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Ver­kehr Die um­strit­te­nen lan­gen Las­ter wer­den künf­tig öf­ter auf den Stra­ßen zu se­hen sein

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Wirtschaft -

Frank­furt am Main

Zum Jah­res­be­ginn 2017 sol­len die um­strit­te­nen Lang­las­ter auf deut­schen Stra­ßen nicht mehr nur im Rah­men ei­nes Feld­ver­suchs un­ter­wegs sein. Sein Haus ha­be die Ver­ord­nung für den Re­gel­be­trieb fer­tig­ge­stellt, sag­te Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Alex­an­der Do­brindt (CSU) in Frank­furt bei der Ta­gung des Gü­ter­ver­kehr- und Lo­gis­tik­ver­ban­des BGL. Sie tre­te zum Jah­res­be­ginn in Kraft.

Als 14. von 16 Bun­des­län­dern ha­be zu­dem Rhein­land-Pfalz sei­ne Teil­nah­me er­klärt, be­rich­te­te der Mi­nis­ter. Da­mit sind die bis zu 25,25 Me­ter lan­gen Lkw nur noch in Ber­lin und im Saar­land von den Stra­ßen ver­bannt. Sie dür­fen aber nur auf ei­nem 11 600 Ki­lo­me­ter lan­gen, fest­ge­leg­ten Stra­ßen­netz fah­ren und mit 40 Ton­nen nicht mehr zu­la­den als die her­kömm­li­chen Las­ter. Der­zeit neh­men 159 Lang-Lkw an dem Ver­such teil, es kön­nen aber mehr wer­den. Ih­re Höchst­län­ge über­schrei­tet die bis­lang ge­wohn­ten Ma­ße um 6,50 Me­ter.

Die Tests und ein um­fang­rei­ches Gut­ach­ten hät­ten die Be­den­ken der Geg­ner ent­kräf­tet, sag­te Do­brindt. Es ge­be kei­ne Gü­ter-Ver­la­ge­rung von der Schie­ne auf die Stra­ße. Weil nun zwei Lang-Lkw drei her­kömm­li­che Lkw er­set­zen könn­ten, kön­ne bis zu 25 Pro­zent CO2 ein­ge­spart wer­den, sag­te der Mi­nis­ter. Die In­fra­struk­tur neh­me kei­nen Scha­den, da die Lang-Lkw nicht schwe­rer sein dürf­ten als die bis­he­ri­gen.

Ver­bands­prä­si­dent Adal­bert Wandt ver­lang­te von der Bun­des­re­gie­rung mehr Schutz ge­gen un­lau­te­re Kon­kur­renz, die mit So­zi­al­dum­ping die Prei­se drü­cke. Die Maut­sta­tis­tik zei­ge, dass der Markt­an­teil der in Deutsch­land zu­ge­las­se­nen Lkw im­mer wei­ter ab­neh­me auf zu­letzt nur noch 59,2 Pro­zent in den ers­ten neun Mo­na­ten die­ses Jah­res. Vor al­lem Un­ter­neh­men aus Po­len und Tsche­chi­en setz­ten Fah­rer ein, die ih­re ge­sam­te Ru­he- und Frei­zeit im oder am Fahr­zeug ver­bräch­ten. Dies er­hö­he die Park­platz­not un­nö­tig und müs­se un­ter­bun­den wer­den. Zu­dem müss­ten die So­zi­al­vor­schrif­ten des Lan­des gel­ten, in dem die Di­enst­leis­tung haupt­säch­lich er­bracht wer­de. Der deut­sche Min­dest­lohn ha­be nichts be­wirkt, weil die Ein­satz­plä­ne aus­län­di­scher Trans­port­un­ter­neh­men nicht über­prüft wür­den.

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