Mann oh Mann

Auszeit - - NEWS - ANNETTE BEHR

Manch­mal weiß ich nicht, ob ich la­chen oder wei­nen soll. Was ist ei­gent­lich mit den Män­nern los!? In­ner­lich kopf­schüt­telnd bli­cke ich be­son­ders auf die jün­ge­ren Spe­zi­es Mann. Al­les hat mit die­sen Je­ans an­ge­fan­gen, in de­nen der Hin­tern in den Knie­keh­len hängt. Das soll be­son­ders läs­sig aus­se­hen. Ein mo­disch in­fan­ti­ler Faux­pax, der seit 20 Jah­ren nicht aus­zu­rot­ten ist. War­um!? Ge­ra­de der kna­cki­ge Män­ner­hin­tern in gut sit­zen­den Je­ans ist doch bei Frau­en sehr be­liebt. Denn den ha­ben vie­le Män­ner ein­fach so, oh­ne sich an­zu­stren­gen. Wirkt läs­sig se­xy. Die jün­ge­re Mann-Spe­zi­es gibt sich da­ge­gen häu­fig be­tont un­männ­lich. Sie fin­den sich wich­tig, wenn sie kon­zen­triert in ih­re Smart­pho­nes spre­chen, als hiel­ten sie Kon­takt zur En­ter­pri­se. Ge­nau­so schlimm ist, dass vie­le in prot­zi­gen SUVs um­her­fah­ren und die Um­welt ver­pes­ten. Be­reits im Herbst zie­hen sich ei­ni­ge da­zu di­cke Out­door-Ja­cken an, als wä­ren sie für ein Jahr auf Ant­ark­tis-Tour. Mit No-Go-Echt-Pelz­kra­gen(!). Das ist zum Heu­len!!! Und dann die, die „Dutt“und/oder krau­ti­ge Sala­fis­ten-Zau­selBär­te tra­gen. Aber wer soll die küs­sen, fra­ge nicht nur ich mich. Ich se­he die­se Spe­zi­es bis­wei­len auch mit por­sche­ar­ti­gen Kin­der­wä­gen um­her­lau­fen. Be­son­ders die Prenz­lau­er-Ber­gVa­tis (und -Mut­tis) sind in Ber­lin ver­ru­fen. Denn sie dra­pie­ren ih­ren Nach­wuchs häu­fig wie Ac­ces­soires um sich her­um. Män­ner un­ter­hal­ten sich in der S-Bahn über ih­re El­tern­zei­ten und die kor­rek­te Ba­by­win­del-Mar­ke. Ei­gent­lich doch ei­ne schö­ne und eman­zi­pa­to­ri­sche Ent­wick­lung. Aber so rich­tig se­xy kann ich das nicht fin­den! Das Süd­deut­sche-Ma­ga­zin hat sich kürz­lich mit ei­nem „Män­ner­heft“der The­ma­tik um­fas­send ge­wid­met. Auff äl­lig sind die An­zei­gen um die kri­tisch-krea­ti­ven Tex­te zum The­ma Mann: Sehr at­trak­ti­ve Män­ner, wenn über­haupt, mit Drei­ta­ge­bart in ed­len Kla­mot­ten. Man­che schön wie ei­ne ita­lie­ni­sche Skulp­tur. In Un­ter­ho­se und mit frei­em Ober­kör­per. Ei­ner wirbt für On­li­ne-Kla­mot­tenVer­sen­der: „It’s a Man Box!“Die Män­ner­welt ist ein­fach klei­ner ge­wor­den. „A man’s World“passt in ei­ne Kis­te! Es ist aber auch nicht leicht, sich in die­ser Welt neu auf­zu­stel­len. Die Frau woll­te ei­nen wei­che­ren Mann. Nun hat sie ihn. Aber ganz so war das dann doch nicht ge­meint! Männ­lich ist, wenn ein Mann sich sei­ner(!) Stär­ken be­wusst ist und das nicht an­ge­be­risch raus­hän­gen lässt. Schön ist, wenn er was kann, was Frau nicht kann oder ger­ne macht. Und er es ihr ab­nimmt: Re­pa­rie­ren, bau­en, dü­beln, schwe­re Sa­chen schlep­pen, sie auf Hän­den tra­gen...! Da­bei darf er hin und wie­der ein biss­chen gut aus­se­hen... Vie­le Frau­en fin­den Ge­or­ge Cloo­ney at­trak­tiv. Aber den gibt es an­geb­lich gar nicht. Sag­te Come­dy-Frau Ger­burg Jahn­ke in ei­ner TV-La­dies-Night. Dem­nach ist Cloo­ney ein Fa­bel­we­sen. Al­so so et­was Ähn­li­ches wie ein Ein­horn. Kann sein. Aber, wenn Frau ein Ein­horn möch­te, muss sie auch dar­an glau­ben. Ich selbst ha­be schon Ein­hör­ner ge­sich­tet. Wun­der­ba­re. Man­che hat­ten Ähn­lich­keit mit Da­vid Beck­ham oder Brad Pitt. Als männ­li­cher Film­held und Tod-Darstel­ler in „Ren­dez­vous mit Joe Black“hat sich Pitt in un­se­re Her­zen un­aus­lösch­lich ein­ge­brannt. Ak­tu­ell hat er stark ab­ge­nom­men und ver­sucht, sich beim Bild­hau­ern von Bran­ge­li­na zu be­frei­en. Das wirkt re­flek­tiert, sen­si­bel, stark und männ­lich. Er war auch schon „Se­xiest Man ali­ve“. Wie Beck­ham: Sport­lich, at­trak­tiv mit Fai­b­le für Fa­mi­lie, Fri­su­ren, Sty­ling und selbst­iro­nisch wit­zi­ge Wer­be­spots. Un­schlag­ba­rer At­trak­ti­vi­täts­fak­tor – auch bei Frau­en – ist näm­lich Hu­mor! Beim Vor­han­den­sein ei­nes sol­chen schau­en wir im­mer wohl­wol­lend auf den Mann. Un­ter­stützt von Her­bert Grö­ne­mey­er...! Und wie singt Her­bert Grö­ne­mey­er so schön: „...Män­ner sind auch Men­schen, Män­ner sind et­was son­der­bar. Män­ner sind so ver­letz­lich. Män­ner sind auf die­ser Welt ein­fach un­er­setz­lich...!“

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