Druck von Kon­ser­va­ti­ven, aber auch von Re­for­mern

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Politik -

der Hard­li­ner im Jus­tiz- und Si­cher­heits­ap­pa­rat ge­schei­tert und laut Am­nes­ty In­ter­na­tio­nal hat sich die La­ge für Men­schen­recht­ler in sei­ner ers­ten Amts­zeit so­gar noch ver­schlech­tert. Ru­ha­ni steht zu­dem in der Kri­tik, weil un­ter sei­ner Re­gie­rung die Zahl der Hin­rich­tun­gen auf ei­nen Re­kord­stand ge­stie­gen ist. Die meis­ten To­des­ur­tei­le wur­den we­gen Rausch­gift­de­lik­ten ver­hängt, was ein Schlag­licht auf das Aus­maß des Dro­gen­pro­blems im Iran wirft.

Sei­tens der Kon­ser­va­ti­ven sieht sich Ru­ha­ni Vor­wür­fen aus­ge­setzt, den Welt­mäch­ten beim Atom­ab­kom­men zu weit ent­ge­gen­ge­kom­men zu sein. Nach­dem die USA just zu Ru­ha­nis Ve­rei­di­gung neue Sank­tio­nen ver­hängt ha­ben, steht der Prä­si­dent un­ter Druck, här­ter ge­gen­über Washington auf­zu­tre­ten. US-Prä­si­dent Do­nald Trump hat­te vor sei­ner Wahl an­ge­droht, das nach lan­gen Ver­hand­lun­gen im Ju­li 2015 ge­schlos­se­ne Atom­ab­kom­men auf­zu­kün­di­gen. Zwar hat er in­zwi­schen wi­der­stre­bend be­stä­tigt, dass sich der Iran an die Ver­ein­ba­rung hält. Doch mit der Ver­hän­gung im­mer neu­er Sank­tio­nen sorgt er da­für, dass aus­län­di­sche In­ves­to­ren vor ei­ner Rück­kehr in den Iran zu­rück­schre­cken. Für Ru­ha­nis Po­li­tik der Ent­span­nung ste­hen die Zei­chen so­mit nicht gut. Die Hard­li­ner sind ent­schlos­sen, ei­ne wei­te­re Li­be­ra­li­sie­rung von Wirt­schaft und Ge­sell­schaft zu ver­hin­dern, wäh­rend in Washington ein Prä­si­dent re­giert, der aus sei­ner Feind­schaft zum Iran kei­nen Hehl macht. So könn­te Ru­ha­nis zwei­te Amts­zeit von neu­en Span­nun­gen ge­prägt sein.

Ul­rich von Schwe­rin, afp

Fo­to: dpa

Has­san Ru­ha­ni bei der Ze­re­mo­nie zur zwei­ten Amts­ein­füh­rung.

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