Lob­lied auf das Kat­zen­klo

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Bayern - VON JOSEF KARG Üb­le Ge­rü­che jok@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Er­in­nern Sie sich noch? Ei­ne Kat­zen­toi­let­te stand mal im Zen­trum der kul­tu­rel­len Dis­kus­si­on im Land. Seit der west­fä­li­sche Ko­mi­ker Hel­ge Schnei­der die­sel­be 1993 mit dem Re­frain „Kat­zen­klo macht die Kat­ze froh“be­sun­gen hat, ist es um den Be­dürf­nisort des be­lieb­ten Haus­tie­res still ge­wor­den. Ges­tern aber zeig­te sich vor dem Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen, wie rich­tig Schnei­ders The­se ist. Dort muss­te ent­schie­den wer­den, ob ein Haus­käu­fer Scha­den­er­satz zu­ge­spro­chen be­kommt, wenn der Ver­käu­fer den neu­en Be­sit­zer nicht dar­über in­for­miert hat, dass das An­we­sen mit Kat­zen­u­rin ver­seucht ist.

Da­zu muss man wis­sen, dass letz­te­rer übel nach Am­mo­ni­ak riecht. Das liegt dar­an, dass Stu­ben­ti­ger Fleisch­fres­ser sind, wes­halb sie je­de Men­ge tie­ri­sches Ei­weiß um­set­zen und stin­ken­den Urin aus­schei­den.

Ein ethi­scher An­satz zur Lö­sung des tie­ri­schen Ge­ruchs­pro­blems wä­re, Kat­zen zu Ve­ga­nern um­zu­er­zie­hen. Im Rechts­streit spiel­te die­ser Aspekt lei­der kei­ne Rol­le. Aus­lö­ser war ei­ne epi­lep­ti­sche Kat­ze, die das „Was­ser“nicht hal­ten konn­te. Letzt­end­lich hät­ten da we­der Pflan­zen­kost noch Kat­zen­klo prä­ven­tiv ge­hol­fen. Grund­sätz­lich gilt aber schon: Wenn Mie­zen­be­sit­zer ihr Haus nicht oh­ne Ab­schlä­ge ver­äu­ßern wol­len, soll­ten sie Schnei­ders Tipp ernst neh­men.

Le­sen Sie da­zu den Ar­ti­kel „Bie­seln­de Kat­ze löst Streit aus“

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