. Die Kon­zer­tat­mo­sphä­re baut sich so­fort und macht­voll auf. We­ni­ger De­pe­che Mo­de als das Sta­di­on steht im Mit­tel­punkt der Wie­der­ga­be – so soll es sein. Mit dem Ein­set­zen der ers­ten wuch­ti­gen Bäs­se ist es um uns ge­sche­hen, wir sind wie­der 20 und mit­ten in ei­ner Zeit, in der eben „al­les zählt“. Es ist ein schö­nes Ge­schenk, dass uns die Con­tour hier ma­chen, ei­ne Plas­ti­zi­tät im Klang und ei­ne na­tür­li­che Leich­tig­keit in der Wie­der­ga­be, die wir uns im Um­gang mit die­sem Gen­re wün­schen. Die elek­tro­ni­schen Pas­sa­gen lö­sen die Con­tour aus­ge­zeich­net auf, oh­ne die At­mo­sphä­re zu dicht zu ge­stal­ten. Die Fan­ge­sän­ge im Mit­tel­teil des Songs ge­hen un­ter die Haut. Wir mei­nen, mit­ten un­ter ih­nen zu ste­hen, füh­len uns zu­rück­ver­setzt in un­se­re Ju­gend. Es macht ein­fach Spaß, die Con­tour in die­sem Mu­sik­be­reich spie­len zu hö­ren und wir skip­pen noch ein we­nig in der

„101“hin und her, be­vor wir den Dy­n­au­di­os Klas­sik zu­spie­len. Wir ent­schei­den uns für ei­ne Auf­nah­me des 2015 von uns ge­gan­ge­nen ge­nia­len Di­ri­gen­ten und Mu­si­kers Kurt Ma­sur, der 27 Jah­re lang in Leip­zig als Ge­wand­haus­ka­pell­meis­ter wirk­te und von 1991 bis 2002 Chef­di­ri­gent der New Yor­ker Phil­har­mo­ni­ker war. In die­ser Zeit ent­stand 1995 ei­ne Auf­nah­me von Gus­tav Mah­lers (1860 – 1911) „Sin­fo­nie Nr. 9 in D-dur“, Mah­lers letz­ten, voll­ende­ten Sin­fo­nie, die sich in­halt­lich mit dem Über­gang vom ir­di­schen in das himm­li­sche Le­ben be­schäf­tigt und ei­ne der we­ni­gen gro­ßen Sin­fo­ni­en ist, die lei­se ver­klin­gen. Haupt­au­gen­merk für uns ist der 4. Satz der Sin­fo­nie, der nach den teils dis­so­nan­ten und reich or­ches­trier­ten ers­ten drei Sät­zen sanft und al­lein mit Strei­chern be­ginnt und für je­den Schall­wand­ler nach ful­mi­nan­te­ren Stü­cken ei­ne gro­ße Her­aus­for­de­rung in der Re­pro­duk­ti­on dar­stellt. Zart und der Ma­sur­schen In­ter­pre­ta­ti­on fol­gend di­rekt und na­tür­lich neh­men die Con­tour die Strei­cher auf und um­schmei­cheln un­ser Ohr, be­vor uns na­he­zu un­heim­lich an­mu­ten­de Blä­ser ins Dies­seits zu­rück­ho­len. Die Strei­cher neh­men das Mo­tiv auf, tra­gen es mit bis ins Tut­ti des ge­sam­ten Orches­ters, dass sich bra­chi­al und scho­nungs­los in un­se­rem Hör­raum ab­bil­det. Be­ein­dru­ckend ist nun, wie die Dy­n­au­dio Con­tour 30 den aus­klin­gen­den Satz for­mu­lie­ren. Mah­lers An­wei­sun­gen, das mu­si­ka­li­sche Tem­po lang­sam aber ste­tig bis zur fast schmerz­haf­ten Sto­ckung auf­zu­be­rei­ten fol­gend, treibt Ma­sur sein Orches­ter zu Höchst­leis­tun­gen. Mit der Con­tour kön­nen Sie die­se Rei­se ein­drucks­voll mit­er­le­ben: Es sind da­bei vor al­lem die lei­se aus­klin­gen­den, tran­szen­den­ten und fein auf­ge­lös­ten Tö­ne, die die Con­tour zu Ih­rem Rit­ter­schlag ver­hel­fen – denn wäh­rend im Tut­ti oft auch ein­mal das ein oder an­de­re In­stru­ment in der Klang­ge­walt ein gan­zen Orches­ters un­ter­ge­hen kann, ver­mit­teln sol­che Pas­sa­gen sehr ge­nau, ob es ein Laut­spre­cher mit der Re­pro­duk­ti­on klas­si­scher Mu­sik ernst meint. Die Con­tour sind für Ma­surs di­rek­te In­ter­pre­ta­ti­on von Mah­lers 9. Sin­fo­nie wie ge­macht, ein sei­dig zar­ter, sanft aus­klin­gen­der Ton ver­ab­schie­det uns von die­sem Klang­test – ein gran­dio­ses Fi­na­le für ein gran­dio­ses Laut­spre­cher­paar. Es fällt uns schwer, uns von der Con­tour zu tren­nen, die Hör­ses­si­ons der let­zen Wo­chen wa­ren aus­ge­dehnt, ha­ben uns rich­tig Spaß ge­macht

FA­ZIT

Wir ha­ben uns ver­liebt. Di­rekt, na­tür­lich, kon­tu­riert – mal sei­dig zart, mal knor­rig im Bass oder über­wäl­ti­gend bei Li­ve-stü­cken. So fa­cet­ten­reich wie die Auf­nah­men sind die­se Schall­wand­ler – ge­nau so wün­schen wir uns ei­nen Laut­spre­cher. Wer ein­mal die Con­tour hört, wird schnell ge­packt von der Fas­zi­na­ti­on die­ses Laut­spre­chers. Für uns das Bes­te, was der Laut­spre­cher­markt in die­ser Klas­se der­zeit zu bie­ten hat. Cha­peau! und Stü­cke in un­ser Hör­re­per­toire wie­der ein­ge­führt, die wir an sich schon längst ver­bannt hat­ten. Die Con­tour ist ein di­rek­ter Klang­ver­füh­rer, der Sucht­po­ten­zi­al hat – und es geht mit der Con­tour 60 so­gar noch ei­ne Stu­fe bes­ser. Un­se­ren Hör­raum (im­mer­hin 57 qm) hat die Con­tour 30 je­doch be­reits völ­lig aus­ge­füllt und uns mehr als über­zeugt. Die Con­tour 60 he­ben wir uns da­her für ei­ne wei­te­re gu­te Ge­le­gen­heit auf. Denn wer die Con­tour hört, ver­gisst die Zeit. Und das ist wohl das größ­te Kom­pli­ment, was man ei­nem Laut­spre­cher ma­chen kann.

Der Eso­tar 2 Hoch­tö­ner wur­de von Dy­n­au­dio bis­lang erst ab der Con­fi­dence-se­rie ein­ge­baut. Er wird in die ver­win­dungs­stei­fe Alu­mi­ni­um-schall­wand di­rekt über den Tief-mit­tel­tö­ner ein­ge­setzt, wo­durch sich die­se trotz ih­rer Nä­he nicht ge­gen­sei­tig be­ein­flus­sen

Blick auf den neu ent­wi­ckel­ten Tief-mit­tel­tö­ner, der zwei­fach bei der Con­tour 30 ein­ge­setzt wird. Die Mem­bran er­hält ih­re ty­pi­sche Fär­bung durch ein Ma­g­ne­si­um-si­li­kat-po­ly­mer, ei­ne Dy­n­au­dio-ei­gen­ent­wick­lung

Rück­an­sicht. Gut zu er­ken­nen der sich nach hin­ten ver­jün­gen­de Kor­pus und die zar­ten Run­dun­gen, um Kan­ten­dis­per­sio­nen zu ver­hin­dern. Zwei Bass­re­flex­öff­nun­gen kom­plet­tie­ren das Bild

Das An­schluss­ter­mi­nal der Con­tour 30 ist schlicht, aber wir­kungs­voll. Die ein­ge­setz­ten Kunst­stoff­klem­men von WBT sind von aus­ge­zeich­ne­ter Qua­li­tät und klang­lich wohl das Bes­te, was der Markt zu bie­ten hat

Die Stand­fü­ße ent­kop­peln die Con­tour 30 wir­kungs­voll vom Bo­den. Sie sind äu­ßerst sta­bil aus­ge­führt

Mi­ni­ma­lis­tisch auf­ge­bracht ist das Lo­go. Dy­n­au­dio si­gna­li­siert: Es geht um Klang, nicht um Ei­tel­kei­ten

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