Raus aus den Mus­tern

Auszeit - - DEPRESSION - SA­B­RI­NA LIEB

Ob Stress, Angst oder Schmerz – im Lau­fe un­se­res Le­bens ent­wi­ckeln wir ei­ne be­stimm­te Art dar­auf zu re­agie­ren. Ge­nau hier setzt die Grin­berg-Me­tho­de an. Sie bie­tet ei­nen struk­tu­rier­ten Weg im und durch den Kör­per zu ler­nen.

Den we­nigs­ten mag die Grin­berg-Me­tho­de ein Be­griff sein, da­bei ist sie ei­ne span­nen­de Mög­lich­keit, sich selbst bes­ser ken­nen­zu­ler­nen und wie­der nä­her zu kom­men. Ein­ge­fah­re­ne Denk- und Ver­hal­tens­mus­ter wer­den auf­ge­spürt und auf­ge­löst, en­er­gie­fres­sen­de Si­tua­tio­nen er­kannt, be­ar­bei­tet und ge­stoppt. Die Grin­berg-Me­tho­de ist be­son­ders für je­ne Men­schen ge­eig­net, die für sich selbst Ver­ant­wor­tung über­neh­men wol­len. Ge­lernt wird da­bei dort, wo un­se­re Emo­tio­nen, Ge­füh­le und Er­fah­run­gen tief ge­spei­chert sind: In un­se­rem Kör­per. Der Be­griff der Me­tho­de geht auf den is­rae­li­schen Be­grün­der Avi Grin­berg zu­rück, der sich seit den 70er Jah­ren mit ver­schie­de­nen ganz­heit­li­chen Me­tho­den be­schäf­tigt. Sei­nen Er­kennt­nis­sen zu­fol­ge ist es am ef­fek­tivs­ten, den Men­schen bei­zu­brin­gen, wie sie sich selbst hei­len kön­nen. Die­se Form der Kör­per­ar­beit zählt zum Be­reich der Al­ter­na­tiv­me­di­zin, er­setzt da­her kei­ne me­di­zi­ni­sche oder psy­cho­lo­gi­sche Dia­gno­se und Be­hand­lung, kann je­doch be­glei­tend, un­ter­stüt­zend oder gar prä­ven­tiv an­ge­wandt wer­den. Denn sie lehrt die Men­schen vor al­lem ei­nes: wie sie selbst auf­ge­bau­tes Lei­den oder Ein­schrän­kun­gen be­en­den oder ver­än­dern kön­nen. Da­zu zäh­len bei­spiels­wei­se kör­per­li­che Zu­stän­de wie Ver­span­nun­gen, Schmer­zen oder Ein­schrän­kun­gen bei At­mung oder Ver­dau­ung, aber auch Stress­si­tua­tio­nen und an­de­re be­las­ten­de Le­bens­si­tua­tio­nen. Sie un­ter­stützt den Pro­zess der Re­ge­ne­ra­ti­on und zeigt die ge­ziel­te Ve­rän­de­rung von ein­ge­fah­re­nen Ver­hal­tens­mus­tern, in­dem di­rekt mit dem Kör­per ge­ar­bei­tet wird. Da­bei be­dient sie sich bei­spiels­wei­se der Fuß­ana­ly­se und der Fuß­ar­beit, die wich­ti­ge Auf­schlüs­se über un­se­ren bis­he­ri­gen Le­bens­weg ge­ben kön­nen, so­wie ver­schie­dens­ter Be­rüh­rungs­tech­ni­ken, dar­un­ter Atem-, Ent­span­nungs-, Kon­zen­tra­ti­ons- und Vi­ta­li­täts­übun­gen.

Frei und un­ge­zwun­gen

Je­der Mensch re­agiert in Si­tua­tio­nen auf ei­ne be­stimm­te Art und Wei­se, die er meist über vie­le Jah­re hin­weg ge­lernt und die sich im Kör­per ma­ni­fes­tiert hat. Die­se wie­der­ho­len­den Ge­wohn­hei­ten kön­nen im Kör­per zu ei­nem Un­gleich­ge­wicht füh­ren und zu ei­nem fes­ten Be­stand­teil un­se­res Le­bens und Er­le­bens wer­den. Da­bei will un­ser Kör­per ei­gent­lich et­was ganz an­de­res: Sich frei und un­ge­zwun­gen be­we­gen. Die­se Frei­heit wird je­doch durch un­se­re Ge­wohn­hei­ten oft ein­ge­schränkt, was mit der Zeit zu chro­ni­schen Be­schwer­den, Schmer­zen und an­de­ren Emp­fin­dungs­stö­run­gen füh­ren kann. Wer sich er­kennt, kann auch an sich ar­bei­ten: Die Grin­berg-Me­tho­de hilft den Be­trof­fe­nen her­aus­zu­fin­den, wie ein be­stimm­ter Zu­stand in ih­rem Kör­per ent­steht und zeigt,

Die Grin­berg-Me­tho­de un­ter­stützt den pro­zess der re­ge­ne­ra­ti­on

wel­che Zu­sam­men­hän­ge zwi­schen Emp­fin­dungs­stö­run­gen, Le­bens­ge­wohn­hei­ten und Ver­hal­tens­mus­tern be­ste­hen. Sie un­ter­stützt nicht nur da­bei, sich selbst und die ei­ge­nen Re­ak­tio­nen bes­ser zu ver­ste­hen son­dern auch, ak­tiv und ei­gen­ver­ant­wort­lich Stress-Mus­ter zu kon­trol­lie­ren, au­to­ma­ti­sier­te (er­lern­te) Vor­gän­ge zu stop­pen und un­er­wünsch­tes Ver­hal­ten zu be­en­den. <

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