Wo sind die Schul­land­heim Gäs­te?

Her­ber­ge Das Haus in Din­kel­scher­ben war be­liebt. Doch seit der Dis­kus­si­on um ei­nen Neu­bau mel­den sich we­ni­ger an

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Augsburger Land -

Dem Schul­land­heim in Din­kel­scher­ben feh­len die Gäs­te. 100 Bet­ten ste­hen dort für Schul­klas­sen, Ju­gend­grup­pen oder Ver­ei­ne zur Ver­fü­gung. So ein Haus ist nor­ma­ler­wei­se bis zu ei­nem Jahr im Vor­aus mehr oder we­ni­ger aus­ge­bucht. Nicht so im Mo­ment. Heim­lei­ter Michael Gru­ber hat fest­ge­stellt, dass vie­le sei­ner Stamm­gäs­te ver­un­si­chert sind und nach­fra­gen, ob das Haus ak­tu­ell über­haupt zur Ver­fü­gung steht. Denn seit dem ver­gan­ge­nen Herbst steht die Mög­lich­keit ei­nes Ab­ris­ses im Raum. Was war pas­siert?

Jahr­zehn­te­lang gin­gen in dem Haus mit Schwimm­bad, Wald- und Wie­sen­ral­lye und ei­ge­nem Mi­ni­golf­platz die Ju­gend­grup­pen ein und aus. Dann kam im Herbst 2014 der Bruch. Mit der an­schwel­len­den Flücht­lings­kri­se fehl­ten dem Land­kreis die Mög­lich­kei­ten für die Un­ter­brin­gung der vie­len Men­schen. Schwe­ren Her­zens stimm­te der zu­stän­di­ge Aus­schuss des Land­krei­ses zu, das Haus für Flücht­lin­ge zur Ver­fü­gung zu stel­len. Denn schon da­mals war oh­ne­hin ei­ne Ge­ne­ral­sa­nie­rung für das Jahr 2019 ge­plant. Nach der Re­no­vie­rung soll­te das Haus mit fri­scher Aus­strah­lung wie­der den üb­li­chen Gäs­ten zur Ver­fü­gung ste­hen.

Doch im ver­gan­ge­nen Jahr ließ der Druck auf den Land­kreis nach. Seit Ok­to­ber 2016 kön­nen sich Schul­klas­sen und Ver­ei­ne wie­der ein­mie­ten. Von ei­ner über­ra­schend gu­ten Nach­fra­ge sprach man da­mals im Land­rats­amt. Doch dann kam es zu ei­ner er­neu­ten Wen­dung: Sta­ti­ker hat­ten er­rech­net, dass ei­ne grund­le­gen­de Sa­nie­rung wohl nicht mehr aus­rei­chen könn­te. Im Erd­ge­schoss sei­en sämt­li­che De­cken der­art ma­ro­de, dass ei­ne Kern­sa­nie­rung nö­tig sei. „Das ist wie ei­ne Ope­ra­ti­on am of­fe­nen Her­zen. Wenn das so ist, spre­chen wir auch über ei­nen Neu­bau“, hat­te Kreis­bau­meis­ter Frank Schwind­ling da­mals er­nüch­tert ge­sagt. Denn: Solch tief grei­fen­de Sa­nie­run­gen sind er­fah­rungs­ge­mäß so teu­er, dass ein Ab­riss und Neu­bau so­gar die güns­ti­ge­re Lö­sung sein kann. Noch ist ei­ne Ent­schei­dung nicht ge­fal­len. Im Ju­li wol­len sich die Aus­schüs­se des Land­krei­ses mit den ver­schie­de­nen Kon­zep­ten von Sa­nie­rung oder Neu­bau be­fas­sen. Die Bau­ar­bei­ten sol­len vor­aus­sicht­lich im Herbst 2019 be­gin­nen. Bis da­hin soll das Haus je­doch auf je­den Fall ge­öff­net blei­ben. „Un­ser um­fas­sen­des An­ge­bot steht un­ver­än­dert zur Ver­fü­gung“, so Lei­ter Michael Gru­ber.

Archivfoto: Mar­cus Merk

Das Schul­land­heim in Din­kel­scher­ben er­freu­te sich gro­ßer Be­liebt­heit. Nach der De bat­te um ei­nen Neu­bau kom­men we­ni­ger Gäs­te.

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