The Be­au­ty of Ge­mi­na: Mi­nor Sun – Li­ve in Zu­rich

Blu-ray Magazin - - Blunote-Café -

Dass The Be­au­ty of Ge­mi­na eher die Freun­de der düs­te­ren Klän­ge an­spricht, er­kennt man schon an der Op­tik der Band, die man un­schwer der schwar­zen Sze­ne zu­ord­nen kann. Man kann sie grob als Dark Al­ter­na­ti­ve be­zeich­nen, oder bei ge­naue­rer Be­trach­tung Sti­le wie Synth Rock, Dark Wa­ve oder Ein­flüs­se von Elec­tro­ni­ca er­ken­nen. Ent­spre­chend ha­ben sie auch schon auf Fes­ti­vals wie dem Wa­ve-Go­tik-Tref­fen und dem Me­ra Lu­na ge­spielt. Die Band aus der Schweiz ver­brei­tet schon seit 2006 ei­nen zau­ber­haf­ten Hauch Me­lan­cho­lie. Ihr ach­tes Al­bum „Mi­nor Sun“er­schien 2016, ih­re Li­ve-Blu-ray „The Be­au­ty of Ge­mi­na: Mi­nor Sun – Li­ve in Zu­rich“zum ak­tu­el­len Al­bum letz­ten Mo­nat. Was bei The Be­au­ty of Ge­mi­na ganz be­son­ders ins Au­ge fällt, ist die un­ge­heu­re Stil­si­cher­heit der Band, so­wohl in ih­rem Sound, der gleich­zei­tig Old School Goth-Rock/Wa­ve äh­nelt und doch nur nach ih­nen klingt, als auch in der Büh­nen­show und dem De­sign der vor­lie­gen­den Ver­öf­fent­li­chung. Wie vom Ti­tel der Blu-ray kaum an­ders zu er­war­ten, be­ginnt das Kon­zert mit neu­em Ma­te­ri­al: „End“als In­tro und „Bit­ter Sweet Good-Bye“stam­men vom ak­tu­el­len Al­bum. Mit „Had­don Hall“kommt da­zwi­schen ein Song von „Is­ca­ri­ot Blues“, wäh­rend „Ano­ther De­ath“wie­der ein ak­tu­el­ler Song ist. Mit „Hun­ters“gibt es auch ei­nen Ab­ste­cher in das letz­te Jahr­zehnt, zum De­büt­al­bum. Wäh­rend die meis­ten Songs eher viel­schich­ti­ge ro­cki­ge Tö­ne an­schla­gen, gibt es mit dem trau­rig-schö­nen „Dar­kness“ei­ne sehr ge­fühls­in­ten­si­ve Dar­bie­tung von Front­mann Michael Se­le. Songs wie „Cross­roads“zei­gen auch, dass The Be­au­ty of Ge­mi­na die be­son­de­re Grat­wan­de­rung schaf­fen, Songs zu spie­len, die ir­gend­wie hoff­nungs­voll, viel­leicht gar et­was mun­ter und trotz­dem trau­rig klin­gen. Die Band ist so sou­ve­rän, dass sie es schaf­fen Ru­he und fes­seln­de Ener­gie zugleich aus­zu­strah­len. Man kann sich rich­tig in die Musik und die Per­for­mance fal­len las­sen. Da­zu trägt auch der Sound der Gi­tar­re bei, die leicht an­ge­zerrt ist, aber den­noch sehr sau­ber klingt, und na­tür­lich auch die ge­ne­rel­le Ab­mi­schung. Die Büh­nen­show ist – bis auf die in düs­te­ren Far­ben ge­hal­te­ne Licht­show – sehr auf das We­sent­li­che re­du­ziert, näm­lich gu­te Mu­si­ker die bes­tens auf der Büh­ne har­mo­nie­ren, sehr ge­rad­li­nig, aber auch fa­cet­ten­reich. Au­ßer­dem hat man den Ein­druck, dass mit dem X-TRA in Zürich ei­ne von der Grö­ße her genau pas­sen­de Lo­ca­ti­on ge­bucht wur­de, so dass trotz der nicht we­ni­gen Zu­schau­er noch ein Ge­fühl von Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen der Band und ih­ren Fans da ist. Ge­rad­li­nig und an­spre­chend ist auch das De­sign der Blu-ray, mit ei­nem klei­nen Book­let, das stil­vol­le Schwarz-Weiß-Bil­der ent­hält. Ein wei­te­res Plus ist, dass so­wohl das Bild als auch die LPCM-Ton­spur rich­tig schön kna­ckig rü­ber­kom­men. Ei­nen Blick hin­ter die Ku­lis­sen kann man im Bo­nus­ma­te­ri­al wer­fen. Ei­ne rich­tig schö­ne und stim­mi­ge Sa­che.

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