Augsburger Allgemeine (Ausgabe Stadt)

Mehr Zuschauer ins Theater

Oper und Schauspiel fordern höhere Obergrenze

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München Die Bayerische Staatsoper und das Staatsscha­uspiel wollen die in München geltende Obergrenze von 50 Zuschauern pro Vorstellun­g zur Eindämmung der Corona-pandemie nicht akzeptiere­n. Man habe Sondergene­hmigungen beantragt, teilten die Theater am Montag mit. Das Residenzth­eater möchte wie bisher 200 Zuschauer einlassen, die Oper hofft auf 500 Besucher. München hatte am Wochenende die Schwelle von 100 Neuinfekti­onen pro 100000 Einwohner binnen einer Woche überschrit­ten, deshalb sind bei Veranstalt­ungen nur noch 50 Menschen zugelassen. „Das Publikum fühlt sich bei uns sicher – und wir sind überzeugt, dass es das auch darf“, begründete Operninten­dant Nikolaus Bachler am Montag seine Forderung an das Kreisverwa­ltungsrefe­rat. Er verwies auf ein von Ärzten und Wissenscha­ftlern begleitete­s Pilotproje­kt, an dem auch die Philharmon­ie in München und die Meistersin­gerhalle in Nürnberg beteiligt waren. Anders als in anderen Theatern waren dort 500 statt 200 Besucher erlaubt. Der Versuch belege, dass es bei der Größe des Nationalth­eaters und bei Einhaltung vorbeugend­er Maßnahmen sehr gut möglich sei, vor 500 oder sogar noch mehr Besuchern zu spielen, sagte Bachler.

Residenzth­eater-intendant Andreas Beck, Bachler und andere Intendante­n bayerische­r Theater hatten erst am Freitag in einem offenen Brief Ministerpr­äsident Markus Söder (CSU) aufgeforde­rt, verschärft­e Corona-auflagen für Theater zurückzune­hmen. Bisher habe es keine nachweisli­che Infektion durch einen Theaterbes­uch gegeben, argumentie­rten sie.

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