Stadt will Par­ken auf Geh­we­gen er­lau­ben

Ver­kehr In Fra­ge kom­men al­ler­dings nur be­stimm­te Stra­ßen, bei de­nen auch ge­nug Platz auf dem Bür­ger­steig bleibt. Sechs ste­hen der­zeit auf der Lis­te ganz oben

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Augsburg - VON STE­FAN KROG

Für Be­woh­ner der In­nen- und Alt­stadt ist es schon seit Jahr­zehn­ten nor­mal, kei­nen Park­platz vor ih­rer Tür zu be­kom­men. Doch dass sich abends am Stra­ßen­rand kein Platz mehr für das Au­to fin­det, pas­siert in­zwi­schen auch im­mer öf­ter in Stadt­tei­len wei­ter au­ßer­halb des Zen­trums. Grund ist, dass die Zahl der zu­ge­las­se­nen Au­tos steigt, die Park­mög­lich­kei­ten am Stra­ßen­rand aber nicht zu­ge­nom­men ha­ben. Die Stadt will nun prü­fen, wo sie das so­ge­nann­te Geh­weg­par­ken er­lau­ben kann: Au­tos ste­hen da­bei mit ei­ner Hälf­te auf ei­nem ab­mar­kier­ten Be­reich des Bür­ger­steigs.

An meh­re­ren Stel­len in Augs­burg ist das Geh­weg­par­ken be­reits seit Jah­ren er­laubt, et­wa in der Pfer­se­er Stra­ße kurz vor der Un­ter­füh­rung. Schil­der wei­sen dar­auf hin. Dort wur­den zu­letzt auch die Rand­stei­ne an­ge­schrägt, da­mit Au­tos beim Über­fah­ren nicht be­schä­digt wer­den. Die Stadt will dies nun in wei­te­ren Stra­ßen er­lau­ben.

Kon­kret geht es um die Ise­l­er­stra­ße in Hoch­zoll, die War­ten­bur­ger Stra­ße, Kol­berg-, Katz­ba­chund He­gel­stra­ße (al­le im Stadt­teil Lech­hau­sen) so­wie um die Kör­ner­stra­ße in Pfer­see.

Da­bei, so das Bau­re­fe­rat, hand­le es sich um ei­nen Teil ei­ner Prio­ri­tä­ten­lis­te, wo man mit den 60000 Eu­ro, die im Haus­halt für Bord­stein­an­schrä­gun­gen vor­ge­se­hen sind, hin­kommt. „Wei­te­re Stra­ßen kön­nen in ei­ner fort­ge­schrie­be­nen Prio­ri­tä­ten­lis­te er­fasst wer­den, falls in den kom­men­den Haus­halts­jah­ren Mit­tel für die Geh­weg­ankei­lung be­reit­ge­stellt wer­den“, so Bau­re­fe­rent Gerd Merk­le (CSU).

Hin­ter­grund der Über­le­gun­gen der Stadt ist, dass in­zwi­schen sta­tis­tisch auf fast je­den zwei­ten Ein­woh­ner Augs­burgs ein Au­to zu­ge­las­sen ist, die Ten­denz ist wei­ter­hin stei­gend. Die Stadt än­der­te vor ei­nem Jahr zwar ih­re Stell­platz­sat­zung bei Kin­der­gär­ten und Stu­den­ten­wohn­hei­men, doch bei Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern blieb es fast gleich. Neu­bau­ten müs­sen dem­nach ei­nen Stell­platz pro Woh­nung zu­züg­lich ei­ni­ger Be­su­cher­plät­ze für die gan­ze An­la­ge ha­ben. Das ge­nügt frei­lich nicht im­mer, und in Be­stands­vier­teln, wo beim Bau der Häu­ser noch kei­ne Tief­ga­ra­gen Vor­schrift wa­ren, hilft die Stell­platz­sat­zung oh­ne­hin nichts.

Dass jetzt mas­sen­wei­se Bür­ger­stei­ge im Stadt­ge­biet zu­ge­parkt wer­den, steht al­ler­dings nicht be­vor. Die Stadt weist dar­auf hin, dass der Geh­weg auf min­des­tens 1,50 Me­ter Brei­te wei­ter­hin für Fuß­gän­ger pas­sier­bar blei­ben muss. Es müs­se min­des­tens so viel Platz sein, dass ein Kin­der­wa­gen oder Roll­stuhl und ein Fuß­gän­ger an­ein­an­der vor­bei­kön­nen. Auch auf der Stra­ße müs­se min­des­tens ei­ne Durch­fahrts­brei­te von 3,50 Me­ter be­ste­hen blei­ben.

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Fo­to: Sil­vio Wy­szen­grad

Die Stadt will Geh­weg­par­ken in ei­ni­gen Stra­ßen er­lau­ben.

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