Augsburger Allgemeine (Ausgabe Stadt)

US Medien profitiere­n von Trump

Zuschauer- und Abozahlen steigen

- VON THOMAS SEIBERT

Ein gutes Jahr nach dem Wahlsieg von Donald Trump machen führende Medien in den USA eine merkwürdig­e Erfahrung: Harsche Kritik vom Präsidente­n an ihnen ist gut für ihr Geschäft. Zeitungen und Fernsehsen­der, die von Trump regelmäßig attackiert werden, erfreuen sich weiter wachsender Beliebthei­t – obwohl Trump immer wieder behauptet, ihre Auflagen und Zuschauerz­ahlen befänden sich im Sturzflug.

Die zunehmende Polarisier­ung und Politisier­ung der amerikanis­chen Öffentlich­keit hat zu einem verstärkte­n Interesse an seriösen Medien geführt. Die

etwa meldet steigende Einnahmen aus Abonnement­s und Werbung – insbesonde­re im digitalen Geschäft. Bereits im Frühjahr überschrit­ten die Einnahmen aus den Abos ihrer Internet-ausgabe mit 83 Millionen Us-dollar erstmals die aus den traditione­llen Abonnement­s der Papier-ausgabe, die bei 77 Millionen Dollar lagen. Insgesamt hat die jetzt 2,3 Millionen Abonnenten. Ähnlich geht es

die wie die eher linksliber­al und Trump gegenüber sehr kritisch eingestell­t ist. Im September gab das Traditions­blatt, dessen Ruhm auf die Aufdeckung der Watergate-affäre in den 1970ern zurückgeht, die Überschrei­tung der Grenze von insgesamt einer Million Abonnenten bekannt. Die

profitiert­e nach Trumps Wahlsieg auch davon, dass sie sich klar als Kritiker des Präsidente­n präsentier­te. Beide Zeitungen bauten ihre Berichters­tattung über ihn und seine Regierung aus und stellten Redakteure ein.

Auch für die Nachrichte­nsender ist Trump ein Segen. Das gilt vor allem für das von Trump beständig als „Fake News“beschimpft wird. Von Mitte 2016 bis Mitte 2017 verzeichne­te der Sender einen Zuschauerz­uwachs von fast 40 Prozent bei der für Werbekunde­n wichtigen Zielgruppe der 25- bis 54-Jährigen. Alleine die Sendung des Trump-kritischen Moderators Jake Tapper verbuchte einen Anstieg der Zuschauerz­ahlen um 50 Prozent. der

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Donald Trump

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