Anou­ar Bra­hem

Barz­akh

Audio - - SPEZIAL › LESERWAHL 2018 -

Das ak­tu­el­le Werk von Anou­ar Bra­hem „Blue Maqams“(Sei­te 147) hat ECM auch par­al­lel auf Dop­pel-LP ver­öf­fent­licht, hin­zu kommt als hoch­will­kom­me­nes Reis­sue das Trio-Al­bum „Barz­akh“(1991). Der Oud-Vir­tuo­se spiel­te auf sei­nem ECM-De­büt zu­sam­men mit dem Gei­ger Be­chir Sel­mi und dem Per­kus­sio­nis­ten Las­sad Hos­ni ei­ne für un­se­re Oh­ren un­ver­fälsch­te ara­bi­sche Mu­sik ein, was auch im­mer das hei­ßen mag. Durch all die mit reich­lich Hall gar­nier­ten Gleit- und Vier­tel­tö­ne leuch­tet ei­ne me­lo­di­sche und rhyth­mi­sche Kraft, die schlicht be­geis­tert. Und wie nah der spa­ni­sche Fla­men­co ver­wandt ist, wird in ei­ni­gen ra­san­ten Stü­cken nur zu deut­lich. Erst­klas­si­ger Klang, knack­freie Pres­sung. „Font­es­sa“nah­men Milt Jack­son (vib), John Le­wis (p), Per­cy He­ath (b) so­wie der neue Drum­mer Con­nie Kay größ­ten­teils am 22. Ja­nu­ar 1956 auf. Nur „Blue­so­lo­gy“reich­ten sie am 14. Fe­bru­ar in zwei Fas­sun­gen nach für die Mo­no- und die Ste­re­o­ver­si­on ih­res ers­ten Al­bums für At­lan­tic. Spea­kers Cor­ner ver­öf­fent­licht die Mo­no­ver­si­on neu, auf der vor al­lem das von Jack­son ge­wohnt vir­tu­os und noch mit viel swin­gen­der Ver­ve be­ar­bei­te­te Vi­bra­fon prä­sen­ter aus der Mit­te kommt. Sein kon­ge­nia­ler Ge­gen­part John Le­wis schrieb mit dem Ti­tel­song ei­ne elf­mi­nü­ti­ge Sui­te, die für den Au­tor zu den stärks­ten Stü­cken des 1950er-Jah­re-Jazz über­haupt ge­hört. Die vor­lie­gen­de Pres­sung lief ta­del­los. Gi­tar­re­ro-Le­gen­de Ron­nie Mon­tro­se (1947–2012) mach­te ab 1973 mit der nach ihm be­nann­ten Band Hard­rock-Fu­ro­re, zu­nächst mit dem spä­te­ren Van-Ha­len-Sän­ger Sam­my Ha­gar. Kurz vor sei­nem Tod hat­te Mon­tro­se be­gon­nen, ei­ne CD mit zehn Sän­gern in zehn Songs auf­zu­neh­men. Sei­ne Mit­strei­ter, Bas­sist Ri­cky Phil­lips und Drum­mer Eric Sin­ger ha­ben das un­voll­ende­te Werk nun ab­ge­schlos­sen – mit ei­ner ir­ren Pha­lanx von Sän­gern (Ha­gar, Glenn Hug­hes, Tom­my Shaw, Ed­gar Win­ter, Eric Mar­tin, Gregg Ro­lie u.a.) und Gi­tar­ris­ten (Joe Bo­na­mas­sa, Ste­ve Lu­ka­ther, Rick Der­rin­ger u.a.). Ein ab­wechs­lungs­rei­ches Hard­ro­ckAl­bum, so rich­tig schön alt­mo­disch. Stark kom­pri­mier­ter Sound, gut ge­presst.

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