Un­be­kann­ter be­schä­digt ge­park­te Au­tos

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Augsburg -

Sach­be­schä­di­gung in Lech­hau­sen: Am Sonn­tag teil­te ge­gen 6.20 Uhr ein Pas­sant bei der Po­li­zei meh­re­re be­schä­dig­te Au­tos in der Neu­bur­ger Stra­ße mit. Vor Ort stell­ten die Be­am­ten fest, dass an elf ge­park­ten Fahr­zeu­gen die Au­ßen­spie­gel ab­ge­tre­ten wa­ren. Die be­schä­dig­ten Au­tos stan­den im Be­reich der An­we­sen Neu­bur­ger Stra­ße 263 bis 318 ge­parkt. Der Scha­den wird auf über 3000 Eu­ro ge­schätzt. In der hit­zi­gen Dis­kus­si­on dar­über, auf wel­che Wei­se die Bau­ver­wal­tung Grund­stücks­ei­gen­tü­mer zur Kas­se bit­ten soll, wenn die Stra­ße vor de­ren Haus­tür er­neu­ert wird, will die Stadt jetzt mehr Fak­ten als Ent­schei­dungs­grund­la­ge: Am Bei­spiel des Stadt­teils Firn­ha­berau soll fik­tiv er­rech­net wer­den, wel­che Be­trä­ge Grund­stücks­ei­gen­tü­mer dort be­zah­len müss­ten: Zum ei­nen beim bis­he­ri­gen Sys­tem, bei dem die un­mit­tel­ba­ren An­lie­ger ein­ma­lig zur Kas­se ge­be­ten wer­den- Zum an­de­ren bei so­ge­nann­ten wie­der­keh­ren­den Bei­trä­gen, bei de­nen die Ei­gen­tü­mer ei­nes gan­zen Vier­tels für al­le dort fäl­li­gen Stra­ßen­er­neue­run­gen re­gel­mä­ßig zah­len.

An­woh­ner aus dem zur Sa­nie­rung an­ste­hen­den Sied­ler­weg in der Firn­ha­berau und aus der Kar­wen­del­stra­ße (Hoch­zoll) ha­ben ein Bür­ger­be­geh­ren ge­star­tet, das die Ein­füh­rung von wie­der­keh­ren­den Bei­trä­gen for­dert. Die Ar­gu­men­ta­ti­on: Die Las­ten beim Stra­ßen­aus­bau wür­den auf die­se Wei­se auf deut­lich mehr Schul­tern und gleich­mä­ßi­ger über die Zeit ver­teilt. Hö­he­re fünf- oder sechs­stel­li­ge Sum­men auf ein­mal be­zah­len zu müs­sen, über­for­de­re man­chen Ei­gen­tü­mer.

Die Stadt ist noch un­ent­schlos­sen, wel­chen Weg sie ge­hen soll. Seit ver­gan­ge­nem Jahr steht Kom­mu­nen recht­lich die Mög­lich­keit of­fen, auf wie­der­keh­ren­de Bei­trä­ge um­zu­stel­len. Die Ver­wal­tung ver­weist aber dar­auf, dass bei wie­der­keh­ren­den Bei­trä­gen auch Grund­ei­gen­tü­mer für Stra­ßen zah­len müss­ten, zu de­nen sie gar kei­nen Be­zug ha­ben und die meh­re­re hun­dert Me­ter ent­fernt sind. Ei­ne Ent­schei­dung über das künf­ti­ge Vor­ge­hen hat der Stadt­rat noch nicht ge­trof­fen.

Es sei je­den­falls nicht se­ri­ös zu be­haup­ten, dass man bei ein­ma­li­ger Zah­lung 20 000 Eu­ro be­zah­len muss und bei wie­der­keh­ren­den Bei­trä­gen jähr­li­che Kos­ten von 80 Eu­ro an­fal­len, so Bau­re­fe­rent Gerd Merk­le (CSU). Sei­tens der Initia­to­ren des Be­geh­rens wer­den sol­che Zah­len in den Raum ge­stellt, die sich auf die Kos­ten­ab­rech­nung der Stadt Pir­ma­sens be­ru­fen, wo be­reits nach wie­der­keh­ren­den Bei­trä­gen ab­ge­rech­net wird. Für Augs­burg gibt es aber noch kei­ne der­ar­ti­gen Ver­gleichs­zah­len.

Die brau­che man aber als Ent­schei­dungs­grund­la­ge, so Merk­le. Nun wird, um ein Bei­spiel zu ha­ben, ex­akt be­rech­net, wel­che Kos­ten auf die An­lie­ger im Sied­ler­weg zu­kä­men und auf die Grund­ei­gen­tü­mer in an­de­ren Stra­ßen in der Firn­ha­berau, die in den kom­men­den fünf Jah­ren sa­niert wer­den müs­sen. Al­ter­na­tiv wird für ei­nen Fünf-Jah­res-Zei­t­raum auch be­rech­net, was pas­sie­ren wür­de, wenn man die Kos­ten auf al­le 2000 Grund­ei­gen­tü­mer im Stadt­teil um­le­gen wür­de.

„Das wird ein rie­si­ger Auf­wand“, so Merk­le. Ver­mut­lich wer­de es ei­nen sechs­stel­li­gen Be­trag kos­ten, die­se Be­rech­nung an ein ex­ter­nes Bü­ro zu ver­ge­ben. „Aber es ist gut an­ge­leg­tes Geld, weil es hilft, den Frie­den in der Stadt zu er­hal­ten.“

Baye­ri­sche Kom­mu­nen sind ge­hal­ten, Grund­stücks­ei­gen­tü­mer an den Kos­ten zu be­tei­li­gen, wenn sie ei­ne Stra­ße vor de­ren Haus­tür er­neu­ern. Be­grün­det wird das da­mit, dass die Ei­gen­tü­mer ei­nen Nut­zen aus ei­ner bes­se­ren Er­schlie­ßung zie­hen. In rei­nen An­lie­ger­stra­ßen müs­sen Grund­ei­gen­tü­mer 70 Pro­zent der Sa­nie­rungs­kos­ten tra­gen, bei Haupt­ver­kehrs­stra­ßen zahlt die öf­fent­li­che Hand hin­ge­gen deut­lich mehr, weil sie stär­ker von der All­ge­mein­heit ge­nutzt wer­den. Aus­schlag­ge­bend für den Be­trag bei ein­zel­nen Grund­ei­gen­tü­mern sind die Grö­ße des Grund­stücks und die Zahl der Wohn­ge­schos­se.

Symbolfoto: Ralf Lienert

Wenn Stra­ßen sa­niert wer­den, kann das für die Bür­ger teu­er wer­den. Hilft ei­ne an­de­re Abrech­nung?

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