Bay­ern ha­ben die we­nigs­ten Schul­den

Sta­tis­tik Den­noch fällt es über sie­ben Pro­zent der Er­wach­se­nen schwer, ih­re Rech­nun­gen zu be­zah­len. In Bre­men liegt die Quo­te fast dop­pelt so hoch. Auch im Frei­staat gibt es Warn­zei­chen

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Bayern - VON TILL HOF­MANN

Augs­burg/Mün­chen

Bay­ern sieht ein we­nig wie die In­sel der Se­li­gen aus: Fast al­le Land­krei­se sind dort in ei­ner Deutsch­land-Gra­fik satt­grün ein­ge­färbt. Oder an­ders aus­ge­drückt: Im deutsch­land­wei­ten Ver- gleich ha­ben die Men­schen im Frei­staat die we­nigs­ten Schul­den – wie in den vor­her­ge­gan­ge­nen Jah­ren auch. Das hat die jähr­lich er­mit­tel­te Schul­den-Sta­tis­tik des Wirt­schafts­for­schungs­in­sti­tu­tes Cre­dit­re­form (Neuss) er­ge­ben. Auf den wei­te­ren Plät­zen fol­gen Baden-Württemberg und Thü­rin­gen. Die meis­ten Schul­den ha­ben die Men­schen in Bre­men, Ber­lin und Sach­sen-An­halt.

An­ge­sichts die­ser Ver­tei­lung ist es auch nicht ver­wun­der­lich, dass die zehn Land­krei­se mit der ge­rings­ten Über­schul­dung von Pri­vat­leu­ten al­le­samt in Bay­ern lie­gen. Auf Platz eins be­fin­det sich der Kreis Eich­stätt mit ei­ner Quo­te von 3,79 Pro­zent, ge­folgt von Er­lan­genHöch­stadt, Schwein­furt, Neu­bur­gSchro­ben­hau­sen (5,22), Strau­bin­gBo­gen, Würz­burg, Ne­u­markt in der Ober­pfalz, Rhön-Gr­ab­feld, MainSpes­sart und Aichach-Fried­berg (5,58). Un­ter den Top 50 gibt es nur acht nicht­baye­ri­sche Krei­se und kreis­freie Städ­te.

Aber auch in der „Vor­stu­fe zum Pa­ra­dies“, wie Mi­nis­ter­prä­si­dent Horst See­ho­fer (CSU) Bay­ern ein­mal be­schrie­ben hat, gibt es nicht nur Licht, son­dern auch Schat­ten. So fin­den sich vier baye­ri­sche Städ­te un­ter den zehn Land­krei­sen und kreis­frei­en Städ­ten in der Bun­des­re­pu­blik mit dem stärks­ten Über­schul­dungs-An­stieg: Strau­bing, Am­berg, Nürn­berg und Ans­bach.

Die Zahl der über­schul­de­ten Per­so­nen steigt auch in Bay­ern an – al­lein um 31 000, wenn die­ses und das ver­gan­ge­ne Jahr her­an­ge­zo­gen wer­den. Ins­ge­samt ha­ben 780 000 Men­schen nach­hal­ti­ge Zah­lungs­schwie­rig­kei­ten.

Die häu­figs­ten Grün­de für das pri­va­te Ab­rut­schen in Schul­den sind dem Be­richt zu­fol­ge Ar­beits­lo­sig­keit, ei­ne Tren­nung, Schei­dung oder Tod, Er­kran­kun­gen, Süch­te, ein Un­fall, un­wirt­schaft­li­che Haus­halts­füh­rung so­wie ei­ne ge­schei­ter­te Selbst­stän­dig­keit.

In ganz Deutsch­land sind es 6,8 Mil­lio­nen Men­schen über 18 Jah­re, die Pro­ble­me da­mit ha­ben, ih­re Rech­nun­gen zu be­zah­len. Im ver­gan­ge­nen Jahr wa­ren es noch 131000 Bür­ger we­ni­ger. Der ak­tu­el­le An­stieg speist sich vor al­lem aus der Zu­nah­me der Fäl­le, mit de­nen sich Ge­rich­te be­schäf­ti­gen müs­sen („har­te Über­schul­dung“). Das Wirt­schafts­for­schungs­in­sti­tut ver­heißt für die na­he Zu­kunft nichts Gu­tes: Die Frau­en ho­len bei den Über­schul­dungs­fäl­len auf, das The­ma „Al­ters­über­schul­dung“bleibt vi­ru­lent. Und mit ei­ner nach­hal­ti­gen Ent­span­nung der Über­schul­dungs­la­ge ist nicht zu rech­nen.

Nach­fol­gend die Plat­zie­rung der Krei­se und kreis­frei­en Städ­te aus der Re­gi­on. Ins­ge­samt gibt es 402 in Deutsch­land. Am Schluss steht die Über­schul­dungs­quo­te in Pro­zent: ● 5,22% ● 5,58 ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ●

4. Neu­burg-Schro­ben­hau­sen 10. Aichach-Fried­berg 12. Do­nau-Ries 13. Lands­berg 27. Un­ter­all­gäu 36. Ost­all­gäu 47. Augs­burg 50. Ober­all­gäu 60. Dil­lin­gen 79. In­gol­stadt 84. Neu-Ulm 87. Günz­burg 90. Lin­dau 246. Kemp­ten 263. Mem­min­gen 278. Kauf­beu­ren 306. Augs­burg

5,65 5,74 6,08 6,31 6,51 6,56 6,68 (Stadt) 7,27 7,37 7,43 7,51 (Stadt) 10,21 (Stadt) 10,43 (Stadt) 10,70 (Stadt) 11,21

Gra­fik: Cre­dit­re­form

Grün be­deu­tet: hier sind we­ni­ge Men­schen über­schul­det.

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