Die vier­te Di­men­si­on

Wir fei­ern Welt­pre­mie­re, denn wir sind das ers­te Ma­ga­zin, wel­ches die neu­en Mc-ton­ab­neh­mer von Ex­ca­li­bur ex­klu­siv tes­ten durf­te. Se­ri­en­num­mer 0001. Sind Sie be­reit für die Pro­to­ty­pen der neu­en Mit­tel­klas­se-re­fe­ren­zen? Schnal­len Sie sich bit­te an.

Audio Test - - Test - Jo­han­nes Strom

Be­reits in der Aus­ga­be 7/17 der AU­DIO TEST durf­ten wir in den Ge­nuss kom­men die Ex­ca­li­bur Mc-ton­ab­neh­mer-se­rie vor­zu­stel­len. Da­mals noch in den Far­ben Blue, Gre­en und Black mit durch­weg her­vor­ra­gen­den Er­geb­nis­sen zwi­schen 87 und 93 Pro­zent. Das Un­ter­fan­gen des bay­ri­schen Tad-au­dio­ver­trieb mit sei­ner ei­ge­nen Mar­ke Ex­ca­li­bur in den heiß um­kämpf­ten Ton­ab­neh­mer-markt vor­zu­sto­ßen, kann auch aus heu­ti­ger Sicht als vol­ler Er­folg ge­wer­tet wer­den. Be­son­ders das her­vor­ra­gen­de Preis-leis­tungs­ver­hält­nis hat uns da­mals über­zeugt. Nun möch­te man bei Ex­ca­li­bur das Mc-sor­ti­ment nach oben hin ab­run­den und er­wei­tern um nicht nur am­bi­tio­nier­te Ein­stei­ger, son­dern auch die al­ten und er­fah­re­nen Ha­sen im High End ab­zu­ho­len. Da­her nun al­so die neu­en Top-mo­del­le Red und Gold, die vor al­lem in punc­to Klang-qua­li­tät noch­mals ei­ne wei­te­re Schip­pe drauf­le­gen, oh­ne da­bei aber wirk­lich deut­lich teu­rer zu wer­den, denn preis­lich be­we­gen uns nach wie vor in der Ton­ab­neh­mer-mit­tel­klas­se.

Red

Der Red kos­tet 699 Eu­ro und liegt so­mit bei ei­nem iden­ti­schen Preis, wie das bis­he­ri­ge Spit­zen­mo­dell Black. Der Haupt­un­ter­schied zum Black liegt dar­in, dass es sich beim Red um ei­nen High-out­put-mc han­delt, der mit ei­ner Aus­gangs­span­nung von 2 Mil­li­volt auch pro­blem­los an ei­ner Mm-vor­stu­fe be­trie­ben wer­den kann. Klang­lich bie­tet er da­bei die­sel­ben Vor­zü­ge, wie schon der Black. Gro­ße Ste­re­ob­rei­te, sam­tig war­mer Klang mit er­staun­li­chem Druck für ei­nen MC. Der Shi­ba­ta-schliff gibt ihm dar­über hin­aus die Mög­lich­keit sehr di­rekt auf­zu­spie­len und auch feins­te Tran­si­en­ten und Räu­me prä­zi­se zu wan­deln. Sei­ne ho­he Auf­lö­sung kann vor al­lem bei al­ten Plat­ten aus den 50ern und 60ern wah­re Wun­der be­wir­ken. Selbst wenn sie, wie im Fal­le un­se­res Pro­ban­den Er­win Lehn And His Süd­funk Dance Orches­tra, in Mo­no ge­presst sind, er­klingt der „Ger­man Jazz Hur­ri­ca­ne“so le­ben­dig und räum­lich wie ei­ne Ste­reo-ab­bil­dung über Kopf­hö­rer. Der Red bringt al­le Ei­gen­schaf­ten ei­nes High End MCS mit sich. Na­tür­li­che und ver­zer­rungs­freie Wie­der­ga­be bis in die Tie­fe, Fein­ge­fühl und Hoch­glanz-klang, en­er­gie­ge­la­de­ne Dy­na­mik und sat­te, druck­vol­le Bäs­se. Wer al­so be­reits mit dem Ex­ca­li­bur Black ge­lieb­äu­gelt hat, aber sich nicht gleich ei­ne neue Vor­stu­fe kau­fen möch­te, der wird hier zu volls­ten Zuf­rie­den­heit be­dient.

Gold

Ein wirk­li­cher Pau­ken­schlag aber ist der neue Ex­ca­li­bur Gold. Beim Gold han­delt es sich um ei­nen klas­si­schen MC mit 0,5 Mil­li­volt Aus­gangs­span­nung. Ei­ne ent­spre­chen­de Vor­stu­fe ist al­so Pflicht. Mit 999 Eu­ro liegt er preis­lich an der Gren­ze zur Ober­klas­se. In sei­nem Seg­ment bis 1 000 Eu­ro kann er aber ge­trost als ei­ner der bes­ten ge­zählt wer­den. Der Na­me ist näm­lich durch­aus Pro­gramm. Ein ech­ter Schall­plat­ten­ver­gol­der, denn der Klang ist schlicht und er­grei­fend leib­haf­tig. Vor al­lem hat uns der phä­no­me­na­le Grund­ton über­wäl­tigt. Des­sen State­ment: Ich bin hier, ich bin di­rekt vor Dir. Da­bei wird man aber nicht er­drückt, son­dern vor al­lem er­fasst. Der Künst­ler ver­lässt den Laut­spre­cher und wird in ei­ner Plas­ti­zi­tät und Nä­he dar­ge­stellt, die al­les bis­he­ri­ge zwei­di­men­sio­nal und kalt klin­gen lässt. Doch selbst mit Drei­di­men­sio­na­li­tät al­lein gibt sich der Gold nicht zu­frie­den. Räu­me, Dy­na­mik und Tran­si­en­ten al­lei­ne ma­chen schließ­lich noch kei­ne See­le. Der Gold kann das. Als gä­be es hin­ter oder in der Mu­sik ei­ne vier-

te Di­men­si­on. Et­was ver­bin­den­des. Nicht die Zeit, wie man­che jetzt viel­leicht den­ken wer­den. Da­für ist der Klang und die Op­tik des Gold viel zu zeit­los. Was wir mei­nen, ist das Le­ben. Ei­ne In­ter­ak­ti­on. Die Kraft des Ton­ab­neh­mers den Aus­druck des Künst­lers ab­so­lut un­ver­fälscht und au­then­tisch zu über­set­zen, so­dass wir ech­te Em­pa­thie emp­fin­den kön­nen, für das, was uns der Künst­ler sa­gen möch­te. Das Ge­fühl ver­stan­den zu wer­den, nicht al­lei­ne zu sein. Ver­bun­den­heit, Trost, Hoff­nung. Wir sind zu­tiefst be­wegt und be­ein­druckt.

FA­ZIT

Der Ex­ca­li­bur Red ist ein echtes Kom­pa­ti­bi­li­täts­wun­der. Zum ei­nen hoch­wer­ti­ger Mc-ton­ab­neh­mer mit al­len ent­spre­chen­den Klang­ei­gen­schaf­ten, zum an­de­ren, dank sei­ner ho­hen Aus­gangs­span­nung, be­quem oh­ne ex­tra Mc-vor­stu­fe nutz­bar. Das da­durch ge­spar­te Geld lässt sich gut in die Plat­ten­samm­lung in­ves­tie­ren. Kein Wun­der, dass uns beim Ti­tel „Con­se­quence Of Lo­ve“von Gre­go­ry Por­ter dann let­zen En­des die Trä­nen über die Wan­ge lau­fen und wir über­wäl­tigt von der vier­ten Di­men­si­on zwi­schen Glück und Fas­sungs­lo­sig­keit die Zeit ver­ges­sen.

FA­ZIT

Der Ex­ca­li­bur Gold macht sei­nem Na­men al­le Eh­re. Wie ein Stein der Wei­sen, ver­gol­det er den Klang je­der Schall­plat­te, kit­zelt bis­her ver­steck­te In­for­ma­tio­nen aus der Ril­le und be­wegt und be­rührt zu­gleich. Ei­ne au­then­ti­sche­re und über­zeu­gen­de­re Wie­der­ga­be ist in die­ser Mc-preis­klas­se wohl nicht zu fin­den.

Wie schon beim Mo­dell Ex­ca­li­bur Black han­delt es sich um ei­nen Shi­ba­ta-schliff

Die Ex­ca­li­bur-ton­ab­neh­mer set­zen beim Na­del­trä­ger auf leich­tes Alu­mi­ni­um

Im Lie­fer­um­fang sind auch Schrau­ben, Werk­zeug und Na­del­bürs­te ent­hal­ten

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