Hent­ke be­en­det die Durst­stre­cke

Schwim­men Die 28-Jäh­ri­ge holt mit WM-Sil­ber die ers­te Me­dail­le im Be­cken für das deut­sche Team. Ein Welt­meis­ter ver­passt das Fi­na­le

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Sport -

Budapest

Sil­ber-Ju­bel und Freu­den­trä­nen bei Fran­zis­ka Hent­ke, Er­nüch­te­rung bei Mar­co Koch. Schmet­ter­lings­schwim­me­rin Hent­ke hat die Me­dail­len­flau­te der deut­schen Be­cken­schwim­mer bei der WM in Budapest be­en­det und für das lang er­sehn­te ers­te Edel­me­tall ge­sorgt. Für Welt­meis­ter Koch sind die Ein­zel­ren­nen nach dem Halb­fi­nal-Aus über 200 Me­ter Brust da­ge­gen frü­her be­en­det als ge­plant.

„Ich weiß nicht, was ich den­ken soll“, sag­te Hent­ke wei­nend und mit sto­cken­der Stim­me. „Das war ein­fach ein gei­les Ren­nen. Ich bin froh, dass ich bei ei­nem Top-Event mei­ne Leis­tung ab­ru­fen konn­te.“Bei Olym­pia in Rio de Janei­ro hat­te die da­mals eben­falls in Top-Form an­ge­reis­te Hent­ke noch ei­ne gu­te Plat­zie­rung ver­passt. „Heu­te Abend gön­ne ich mir was, was ich mir lan­ge nicht ge­gönnt ha­be“, sag­te sie. „Was, weiß ich noch nicht.“

Die Sil­ber­me­dail­le von Hent­ke war das ers­te Edel­me­tall für die deut­schen Be­cken­schwim­mer bei den Welt­meis­ter­schaf­ten in Un­garn. „Die Krö­nung aus deut­scher Sicht war heu­te die Leis­tung von Fran­zi“, sag­te Lam­bertz bei ZDF info. Die 28-Jäh­ri­ge schlug in der Du­na Aré­na nach 2:05,39 Mi­nu­ten als Zweite an. Nur Mi­reia Bel­mon­te aus Spa­ni­en, die Gold hol­te, war noch schnel­ler. Bron­ze ging an Ka­tin­ka Hoss­zú aus Un­garn. Für Hent­ke war es die ers­te WM-Me­dail­le auf der Lang­bahn.

Wäh­rend sich die deut­sche Meis­te­rin freu­en konn­te, ver­pass­te Koch das Fi­na­le über 200 Me­ter Brust. Der 27 Jah­re al­te Welt­meis­ter schlug im Halb­fi­na­le nach 2:09,61 Mi­nu­ten an und be­leg­te in den Se­mi­fi­nals ins­ge­samt Platz elf. Acht Schwim­mer qua­li­fi­zier­ten sich für den End­lauf am Frei­tag.

Koch hat­te vor der WM Mü­he ge­habt, sei­ne Form ein­zu­schät­zen, und sich selbst als „Wun­der­tü­te“be­zeich­net. „In der Wun­der­tü­te war lei­der nicht so viel wie er­hofft“, sag­te er. „Ich ha­be ge­dacht, dass ich um ei­ni­ges schnel­ler sein wür­de, aber mehr ging lei­der nicht.“Koch war ei­ne Mi­nu­te vor dem Start die In­nen­ho­se der Ba­de­ho­se ge­ris­sen. „Da ist mir bei je­dem Bein­schlag Was­ser in die Ho­se ge­lau­fen“, er­zählt er: „Das ist kein an­ge­neh­mes Ge­fühl, aber es macht wahr­schein­lich auch nicht un­heim­lich viel aus.“Der von Chef­bun­des­trai­ner Hen­ning Lam­bertz als „hei­ßes­tes Ei­sen“be­zeich­ne­te Phi­lip Heintz ver­pass­te ei­ne Plakette über 200 Me­ter La­gen. Er lag schon nach der ers­ten Bahn zu­rück und konn­te auch in der sonst von ihm stär­ke­ren zwei­ten Renn­hälf­te kei­ne Plät­ze gut­ma­chen. Der 26-Jäh­ri­ge schlug nach 1:57,43 Mi­nu­ten als Sieb­ter an. „Schwer zu sa­gen, wie ich mich füh­le“, sag­te er di­rekt nach dem Ren­nen völ­lig ent­kräf­tet. Er stütz­te die Ar­me auf die Knie und pus­te­te erst mal ei­ne hal­be Mi­nu­te durch. „Al­les, was ich sa­gen kann, ist: Ich ha­be al­les ge­ge­ben, ich bin to­tal fer­tig.“

Foto: Jens Bütt­ner, dpa

Fran­zis­ka Hent­ke fei­ert ih­ren zwei­ten Platz in Budapest.

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