„Bei den Traum­rei­sen kom­men Ge­dan­ken zur Ru­he“

Auszeit - - FUND-SACHEN - SA­B­RI­NA LIEB

„Mach es dir be­quem und lass dei­ne Au­gen sanft zu­fal­len. Rich­te dei­nen Blick nach in­nen und spü­re in dei­nen Kör­per hin­ein“– mit die­sen Sät­zen be­ginnt Ant­je Tittelmeier ih­re Traum­rei­se-CD. Wie sie ih­ren ei­ge­nen Traum ver­wirk­lich­te, er­zählt sie uns im In­ter­view.

Ant­je, du bist ge­lern­te Phy­sio­the­ra­peu­tin, wel­cher Weg bis hin zu dei­nen „Traum­rei­sen“liegt hin­ter dir?

Die Vor­gän­ge im mensch­li­chen Kör­per ha­ben mich schon im­mer in­ter­es­siert und ich hat­te den Wunsch, an­de­ren zu hel­fen. Wäh­rend mei­ner Ar­beit als Phy­sio­the­ra­peu­tin ha­be ich viel über den Be­we­gungs­ap­pa­rat und ent­spre­chen­de Be­hand­lungs­mög­lich­kei­ten ge­lernt, da­bei fehl­te mir je­doch die ganz­heit­li­che Be­trach­tungs­wei­se. Es folg­ten Aus­bil­dun­gen u. a. zur Shi­atsu-Prak­ti­ke­rin und Yo­ga-Leh­re­rin. Wo ich konn­te, bau­te ich mei­ne ge­sund­heit­li­chen Tä­tig­keits­fel­der wei­ter aus. Vor al­lem die Sicht­wei­sen der öst­li­chen Kul­tu­ren be­geis­ter­ten mich. Ich fing an, Se­mi­na­re und Kur­se für Er­wach­se­ne, Fa­mi­li­en und Kin­der an­zu­bie­ten. Par­al­lel da­zu war ich mit mei­nem Mann in der Film­pro­duk­ti­on ak­tiv und ha­be ei­ne Ge­sund­heits­sen­dung auf­ge­baut. Mein ers­tes Buch­pro­jekt „Die Fünf Ele­men­te in Be­we­gung“er­schien schließ­lich 2016. Was die Traum­rei­sen be­trifft, war ich durch mei­ne Kur­stä­tig­keit im­mer auf der Su­che nach schö­nen For­ma­ten. Zu­neh­mend hat­te ich den Wunsch, ei­ge­ne zu ent­wi­ckeln, die den fünf Ele­men­ten zu­ge­ord­net sind. So schrieb ich zu­nächst Traum­rei­sen für Kin­der, an­schlie­ßend auch wel­che für Er­wach­se­ne, die mehr Raum zum Nach­spü­ren lie­ßen. Mit der Freu­de an der Ar­beit an den CDs wa­ren schließ­lich die Wei­chen für wei­te­re ge­stellt, die noch in die­sem Jahr er­schei­nen wer­den.

Ent­span­nung – in un­se­rer leis­tungs­ori­en­tier­ten Ge­sell­schaft kommt das häu­fig zu kurz. Was be­deu­tet sie für dich?

Ent­span­nung be­deu­tet für mich ab­zu­schal­ten, sich zu be­sin­nen und in­ner­lich zur Ru­he zu kom­men. Mir sel­ber ge­lingt dies be­son­ders gut in der Na­tur, beim Spa­zie­ren mit mei­nem Hund oder in der Frei­zeit im Harz. Ich emp­fin­de es als Her­aus­for­de­rung, im Ar­beits­all­tag die Ba­lan­ce zwi­schen Ak­ti­vi­tät und Ru­he zu fin­den und bei­zu­be­hal­ten, stu­fe es aber als enorm wich­tig ein. Die­se Ba­lan­ce stärkt un­se­re Nie­re­n­ener­gie und da­mit un­se­re Vi­ta­li­tät und Leis­tungs­fä­hig­keit. In un­se­rer hek­ti­schen Zeit mit Leis­tungs­druck, ei­ge­nen Er­war­tun­gen und dem Me­dien­ein­fluss füh­len sich vie­le Men­schen un­ter Strom. Häu­fig fehlt ei­ne gu­te Er­dung, um wie ein Fels in der Bran­dung mit den Her­aus­for­de­run­gen des Alltags um­zu­ge­hen. Ich sel­ber nut­ze dann ger­ne das Bar­fuß-Ge­hen oder Übun­gen zur Ver­wur­ze­lung aus mei­nem Buch.

Nun hö­ren wir al­le mehr oder we­ni­ger viel Mu­sik. akus­ti­sche Traum­rei­sen eher sel­te­ner ... Was emp­fiehlst du zum Ein­stieg?

Traum­rei­sen ha­ben den Vor­teil, dass der Zu­hö­rer un­ter An­lei­tung in sein ei­ge­nes Traum­land ge­langt. Es ent­steht vor dem in­ne­ren Au­ge ei­ne Bil­der­welt, in die er ein­tau­chen kann. Die Ge­dan­ken kom­men zur Ru­he, das Spü­ren und Wahr­neh­men steht im Vor­der­grund. Auf mei­nen CDs sind ne­ben Mu­sik auch Na­tur-

ge­räu­sche ein­ge­bun­den. Sie för­dern die Ver­bin­dung zum Na­tur­ele­ment, da ei­ne Re­so­nanz zu un­se­rem in­ne­woh­nen­den Ele­ment ent­steht. Lie­gen wir am Strand und hö­ren den Wel­len zu, tritt ei­ne tie­fe Ent­span­nung ein, wir füh­len uns im Ein­klang mit dem Was­se­r­ele­ment und neh­men sei­ne Kraft in uns auf. Im All­tag hel­fen die Traum­rei­sen, Kraft zu schöp­fen und zu ent­span­nen. Mei­ne Emp­feh­lung ist, sich je­weils nur ei­ne an­zu­hö­ren und die­se be­wusst zu ge­nies­sen. Um die Wir­kung zu ver­stär­ken, kön­nen die Af­fir­ma­tio­nen laut oder lei­se mit­ge­spro­chen wer­den.

Stich­wort Af­fir­ma­tio­nen. Was kön­nen die­se be­wir­ken?

Af­fir­ma­tio­nen ha­ben ei­nen gro­ßen Ein­fluss auf un­se­re Wahr­neh­mung und un­ser Den­ken. Re­gel­mä­ßig an­ge­wen­det kön­nen sie hel­fen, sich von un­be­wuß­ten ne­ga­ti­ven, schwä­chen­den Ge­dan­ken und Glau­bens­sät­zen zu be­frei­en und durch neue po­si­ti­ve und stär­ken­de zu er­set­zen. Die­se Kraft­sät­ze ent­fal­ten ih­re vol­le Wir­kung, wenn wir sie nicht nur aus­spre­chen, son­dern auch füh­len. Neh­men wir zum Bei­spiel die Af­fir­ma­ti­on „Ich bin mu­tig, kraft­voll und stark“. Ist das Was­se­r­ele­ment ge­schwächt, füh­len wir al­les an­de­re als das, sind ängst­lich, en­er­gie­los und ge­schwächt. Wenn wir sie nun aus­spre­chen, ist es be­son­ders hilf­reich, sich selbst be­reits als mu­tig, kraft­voll und stark zu emp­fin­den. Wie fühlt sich die Ve­rän­de­rung im Kör­per an? Was ge­schieht mit mei­ner Hal­tung? Ent­ste­hen in­ne­re Bil­der oder Vi­sio­nen? Die Schwin­gun­gen der Af­fir­ma­tio­nen wer­den von den Kör­per­zel­len auf­ge­nom­men, denn Wor­te ha­ben In­for­ma­tio­nen, die in die Zel­len wei­ter­ge­lei­tet wer­den.

Lau­schen wir ein we­nig dei­ner Zu­kunfts­mu­sik. Was hö­ren wir da?

Oh ja, ich schrei­be ge­ra­de ein neu­es Buch! Au­ßer­dem wer­de ich noch wei­te­re Traum­rei­sen-CDs pro­du­zie­ren und mei­ne Se­mi­nar­tä­tig­keit wei­ter aus­bau­en. Da­bei wer­de ich auch ei­nen Teil der Aus­bil­dung zum Eth­no He­alth Coach über­neh­men und ge­mein­sam mit dem Ganz­heits­me­di­zi­ner Dr. Ing­fried Ho­bert den Kurs „Eth­no He­alth und Ei­gen­be­hand­lung Me­ri­dia­ne und Re­flex­zo­nen“gestal­ten. Für mich spielt die Ent­fal­tung des per­sön­li­chen Po­ten­zi­als ei­ne gro­ße Rol­le. Es ist span­nend, sich im­mer wie­der neu zu ent­de­cken und al­te Mus­ter zu ver­än­dern. Manch­mal ist es an­stren­gend, aber die klei­nen und gro­ßen Er­fol­ge mo­ti­vie­ren mich dran­zu­blei­ben. Da­bei fin­de ich das Zi­tat von Bier­mann sehr tref­fend: „Nur wer sich än­dert, bleibt sich treu.“<

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