Auch Eu­ro­pa ist mit im Spiel

Augsburger Allgemeine (Land West) - - Wirtschaft -

der Kanz­lei FPS. Der Bund be­stimmt, dass die Län­der für Um­set­zung und Kon­trol­le über Mes­sun­gen zu­stän­dig sind. „Ei­ni­ge Län­der wie­der­um ge­ben die­se Um­set­zung wei­ter an die Kom­mu­nen, die et­wa ein­zel­ne Um­welt­zo­nen ein­rich­ten kön­nen.“Ak­tu­ell lau­fen zwei Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren we­gen Über­schrei­tung von Schad­stof­fG­renz­wer­ten ge­gen Deutsch­land. Es geht um Fe­in­staub und Stick­oxi­de. Sie kön­nen bis zu ei­ner Kla­ge der EU-Kom­mis­si­on vor dem Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof (EuGH) und Geld­stra­fen füh­ren. ●

2. Po­li­tik will Ver­bo­te ver­hin­dern, aber Ge­rich­te ur­tei­len un­ab­hän­gig

Bun­des­um­welt­mi­nis­te­rin Bar­ba­ra Hend­ricks (SPD) be­tont: „Wir wer­den al­les Mög­li­che tun, um Fahr­ver­bo­te zu ver­mei­den. Ob das ge­lingt, wird aber von der Um­set­zung der wei­ter­füh­ren­den Maß­nah­men ab­hän­gen.“Sie glaubt, dass es am En­de nicht bei rei­nen Up­dates der Ab­gas-Soft­ware blei­ben kann. Bay­erns Mi­nis­ter­prä­si­dent Horst See­ho­fer (CSU) mein­te nach dem Gip­fel: „Wir ha­ben jetzt bes­se­re Ar­gu­men­te ge­gen­über den Ver­wal­tungs­rich­tern.“Ent­schei­dend ist, ob nach den Up­dates bei nach­ge­rüs­te­ten Wa­gen dann wirk­lich die ver­spro­che­nen 25 bis 30 Pro­zent we­ni­ger NOx-Aus­stoß ge­lin­gen. Ei­ni­ge Ex­per­ten be­zwei­feln das.

Die EU pocht auf ge­nau­en Mes­sun­gen des Schad­stoff­aus­sto­ßes. Da­zu soll­ten be­reits neue Ver­fah­ren an­ge­wandt wer­den, die ab Sep­tem­ber schritt­wei­se kom­men und Test­läu­fe auch auf der Stra­ße statt nur im La­bor vor­se­hen (RDE). Deut­sche Be­hör­den soll­ten dies si­cher­stel­len. ●

3. Fahr­ver­bo­te, Um­welt Pla­ket­ten und die Zu­stän­dig­keit Bund/Län­der

Das Stutt­gar­ter Ver­wal­tungs­ge­richt deu­te­te an, dass es Ver­bo­te für un­aus­weich­lich hält. Soll­ten Au­to­fah­rer, das Land Ba­den-Würt­tem­berg oder Her­stel­ler da­ge­gen vor­ge­hen, wä­re ein di­rek­ter Gang zum Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt un­klug, mahnt der Ver­fas­sungs­recht­ler Chris­to­fer Lenz. Denn zu­nächst könn­te das Ur­teil noch­mals in Mann­heim am Ver­wal­tungs­ge­richts­hof auf­ge­rollt wer­den. In ei­ner Ana­ly­se für den Ar­beit­ge­ber­ver­band Süd­west­me­tall er­klärt er: Die Rechts­la­ge er­lau­be es gar nicht, Au­tos mit grü­ner Pla­ket­te aus Um­welt­zo­nen zu ver­ban­nen.

Küm­mel hält die An­sicht, es dür­fe al­lein we­gen feh­len­der Bun­des­re­geln kei­ne Fahr­ver­bo­te im Land ge­ben, für zu ein­fach. „Die Be­grün­dung heißt dann: Wir kön­nen kei­ne Fahr­ver­bo­te ver­hän­gen, weil es noch kein pas­sen­des Schild da­für gibt.“Falls die Fra­ge ei­nes Ta­ges vor den Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof kommt, dürf­te die­ses Ar­gu­ment nicht zu hal­ten sein. „Und auch nicht, falls der Bund spä­ter doch ei­ne blaue Pla­ket­te be­reit­stel­len wür­de.“Hend­ricks schei­ter­te da­mit bis­lang.

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