Das müs­sen Luft­han­sa Pas­sa­gie­re wis­sen

Ver­brau­cher Der Aus­stand der Luft­han­sa-Pi­lo­ten wir­belt auch heu­te die Plä­ne vie­ler Ur­lau­ber und Ge­schäfts­rei­sen­der durch­ein­an­der. Am Sonn­tag ist Streik-Pau­se. Wo sich Be­trof­fe­ne in­for­mie­ren kön­nen und wel­che Re­geln gel­ten

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Wirtschaft -

Frank­furt

Bei der Luft­han­sa geht der Streik der Pi­lo­ten wei­ter. Bis ein­schließ­lich Sams­tag hat die Pi­lo­ten­ge­werk­schaft Ver­ei­ni­gung Cock­pit zur Ar­beits­nie­der­le­gung auf­ge­ru­fen. Am Frei­tag wa­ren fast aus­schließ­lich Ver­bin­dun­gen auf der Kurz- und Mit­tel­stre­cke be­trof­fen, auch am Sams­tag sol­len die Pi­lo­ten strei­ken – dann auf der Langstre­cke. Die Luft­han­sa hat ih­ren strei­ken­den Pi­lo­ten ein neu­es Ta­rif­an­ge­bot un­ter­brei­tet. Es sieht 4,4 Pro­zent hö­he­re Ver­gü­tun­gen und Neu­ein­stel­lun­gen vor, wie das Un­ter­neh­men am Frei­tag in Frank­furt mit­teil­te. Am Abend wie­sen die Pi­lo­ten das An­ge­bot aber er­neut als un­zu­rei­chend zu­rück. Ihr ein­zi­ges Zu­ge­ständ­nis an die Luft­han­sa-Kun­den: Am Sonn­tag wird nicht ge­streikt. Aber wel­che Rech­te aber ha­ben ei­gent­lich die Pas­sa­gie­re? ● Be­trof­fe­ne Luft­han­sa-Flü­ge kön­nen kos­ten­los stor­niert wer­den. Ob ihr Flug un­ter den ge­stri­che­nen Flü­gen ist, kön­nen Rei­sen­de auf der Web­sei­te des Un­ter­neh­mens über­prü­fen. Luft­han­sa bie­tet au­ßer­dem kos­ten­lo­se Um­bu­chun­gen an. Wer im Be­sitz ei­nes Luft­han­sa-, Swis­sair-, Aus­tri­anAir­line­s­o­der Brus­sels-Air­lines-Tickets für Flü­ge an den Streik­ta­gen ab oder nach Frank­furt, Mün­chen oder Düs­sel­dorf ist, kann auf der Web­sei­te des Un­ter­neh­mens un­ter „Mei­ne Bu­chun­gen“um­bu­chen – auch wenn der ge­buch­te Flug nicht vom Streik be­trof­fen ist. Um­bu­chun­gen sind al­ler­dings nur in­ner­halb des Ori­gi­nal­ta­rifs mög­lich. Das Ti­cket muss vor dem 24. No­vem­ber 2016 aus­ge­stellt wor­den sein und der neue Rei­se­zeit­punkt vor dem

Um­bu­chung

31. März 2017 lie­gen. Wer sein Flug­ti­cket bei ei­nem Rei­se­ver­an­stal­ter ge­bucht hat, kann sich nach An­ga­ben der Luft­han­sa auch an den Ver­an­stal­ter wen­den. Te­le­fo­nisch er­rei­chen Rei­sen­de die Luft­han­sa un­ter (kos­ten­los aus dem deut­schen Fest­netz, Mo­bil­funk ab­wei­chend) oder un­ter

(Orts­ta­rif aus dem Fest­netz, Mo­bil­funk ab­wei­chend). ● Wur­de ihr in­ner­deut­scher Flug ge­stri­chen, kön­nen Rei­sen­de nach Luft­han­sa-An­ga­ben die Zü­ge

0800/850 60 70 86799799 Bahn 069/

Deut­schen Bahn nut­zen. Un­ter „Mei­ne Bu­chun­gen“kön­nen sie ihr Ti­cket in ei­ne Fahr­kar­te der Bahn um­wan­deln. ● Die Flug­ge­sell­schaft muss Kun­den so schnell wie mög­lich ei­ne al­ter­na­ti­ve Be­för­de­rung an­bie­ten. Bei streik­be­ding­ten Flug­aus­fäl­len oder deut­li­chen Ver­spä­tun­gen ist ei­ne Um­bu­chung auf ei­nen an­de­ren Flug mög­lich. Die Air­line kann je­doch auch an­de­re Trans­port­we­ge an­bie­ten, wenn das Ziel per Bus oder Bahn er­reich­bar

Er­satz­be­för­de­rung

ist. Ver­schiebt sich ein Flug nur um we­ni­ge St­un­den, kön­nen Kun­den war­ten, bis der Flug­be­trieb wie­der auf­ge­nom­men wird. Fällt der Flug je­doch de­fi­ni­tiv aus oder ver­spä­tet sich um mehr als fünf St­un­den, dür­fen sie das Ti­cket zu­rück­ge­ben und sie be­kom­men ihr Geld zu­rück. ● Ver­schiebt sich der Flug we­gen ei­nes Streiks, ha­ben Pas­sa­gie­re je nach Dau­er der Ver­spä­tung und Stre­cken­län­ge An­spruch auf Be­treu­ungs­leis­tun­gen wie Es­sen und Ge­trän­ke. Meist erder

Ver­sor­gung

hal­ten sie da­für Gut­schei­ne von der Flug­ge­sell­schaft oder – bei ei­ner Pau­schal­rei­se – vom Ver­an­stal­ter. Ver­schiebt sich der Flug auf ei­nen an­de­ren Tag, müs­sen die Air­line oder der Ver­an­stal­ter die Über­nach­tung in ei­nem Ho­tel über­neh­men. ● Nach ak­tu­el­ler Recht­spre­chung liegt im Fall ei­nes Streiks hö­he­re Ge­walt vor. Das be­deu­tet: Rei­sen­den steht kei­ne Ent­schä­di­gung zu, wenn der Flug aus­fällt oder sich mehr als drei St­un­den ver­spä­tet. Das gilt un­ter der Be­din­gung, dass die Air­line al­les in ih­rer Macht Ste­hen­de un­ter­nimmt, um die Streik­fol­gen zu mi­ni­mie­ren. ● In die­sem Fall geht es um die recht­li­che Fra­ge: Hat der Ver­an­stal­ter sei­ne Leis­tungs­pflich­ten er­füllt? Wenn nicht, dann lässt sich der Rei­se­preis min­dern – je nach Schwe­re des Man­gels. Wer zum Bei­spiel zwei Ta­ge am Flug­ha­fen fest­sitzt und da­mit wert­vol­le Ur­laubs­zeit ver­passt, kann den Rei­se­preis an­tei­lig min­dern. Han­delt es sich um ei­ne Kurz­rei­se, kann der Kun­de un­ter Um­stän­den so­gar kos­ten­los von der Rei­se zu­rück­tre­ten und den Rei­se­preis zu­rück­for­dern. Scha­den­er­satz we­gen ver­ta­ner Ur­laubs­zeit gibt es aber nicht. ● Wer von der Flug­ge­sell­schaft auf ei­nen an­de­ren Flug um­ge­bucht wird und plötz­lich ei­nen Sitz­platz in der ers­ten Klas­se hat, muss da­für kei­nen Auf­preis zah­len. ● Wer­den Pas­sa­gie­re um­ge­bucht und star­ten von ei­nem an­de­ren Flug­ha­fen, muss die Air­line die Be­för­de­rung dort­hin über­neh­men. Das Glei­che gilt für den Rück­weg, wenn sich der Ort der An­kunft än­dert. Ju­lia Naue, dpa

Ent­schä­di­gung Pau­schal­rei­sen Up­grade Be­för­de­rung

Fo­to: Se­bas­ti­an Will­now, dpa

Am Frei­tag fie­len durch den Streik zahl­rei­che Flü­ge auf den Kurz und Mit­tel­stre­cken aus. Auch am Sams­tag wird es wie­der vie­le Pas­sa­gie­re tref­fen. Am Sonn­tag wol­len die Pi­lo­ten ar­bei­ten.

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